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Olympia-Bewerbung | Referendum Hamburger Mehrheit will kein Olympia 2024

  • Video Katerstimmung nach Hamburger Olympia-Aus
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    Katerstimmung in Hamburg nach dem Nein zu Olympia 2024

    Das Referendum zur Olympia-Bewerbung Hamburgs hat mit einem Sieg der Olympia-Gegner geendet. Die Befürworter waren bis zum Schluss optimistisch. Jetzt herrscht Katerstimmung.

    (29.11.2015)
    BilderserieSo hätte Olympia 2024 aussehen sollen
    Olympiastadion im Miniatur-Wunderland
    (06.11.2015)

    Die Hamburger lehnen Olympia ab. Im Referendum stimmte die Mehrheit sensationell gegen eine Bewerbung um Sommerspiele 2024. Nach München 2013 erlebte Deutschland die nächste Olympia-Pleite. Und auch für Hamburgs Bürgermeister Scholz ist das Votum ein Tiefschlag. 

    Fiasko für den deutschen Sport: Die Hamburger haben den Traum von Olympia 2024 in ihrer Stadt überraschend platzen lassen. Kurz vor Auszählung aller Wahllokale räumte
    ZITAT
    Das ist eine Entscheidung, die wir uns nicht gewünscht haben. Sie ist aber klar.
    Olaf Scholz
    Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) die Niederlage der Befürworter ein. Zu diesem Zeitpunkt lag das Lager der Gegner mit 51,6 der Stimmen uneinholbar vorn und dabei blieb es auch (48,4 Prozent der Hamburger stimmten mit Ja, die Wahlbeteiligung lag bei 50,1 Prozent) - eine herbe Enttäuschung auch für Scholz und den rot-grünen Senat. "Das ist eine Entscheidung, die wir uns nicht gewünscht haben. Sie ist aber klar", sagte Scholz.

    Zweite Pleite für Olympia-Befürworter

    Damit erlebte Deutschland seine zweite olympische Pleite binnen zwei Jahren. 2013 hatten München und Umgebung in einer Volksbefragung gegen Winterspiele 2022 votiert. Nachdem die Ausrichtung des größten Sportspektakels hierzulande erneut durchgefallen ist, hat sich Deutschland damit vorerst ins Abseits katapultiert. Da hilft auch nicht, dass die Kieler mit großer Mehrheit (65,57 Prozent) für Segel-Wettbewerbe auf der Förde stimmten.


    Der Abend wurde zum Zitterspiel. Gegner und Befürworter lieferten sich lange ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Das ZDF hatte mit einer Prognose die Auszählung eingeleitet, die 56 Prozent
    ZITAT
    Die Menschen sehen, dass es Sachen gibt, wo das Geld besser angelegt ist.
    Florian Kasiske
    Zustimmung ausgemacht haben wollte. Ein Fehlurteil. Tatsächlich lagen mit der Auszählung der ersten Wahllokale die Gegner knapp vorn. Das verfestigte sich auf einen Vorsprung von rund vier Prozent. "Wir haben einen Stimmungswandel in der Stadt bemerkt", sagte Florian Kasiske aus dem jubelnden Lager der Initiative NOlympia. "Die Menschen sehen, dass es Sachen gibt, wo das Geld besser angelegt ist."

    Motor Olympia fest eingeplant

    Für Scholz ist die Absage ein unerwarteter Tiefschlag. Er hatte Olympia als wichtigstes Projekt der Legislaturperiode ausgegeben. Die Stadtentwicklung sollte bis 2024 auf einen Stand gebracht werden, der normalerweise 20 bis 30 Jahre in Anspruch genommen hätte. Aus der Traum.


