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Leichtathletik Doping in Russland: Sportler fordern Konsequenzen

  • Video WADA-Report: Laborchef tritt zurück
  • Video WADA: Systematisches Doping in Russland
  • Video Olympia-Verbot für Russland?
  • Video WADA fordert Russlands Ausschluss
  • VideoWADA-Report: Laborchef tritt zurück
    Der Leiter des russischen Antidoping-Labors tritt zurück

    Nach dem WADA-Report über systematisches Doping in der russischen Leichtathletik gibt es erste Konsequenzen. Der Weltverband will zudem über eine Suspendierung des russischen Verbandes entscheiden.

    (11.11.2015)
    VideoWADA: Systematisches Doping in Russland
    Dopingtest in einem Labor

    Die Welt Anti Doping Agentur WADA hat systematisches Doping in der russischen Leichtathletik ausgemacht, mit schockierenden Details und Verkettungen bis in die Politik.

    (10.11.2015)
    VideoOlympia-Verbot für Russland?
    Startpistole vor Banner

    Enthüllungen der Welt-Anti-Doping-Agentur belegen: Der russische Leichtathletikverband hat systematisch Doping verschleiert. Mögliche Konsequenz: Startverbot für russische Athleten bei Olympia.

    (10.11.2015)
    VideoWADA fordert Russlands Ausschluss
    Die Welt-Anti-Doping-Agentur fordert den Ausschluss Russlands von allen IAAF-Großverantstaltungen. Der WADA-Bericht über die russischen Doping-Praktiken schockiert auch das IOC.

    Die Welt-Anti-Doping-Agentur fordert den Ausschluss Russlands von allen IAAF-Großverantstaltungen. Der WADA-Bericht über die russischen Doping-Praktiken schockiert auch das IOC.

    (09.11.2015)

    von Susanne Rohlfing

    Die Empörung in der Leichtathletik-Szene nach den Erkenntnissen um Doping im russischen Sport ist groß. Weltweit hoffen nun Sportler, dass sich die Führungsriege der IAAF zu einer drastischen Strafe gegen den offenbar flächendeckend dopingverseuchten russischen Verband entschließen kann. 

    Am heutigen Freitagabend will sich der britische IAAF-Präsident Sebastian Coe mit seinen 26 Council-Kollegen per Telefonkonferenz beraten, und Leichtathleten aus aller Welt warten gespannt auf das Ergebnis. Denn eine Untersuchungskommission der Welt-Anti-Doping Agentur WADA fordert vom Welt-Leichtathletik-Verband nicht weniger als den Rauswurf des russischen Leichtathletik-Verbandes ARAF – was einem Ausschluss der russischen Leichtathleten von den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro gleichkäme.

    Harting für vorläufigen Ausschluss

    Robert Harting würde eine solche Maßnahme begrüßen. "Ich bin für einen vorläufigen Ausschluss. Der Ausschluss kann aufgehoben werden, wenn saubere, ehrliche Athleten dafür sorgen, dass sie die Kontrolle haben - und Moral stärker ist als die Flagge", sagte der Diskus-Olympiasieger zu "Sport1".

    Mit dieser Meinung steht Harting nicht alleine da. „Russischen Athleten sollte nicht mehr erlaubt werden, auf der großen Bühne zu starten. Denn das, was jetzt herausgekommen ist, verletzt die Rechte aller sauberen Athleten.“ Das sagte Travis Tygart, Chef der us-amerikanischen Anti-Doping-Agentur USADA und Chef-Ermittler im Dopingfall Lance Armstrong.

