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Handball-EM 2016 Spanien zu stark für Deutschland

  • Bild Christian Dissinger
  • Video Sigurdsson: "Waren dicht dran"
  • Interaktiv Liveticker zur Handball-EM
  • BildChristian Dissinger
    Christian Dissinger im Nahkampf
    (Quelle: dpa)
    VideoSigurdsson: "Waren dicht dran"
    Analyse

    Die Analyse des deutschen Vorrundenauftakts der Handball-EM mit Uwe Gensheim und Bundestrainer Dagur Sigurdsson sowie weitere Stimmen zum Spiel.

    (16.01.2016)
    InteraktivLiveticker zur Handball-EM
    (Quelle: ZDF)

    EM-Fehlstart für die deutschen Handballer: Das Team von Dagur Sigurdsson unterlag Ex-Weltmeister Spanien in Breslau trotz einer über weite Strecken guten Leistung mit 29:32 (15:18) und muss um den Hauptrunden-Einzug bangen. Bester Werfer in einer kämpferischen DHB-Auswahl war Christian Dissinger mit sechs Toren. 

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    Durch die Niederlage steht der ersatzgeschwächte WM-Siebte in den weiteren Gruppenspielen am Montag (20.30 Uhr/ARD) gegen Rekord-Europameister Schweden und am Mittwoch (17.15 Uhr/ZDF) gegen Slowenien unter Druck. Die ersten drei Teams der ausgeglichenen Gruppe C qualifizieren sich für die Hauptrunde.

    DHB-Team mit 14 Debütanten
    "Wir haben die Spanier schon geschlagen. Warum nicht noch einmal hier und heute?", sagte der verletzte Kapitän Uwe Gensheimer. Der Linksaußen hatte kurz vor dem Anwurf in der Jahrhunderthalle dem Team bei einem Besuch in der Kabine noch viel Glück gewünscht. Die unerfahrene deutsche Mannschaft begann mit ihren 14 EM-Debütanten vor 5000 Zuschauern ohne Nervosität. Die von Sigurdsson geforderten schnellen Abschlüsse, bevor sich die spanische Deckung formiert hat, setzte die DHB-Auswahl in der Anfangsphase perfekt um. Der Lohn war eine 6:4-Führung nach sechs Minuten, auf die der spanische Trainer Manuel Cadenas mit einer frühen Auszeit reagierte.

    Spanien - Deutschland 32:29 (18:15)

    Spanien: Sterbik, Perez de Vargas - Rivera (7/3), Tomas (6), Maqueda (3), Guardiola (3), Del Arco (3), Canellas (3), Gurbindo (2), Aguinagalde (1), Garcia (1), Morros (1), Entrerrios (1), Ugalde (1)
    Deutschland: Lichtlein (Gummersbach), Wolff (Wetzlar) - Dissinger (Kiel/6), Reichmann (Kielce/5/3), Fäth (Wetzlar/4), Pekeler (Rhein-Neckar Löwen/3), Schmidt (Hannover/3), Weinhold (Kiel/3), Pieczkowski (Lübbecke/2), Wiede (Berlin/1), Dahmke (Kiel/1), Lemke (Magdeburg/1), Sellin (Melsungen), Strobel (Balingen), Kohlbacher (Wetzlar), Ernst (Gummersbach).
    Schiedsrichter: Pichon/Reveret (Frankreich)
    Zeitstrafen: 6:7
    Rote Karte: Maqueda (Spanien) wegen grober Unsportlichkeit
    Siebenmeter: 5/3:3/3
    Zuschauer: 5000


    Danach kam der Favorit besser ins Spiel, bei der deutschen "Rasselbande" schlichen sich nach dem 9:7 (12.) immer mehr Fehler ein. Riskante Anspiele an den Kreis führten immer wieder zu Ballverlusten, die von den Iberern mit ihrem perfekten Gegenstoßspiel gnadenlos bestraft wurden. Sigurdsson nahm nach dem 10:13 (17.) eine Auszeit und wechselte seine Torhüter. Andreas Wolff ersetzte Routinier Carsten Lichtlein, den letzten verbliebenen Weltmeister von 2007. Der Wetzlarer Wolff bekam zunächst aber ebenso wie Lichtlein kaum einen Ball zu fassen, zudem offenbarte die deutsche Abwehr große Abstimmungsprobleme. Beim 11:18 (23.) sah es nach einem Debakel aus.


