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Bundesliga l Borussia Dortmund Schwarz-gelbe Vernunft

  • Video Watzke: "Nicht auf Augenhöhe mit Bayern"
  • Bild BVB-Trainer Klopp mit den Neuzugängen
  • Interaktiv Der sportstudio-Bundesliga–Tipp
  • VideoWatzke: "Nicht auf Augenhöhe mit Bayern"

    "Bayern ist zwar eine Klasse für sich, aber an einem guten Tag können wir sie schlagen", sagt BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Ein Extra-Lob gibt es für Robert Lewandowski.

    (07.08.2013)
    BildBVB-Trainer Klopp mit den Neuzugängen
    BVB-Trainer Klopp mit den Neuzugängen Aubameyang, Sokratis und Mchitarjan
    (Quelle: Reuters)
    InteraktivDer sportstudio-Bundesliga–Tipp
    (Quelle: ZDF)

    von Frank Hellmann

    Vor Start der 51. Bundesliga-Saison gilt Borussia Dortmund als einziger ernsthafter sportlicher Herausforderer des FC Bayern München. Anders als früher wollen die Westfalen diese Rolle ohne wirtschaftliches Risiko ausfüllen. 

    Hans-Joachim Watzke erzählt gerne jene Episode aus seiner Familiengeschichte, die ihn zum Anhänger von Borussia Dortmund werden ließ. Sechs Jahre war er alt, als er erstmals an der Hand seines Vaters ein Heimspiel besuchte. Im alten Stadion "Rote Erde“, am vorletzten Spieltag der Saison 1965/66. Die Westfalen verspielten damals zwar gegen 1860 München den Titel, aber gewannen mit dem kleinen Watzke einen neuen Fan. Was später noch einmal sehr wichtig werden sollte.

    ZITAT
    Wir werden nie wieder einen Euro Schulden für sportlichen Erfolg machen.
    Hans-Joachim Watzke
    Denn ohne den Sauerländer, der 2005 als Geschäftsführer einstieg, hätten die Schwarz-Gelben den damals drohenden Bankrott kaum abgewendet. "Es ging damals um die Existenz. Enger geht es nicht", erinnerte Watzke explizit vor der Imagekampagne ("real love") zum diesjährigen Champions-League-Finale. Einst hatte sich die Führung um Gerd Niebaum und Michael Meier nicht nur deshalb verhoben, um auf internationaler Bühne zu reüssieren, sondern wollte partout auch auf nationaler Ebene mit dem FC Bayern konkurrieren.

    Nie wieder einen Euro Schulden

    Der BVB buhlte um dieselben Topstars, lockte Ex-Münchner wie Jürgen Kohler oder Stefan Reuter, schnappte Toptalente wie Sebastian Kehl den Bayern vor der Nase weg. Und bezahlte einen viel zu hohen Preis. Das Unterfangen musste schiefgehen. Noch heute heißt es bei Insidern aus der Deutschen Fußball Liga (DFL), dass der damals verantwortliche DFL-Geschäftsführer Christian Müller eigentlich nicht gewillt war, die Lizenz zu erteilen. Letztendlich leistete sogar der Rivale aus München einen finanziellen Beitrag zur Rettung der Dortmunder.

    Diese Geschichte ist wichtig, um zu verstehen, warum der BVB-Vorstandsvorsitzende nun betont: "Bayern ist der Marktführer." Und Watzke verspricht: "Oberhalb unserer Philosophie steht eine Headline: Wir werden nie wieder einen Euro Schulden für sportlichen Erfolg machen." Obwohl nach zwei souverän gewonnenen Meisterschaften 2011 und 2012, einem glamourösen Pokalsieg 2012 und einem aufrichtig verlorenen Champions-League-Endspiel 2013 die Ansprüche gewachsen sind. Und damit auch der finanzielle Einsatz, weil der BVB seinen zuletzt vermeldeten Jahresumsatz von 215 Millionen Euro dank der Erlöse aus der Champions League kräftig steigen wird.

    Keine Transfers um jeden Preis

    Geld, das zum Teil direkt wieder investiert wird: Rund 25 Millionen Euro soll der Armenier Henrikh Mkhitaryan gekostet haben, 14 Millionen der für Gabun spielende Pierre-Emerick Aubameyang und neun Millionen der Grieche Sokratis. Macht ein Ablösepaket von unter 50 Millionen, gegen das bekanntlich die 37 Millionen zu rechnen sind, die der FC Bayern für Supertechniker Mario Götze überwies. Will heißen: Der BVB tut viel dafür, dem FCB sportlich die Stirn zu bieten, lässt aber gleichzeitig wirtschaftlich Vernunft walten. Ein Verhalten, das speziell bei der DFL-Führung, der ja Dortmunds Präsident Reinhard Rauball als Liga-Präsident vorsteht, mit Wohlgefallen registriert wird.

    ZITAT
    Wir haben eine ziemlich genaue Vorstellung über den Wert eines Spielers.
    Hans-Joachim Watzke
    Watzke hat registriert, dass im Ausland der Glaube vorherrschte, sein Klub könne jeden Preis zahlen. "Wir haben eine ziemlich genaue Vorstellung über den Wert eines Spielers. Und wenn sich die Vorstellung der Gegenseite nicht mit der unsrigen deckt, dann lassen wir es eben bleiben", so der 54-Jährige. Und doch kann der BVB nicht verhindern, dass der Gehaltsetat um rund 40 Prozent wächst. Vertragsverlängerungen kosten viel Geld.

    Gehaltsetat liegt jetzt bei rund 68 Millionen Euro

    Bei rund 68 Millionen Euro wird die Entlohnung der Dortmunder Profis mittlerweile angesiedelt, was als vorsichtige Schätzung gilt. "Verglichen mit anderen Teams in Europa ist es nicht viel", beteuert Watzke. Im Vergleich zu den Bayern ist es tatsächlich fast wenig – dort fließt rund das Doppelte an den Luxuskader des Pep Guardiola.
    In finanzieller Hinsicht spielt Bayern weiterhin in einer anderen Liga. Und der Geldadel aus Manchester und Madrid, Paris, Barcelona und neuerdings auch Monaco sowieso. Weshalb Watzke gerade in der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" angemahnt hat: "Wir müssen Realisten bleiben. Es wäre für uns komplett unrealistisch zu glauben, dass wir 2013/2014 wieder ins Halbfinale oder ins Finale der Champions League kommen."

    06.08.2013
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