    Obergföll: "Heftig und traurig zugleich"

    ZITAT
    Es ist jetzt an der Zeit zu handeln, und nicht nur zu philosophieren.
    Jennifer Oeser
    Und so sehen es auch viele Athleten, die sich nach den neuesten Erkenntnissen rund um den russischen Dopingsumpf zu Wort meldeten. Christina Obergföll, Olympiazweite im Speerwerfen, bezeichnete die Erkenntnisse der WADA-Ermittler gegenüber zdfsport.de als „heftig und traurig zugleich“ und forderte „unbedingt“ eine Strafe für die russische Leichtathletik. Sollte es zu einem Olympiaausschluss kommen, wäre das „eine Entscheidung gegen systematische Betrügerei, die ich nur befürworten kann. Das wäre vielleicht ein Zeichen in die richtige Richtung, um unseren Sport wieder sauber zu bekommen, so dass nur die gegeneinander antreten, die mit fairen Mitteln kämpfen.“

    Die Leverkusener Siebenkämpferin Jennifer Oeser, WM-Zweite 2009 und WM-Dritte 2011, sagte: „Überraschen kann mich in der ganzen Doping-Korruptions-Affäre nichts mehr. Es ist jetzt an der Zeit zu handeln, und nicht nur zu philosophieren.“ Sie hat persönlich leidvolle Erfahrungen mit den russischen Dopingpraktiken gemacht, da 2011 die Russin Tatjana Tschernowa Weltmeisterin geworden ist. Diese wurde 2015 wegen einer positiven Probe von 2009 rückwirkend gesperrt. Ihren Ende August 2011 gewonnenen Titel durfte sie allerdings behalten, da die Sperre nur bis Anfang August galt. „Dass Tatjana sich in der Zeit, in der Sie eigentlich hätte gesperrt sein müssen, gar nicht für die WM hätte qualifizieren können, interessiert irgendwie überhaupt keinen“, empört sich Oeser.

    Unverständnis und Empörung

    Tatjana Tschernowa

    Tatjana Tschernowa
    Quelle: imago

    2013 seien dann wieder Unregelmäßigkeiten im Blutpass der Russin festgestellt worden, doch bei den Olympischen Spielen 2016 dürfe Tschernowa wieder starten. „Zwei Dopingvergehen und trotzdem das Behalten des WM-Titels inklusive aller Prämien und dann für Olympia 2016 wieder startberechtigt – wo genau ist da die Strafe und Abschreckung?“, fragt Oeser. Sie hofft daher, dass es nun zu deutlicheren Sanktionen gegen russische Leichtathleten kommt.

    Der Leverkusener 800-Meter-Läufer Robin Schembera war einer der Ersten, die sich nach dem Bekanntwerden der Ergebnisse der WADA-Ermittlungskommission am Montag öffentlich geäußert haben. Hoffnung auf Besserung klang in seinem Facebook-Beitrag allerdings nicht an. Er schrieb unter anderem: „Und nun? Jetzt dürfen wir alle wieder einmal gespannt und Hände reibend darauf warten, wie IAAF, EAA, DLV und weitere nationale Fachverbände reagieren. Ich wage einen Blick in meine private Glaskugel und sage voraus: Es geschieht... Achtung, Trommelwirbel... NICHTS! Ein paar von Geld und Korruption getriebene Sportfunktionäre sondern wieder die üblichen Floskeln ab.“

    "Lese das, weine und zittere"

    Ähnlich desillusioniert äußerte sich die britische 800-Meter-Läuferin Jenny Meadows via Twitter. „Ich habe es immer geahnt und nun habe ich die Bestätigung, dass der Russische Leichtathletik-Verband mich um die besten Momente meiner Karriere gebracht hat.“ Der amerikanische Zehnkämpfer Trey Hardee, Weltmeister von 2009 und 2011, zeigte sich sprachlos: „Ich habe hier verschiedene Dinge geschrieben und wieder gelöscht – ich finde nicht die richtigen Worte.“

    Die britische Marathon-Weltrekordhalterin Paula Redcliffe forderte: „Das ist die Zeit, in der saubere Athleten aufstehen und für unseren Sport und seine Glaubwürdigkeit kämpfen müssen.“ Die amerikanische 800-Meter-Läuferin Alysia Montaño ließ die Welt wissen: „Ich bin gerade aufgewacht. Habe Training in einer Stunde. Lese das, weine und zittere, aber bin vollgepumpt mit Hoffnung und Motivation.“

    13.11.2015
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