    Rote Karte für Spanien

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    In einer hektischen Schlussphase der ersten Halbzeit kämpfte sich die DHB-Auswahl mit vier Toren in Folge zurück - das blieb bei den Spaniern nicht ohne Wirkung. Jorge Maqueda warf bei der letzten Aktion des ersten Durchgangs Kapitän Steffen Weinhold den Ball bei einem Freiwurf aus kurzer Distanz mitten ins Gesicht und sah von den französischen Schiedsrichtern die Rote Karte. Eine Rudelbildung auf dem Feld war die Folge. In der Pause beruhigten sich die Gemüter wieder, nach der Roten Karte und weiteren Zeitstrafen gegen Ende der ersten Halbzeit agierte die DHB-Auswahl zu Beginn des zweiten Durchgangs für kurze Zeit in dreifacher Überzahl - doch dem zweimaligen Weltmeister Spanien gelang das erste Tor zum 15:19 (32.).


    Doch der Europameister von 2004 war lautstark unterstützt von den deutschen Fans nun wieder in der Partie, Torhüter Wolff steigerte sich von Minute zu Minute und zeigte starke Paraden. Auf der anderen Seite wurde aber auch Spaniens Weltklassetorhüter Arpad Sterbik besser, so schaffte es der Außenseiter nicht, den Rückstand entscheidend zu verkürzen. Spanien spielte seine Routine aus und gewann. Niederlagen zum EM-Start haben für deutsche Handballer fast schon Tradition. Der einzige Auftaktsieg in der Geschichte von Europameisterschaften gelang 2008 gegen Weißrussland.

    EM 2016: Gruppen, Gegner, Modus und mehr

    Die Hauptrundengruppen

    Gruppe I in Krakau: Polen, Norwegen, Kroatien, Frankreich, Weißrussland, Mazedonien
    Gruppe II in Breslau: Dänemark, Spanien, Deutschland, Russland, Schweden, Ungarn

    Gegner Ungarn und der Druck

    handball: champions league, thw kiel - mkb veszprem: hauptrunde a-b, gruppenphase, gruppe a, 10. spieltag am 06.12.2015 in kiel (schleswig-holstein). vezprems laszlo nagy (l) jubelt nach einem treffer. foto: axel heimken/dpa +++(c) dpa - bildfunk+++

    Für Ungarn steht viel auf dem Spiel. Belegte die Mannschaft vor vier Jahren bei den Olympischen Spielen in London überraschend noch Platz vier, hat das Team von Trainer Talant Duischebajew bisher noch nicht einmal das Ticket für ein Olympia-Qualifikationsturnier in der Tasche. Die Motivation beim EM-Achten von 2014 ist daher besonders groß.
    Allerdings gehen die Ungarn nach Niederlagen gegen Russland und Dänemark mit 0:4 Punkten in die Hauptrunde. Der Einzug ins Halbfinale ist damit nur noch theoretisch möglich. Topstar der Ungarn ist der wurfgewaltige Laszlo Nagy (Bild).

    Gegner Russland und die gute alte Zeit

    Russland - Handball-Olympiasieger 2000

    Die großen Erfolge der russischen Nationalmannschaft liegen schon einige Jahre zurück. Den letzten großen Titel gab es vor 16 Jahren bei den Olympischen Spielen in Sydney (Bild). Ihr einziges EM-Gold holten die Russen 1996. Bei der WM vor einem Jahr in Katar wurde sogar das Achtelfinale verpasst, am Ende gab’s einen enttäuschenden 19. Rang.
    Mit einer guten Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Profis will sich Russland in Polen die Teilnahme an einem Olympia-Qualifikationsturnier sichern. In der Vorrunde gelang ein überraschender 27:26-Erfolg gegen Ungarn. Durch die Niederlage gegen Dänemark (25:31) geht Russland mit 2:2 Punkten in die zweite Turnierphase.

