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WM 2018 | Russland Fußball in Russland: Nichts als Probleme

das aktuelle sportstudio, 25.07.2015 23:00 Uhr
  • Bild Plakat zur Quali-Auslosung für WM 2018
  • Video Putin zufrieden: Stadienbau im Zeitplan
  • Video Blatter entdeckt die Reiselust wieder
  • Interaktiv Der sportstudio-Bundesliga-Tipp
  • BildPlakat zur Quali-Auslosung für WM 2018
    Plakat zur Auslosung der Qualigruppen für WM 2018
    (Quelle: dpa)
    VideoPutin zufrieden: Stadienbau im Zeitplan
    Wladimir Putin besichtigt ein WM-Stadion

    Unter dem Motto "Rußlands Traum startet hier" wird bei der Auslosung der WM-Qualigruppen eine große Show erwartet. Die Stadienbauten für das Turneir 2018 sind mehr als im Zeitplan.

    (24.07.2015)
    VideoBlatter entdeckt die Reiselust wieder
    Sepp Blatter

    Sepp Blatter reiste weder zur Frauen-Fußball-WM nach Kanada noch zur U20 WM nach Neuseeland. Doch jetzt geht's für ihn nach Russland - zur Auslosung der Qualifikationsgruppen für die WM 2018.

    (23.07.2015)
    InteraktivDer sportstudio-Bundesliga-Tipp
    (Quelle: ZDF)

    von Thomas Dudek

    In St. Petersburg werden am Samstag die Qualifikationsgruppen für die Fußball-WM 2018 in Russland ausgelost. Der Konstantinpalast stellt dafür den prunkvollen Rahmen. Außerhalb des Palasts sieht's allerdings alles andere als glänzend aus: Der Fußball in Russland ist eine riesige Baustelle. 

    Seit Mitte Juli rollt in der russischen Liga wieder der Ball. Und bis zum ersten Skandal der neuen Saison brauchte es gerade mal 31 Spielminuten. In der Eröffnungspartie zwischen Spartak Moskau und dem FK Ufa zeigte Emmanuel Frimpong den Ultras des Moskauer Traditionsvereins den Mittelfinger.

    Rassistisch beleidigt

    Er wurde des Feldes verwiesen und später für zwei Spiele gesperrt. Was der Schiedsrichter bei seiner Entscheidung jedoch unbeachtet ließ, waren die Affenlaute, mit denen die Spartak-Fans den ehemaligen Arsenal-Profi aus Ghana beleidigt hatten.

    Links
    das aktuelle sportstudio Christina Schwanitz - von der Jägerin zur Gejagten Letzte Chance Nürnberg
    "Und in diesem Land werden wir eine WM austragen", schimpfte Frimpong und bekam dabei Unterstützung von einem berühmten Kollegen. "So etwas geschieht in der russischen Liga beinahe in jedem Spiel", sagte der brasilianische Nationalspieler Hulk, der seit 2013 beim russischen Meister Zenit St. Petersburg kickt.

    Fremdenfeindlichkeit klein geredet

    Belegt werden diese Aussagen durch einen Bericht, den das Netzwerk FARE sowie die russische NGO-Organisation SOVA im Februar dieses Jahres veröffentlichten. Darin werden über 200 fremdenfeindliche Vorfälle in den Spielzeiten 2012 bis 2014 registriert. Darunter auch Mord. Die Dunkelziffer dürfte noch höher sein.

    Die russische Regierung sowie die Führung des russischen Fußballverbandes RFS tun sich jedoch schwer mit der Bekämpfung dieses Problems. Es gab zwar Gesetzesverschärfungen, gleichzeitig neigt man dazu, die Fremdenfeindlichkeit klein zu reden, so wie es im Fall Frimpong der russische Sportminister und FIFA-Exekutivkomiteemitglied Witali Mutko tat. Hoffnung machen die gemäßigten Fans, die in Foren solche Vorfälle immer lauter verurteilen.

    WM doppelt so teuer wie Rio

    Große Probleme gibt es aber nicht nur in den Stadien, sondern auch bei den Vorbereitungen auf das Turnier. Während 2012 die russischen Organisatoren noch voller Stolz die Verdoppelung des Budgets auf 15 Milliarden Euro verkündeten, musste dieses mittlerweile auf zehn Milliarden gekürzt werden. Zu stark macht sich die Wirtschaftskrise bemerkbar, die dem niedrigen Ölpreis sowie den westlichen Sanktionen wegen Russlands Rolle in der Ukraine-Krise geschuldet ist.