    Gegner Dänemark und das Gesetz der Serie

    Mikkel Hansen

    Das Gesetz der Serie spricht für die dänischen Handballer. Jeweils vor Olympischen Spielen (2008 und 2012) holten die Dänen ihre beiden EM-Titel. Und: Seit 2006 heißen die Europameister im Wechsel Frankreich und Dänemark - zuletzt 2014 Frankreich.
    Auch vor dem Turnier in Polen wurde die Mannschaft um Superstar Mikkel Hansen (Bild) von allen Experten genannt, wenn es um den Kreis der Goldfavoriten ging.
    Die Leistungen in der Vorrunde lassen beim Vize-Europameister von 2014 zwar noch Luft nach oben, doch die mit zahlreichen Bundesliga-Legionären angetretene dänische Auswahl geht mit der optimalen Ausbeute von 4:0 Punkten in die zweite Turnierphase.
    "Natürlich sind wir in Polen, um das große Ziel zu erreichen", sagte Torhüter Niklas Landin vom THW Kiel.
    Trainiert wird Dänemark von Gudmundur Gudmundsson, dem langjährigen Coach der Rhein-Neckar Löwen.

    Die Vorrundengruppen

    Gruppe A: Frankreich, Polen, Mazedonien, Serbien

    Gruppe B: Kroatien, Island, Weißrussland, Norwegen

    Gruppe C: Spanien, Schweden, Deutschland, Slowenien

    Gruppe D: Dänemark, Ungarn, Russland, Montenegro

    Nach welchem Modus wird gespielt?

    Gespielt wird in vier Gruppen mit jeweils vier Teams. Die ersten Drei jeder Gruppe qualifizieren sich für die EM-Hauptrunde. Für Platzierungen in den Endklassements sowohl nach Vor- als auch Hauptrunde zählt bei Punktgleichheit zweier oder mehr Mannschaften der direkte Vergleich. Die Punkte aus der Vorrunde gegen ebenfalls qualifizierte Teams werden in die Hauptrunde mitgenommen. Dort spielen die besten Mannschaften aus Gruppe A und B gegeneinander. In der zweiten Hauptrunden-Gruppe treffen die ersten drei Teams der Gruppe C auf die jeweiligen Vertreter aus Gruppe D. Die Dritten und Vierten der Hauptrunde spielen um die Plätze fünf bis acht. Die Gruppensieger jeweils gegen den Zweiten der anderen Gruppe das Halbfinale.

    Worum geht es bei dieser EM?

    In erster Linie geht es natürlich um den Europameister-Titel. Der Sieger qualifiziert sich automatisch für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro. Auch der Zweite qualifiziert sich direkt, sofern er im Finale gegen Weltmeister Frankreich verlieren würde.

    Die drei bestplatzierten Teams der EM werden sich für die WM 2017 qualifizieren.

    Sollte der amtierende Weltmeister Frankreich wie in den vergangenen Jahren auf dem Podium landen, würde auch der EM-Vierte direkt zur WM reisen.

    Teilnehmerfeld

    Insgesamt sind bei der EM in Polen 16 Teams dabei, darunter mit Titelverteidiger, Weltmeister und Olympiasieger Frankreich die dominierende Mannschaft der letzten Jahre. Neben Gastgeber Polen ist unter anderem auch mit Dänemark und Spanien zu rechnen.

    Wo wird gespielt?

    Zum ersten Mal ist Polen Gastgeber eines Handball-Großevents. Gespielt wird in vier Städten: Krakau (Tauron Arena | 15.000 Plätze), Kattowitz (Spodek Arena | 11.000), Danzig (Ergo Arena | 15.000) und Breslau (Centennial Hall | 6500).

    Handball-EM in ARD/ZDF

    Hauptrunde

    1. Spieltag, Deutschland - Ungarn: Freitag, 22. Januar, 18.15 Uhr / ZDF
    2. Spieltag Deutschland – Russland: Sonntag, 24. Januar, 18.15 Uhr / ARD
    3. Spieltag Deutschland – Dänemark: Mittwoch, 27. Januar, 18.15 Uhr / ARD

    Halbfinale am Freitag, 29. Januar, 18.30 oder 21 Uhr, im ZDF*

    Finale oder Spiel um 3. Platz am 31. Januar 15:00 oder 17:30 Uhr in ARD*

    *Nur bei deutscher Beteiligung

    16.01.2016, Quelle: dpa
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