    Sparmaßnahmen, die in drei Jahren beim Weltturnier vor allen in den Arenen unübersehbar sein werden. Einige Wettkampfstätten, die für 45.000 Zuschauer konzipiert waren, wurden um 10.000 Sitzplätze verkleinert. Von den Kürzungen betroffen sind auch die Trainingszentren. Trotzdem gehen Experten davon aus, dass die Gesamtkosten 30 Milliarden Euro betragen werden - doppelt so hoch wie bei der WM 2014 in Brasilien.

    "Sbornaja" in der Krise

    Mit Blick auf das Turnier im eigenen Land bereiten den russischen Fans jedoch die Leistungen der "Sbornaja" die größten Sorgen. Vorläufig letzter Tiefpunkt war die 0:1-Heimniederlage gegen Österreich in der EM-Qualifikation im Juni. Mit insgesamt acht Punkten belegen die Russen in ihrer Gruppe Platz drei - zu wenig bislang, um sich für das Turnier in Frankreich direkt zu qualifizieren.

    das aktuelle sportstudio

    Samstag 25.07.2015, 23:00 - 00:00 Uhr
    Moderator: Katrin Müller-Hohenstein

    Fußball: WM 2018
    Gruppenauslosung in St. Petersburg

    Fußball: 2.Liga - Saisonstart
    Greuther Fürth - Karlsruher SC
    FC St.Pauli - Arminia Bielefeld
    FSV Frankfurt - RB Leipzig

    Fußball: Testspiel
    Bor. Dortmund - Juventus Turin

    FB-Bundesliga: Trainingslager
    Aktuelles von den Clubs

    Radsport: Tour de France
    20. Etappe

    Leichtathletik: DM
    Nürnberg

    Formel 1:Qualifying
    Großer Preis von Ungarn in Budapest/ Ungarn

    Gast: Christina Schwanitz
    Europameisterin im Kugelstoßen

    In der vergangenen Woche zogen die Verantwortlichen die Reißleine und trennten sich vom bisherigen Nationaltrainer Fabio Capello. Ob mit dem Abschied des Italieners die sportliche Wende kommt, wird jedoch bezweifelt. "Uns fehlen die Spieler und die Strukturen im Jugendbereich, um international mithalten zu können", sagt Iwan Kalaschnikow, Chefredakteur des in Russland populären Onlineportals Sports.ru.

    Strukturprobleme

    Mit Blick auf die jüngsten Erfolge der russischen U-19-Auswahl, die gerade EM-Zweite wurde, eine vermeintlich erstaunliche Erklärung. Doch: "2006 wurde die russische U-17 Europameister. Von den damaligen Spielern spielt heute keiner regelmäßig in der 1. Liga", erklärt Kalaschnikow.

    Dafür macht der Journalist nicht nur die mangelnde Betreuung beim Übergang aus dem Nachwuchs- in den Profibereich, sondern auch die Mentalität der Spieler verantwortlich. "Um sich weiterzuentwickeln, müssten sie ins Ausland gehen, in die stärkeren Ligen wechseln. Doch dazu sind die meisten nicht bereit. Sie verdienen hier zu früh zu viel."

    WM-Budget - und Austragungsorte

    WM-Austragungsorte -und Budget

    Die WM 2018 in Russland wird in elf Städten und zwölf Stadien ausgetragen. Neben Moskau, wo im Luschniki-Stadion und in der neu errichteten Otkrytije Arena des Traditionsvereins Spartak Moskau WM-Spiele stattfinden werden, sind Sankt Petersburg, Kaliningrad, Kasan, Nischni Nowgorod, Samara, Wolgograd, Sotschi, Saransk, Rostow am Don und Jekaterinenburg die Spielorte. Insgesamt stehen für die WM-Investitionen momentan rund zehn Milliarden Euro zur Verfügung. Experten gehen davon aus, dass die Gesamtkosten rund 30 Milliarden Euro betragen werden.

    Fabio Capello - teuer vom Hof gejagt

    Nach einer enttäuschenden EM 2012, bei der die "Sbornaja" die Gruppenphase nicht überstand, übernahm Fabio Capello die russische Nationalmannschaft. Mit sieben Millionen Euro Jahresgehalt war der Italiener der bestbezahlte Nationaltrainer der Welt.

    Seit der WM in Brasilien, bei der die Russen ebenfalls in der Vorrunde ausschieden, und einer bisher schwachen EM-Qualifikation, geriet Capello jedoch immer mehr in die Kritik. Gleichzeitig gab es weltweit Schlagzeilen, weil der russische Fußballverband RFS seit einem Jahr Probleme hatte, das Gehalt seines Nationaltrainers aufzubringen. Seit vergangener Woche gehen Capello und der RFS getrennte Wege. Laut neuesten Informationen der russischen Presse bekommt der Italiener eine Entschädigungszahlung in Höhe von satten 32 Millionen Euro.

    25.07.2015
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