    Die Frage Olympia ja oder nein hatte die Hamburger stärker mobilisiert als andere Themen.
    ZITAT
    Ich bin enttäuscht und traurig. Es wäre eine große Chance gewesen
    Dietmar Beiersdorfer
    Runde 650.000 der 1,3 Millionen Wahlberechtigten gaben in dem vierwöchigen Verfahren ihre Stimme ab. Das entspricht einer Beteiligung von etwa 50 Prozent. "Ich bin enttäuscht und traurig. Es wäre eine große Chance gewesen", sagte der Vorstandschef des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV, Dietmar Beiersdorfer.

    Es ging um viel Geld

    Die Teilnahme am Referendum überstieg vergleichbare Volksbefragungen in der Hansestadt deutlich. Am Volksentscheid über die Schulreform fünf Jahre zuvor hatten sich nur 39,3 Prozent beteiligt. Das amtliche Endergebnis steht erst am 15. Dezember fest.

    Reaktionen auf das "Nein" 
    • Michael Vesper (DOSB-Vorstandsvorsitzender, bei Sky): "Wir sind in einer Demokratie, da gibt es keine einfachen Lösungen, wir müssen das akzeptieren, und das tun wir auch. Das Nein muss man analyisieren, dafür muss man sich Zeit nehmen und vielleicht auch noch eine Befragung durchführen. Im ersten Moment sagt man, jetzt ist auf Jahrzehnte keine Olympiabewerbung in Deutschland möglich. Aber darüber denken wir noch mal nach. Der Rucksack, den wir getragen haben mit DFB- und FIFA-Krise, Doping in der Leichtathletik, Flüchtlingen und Terror war schwer, die Aufmerksamkeit war auf andere Ereignisse gelenkt. Ich will hier keine Ausreden vortragen, aber all das hat die Entscheidung sicher erschwert. Aber die Entscheidung ist gefallen, und damit ist das Projekt erledigt. Ich bin sehr traurig, und ich finde es auch falsch, aber ich muss damit leben. Ich war jahrzehntelang Politiker, ich habe viele Niederlagen eingesteckt, aber ich kann nur sagen: Das Leben geht weiter."

    • Alexander Otto (Olympia-Botschafter Hamburgs): "Ich bin überzeugt, dass die Spiele für Hamburg eine Jahrhundert-Chance gewesen wären. Die über lange Zeit sehr hohen Zustimmungsquoten haben gezeigt, dass viele Menschen die Spiele im Grundsatz befürworten. In den letzten Wochen haben aber zu viele politische Ereignisse bei zahlreichen Menschen zu Verunsicherung und Besorgnis geführt. Wir haben das Referendum immer als Alleinstellungsmerkmal Hamburgs gegenüber den anderen Bewerberstädten herausgestellt. Daher respektiere ich natürlich auch dieses Wählervotum und werde mich auch weiterhin für Hamburgs Sport engagieren."

    • Wolfgang Maennig (Ruder-Olympiasieger und Finanzexperte): "Eines ist klar: Die Terroranschläge in Paris haben nicht geholfen. Sie haben vielen Menschen Angst gemacht vor Massenveranstaltungen im Allgemeinen. Auch die aktuellen Korruptions- und Dopingskandale im internationalen Sport waren nicht werblich. Ansonsten gab es meines Erachtens ein zentrales Thema: Finanzen. Viele Menschen fragten: Woher nehmen wir die 1,2 Milliarden Euro, die Hamburg zur Austragung der Spiele beitragen wollte? Können wir das Geld nicht sinnvoller anlegen? Diese Fragen müssen wir besser beantworten, wenn wir in Deutschland noch einmal ins Rennen gehen wollen. "

    • Friedhelm Julius Beucher (Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes DBS): "Ich kann mir ohne Wenn und Aber nicht vorstellen, dass in Budapest 2024 die Jugend der Welt empfangen wird, wo heute Menschen, die um Leib und Leben fürchten und fliehen mit Tränengas und Stacheldraht empfangen werden."

    • Julian Reus (Deutscher Rekordhalter über 100 m): "Schade, dass Hamburg und Deutschland nicht zeigen können, wie einzigartig Olympia in unserem Land hätte werden können."

    • Sebastian Bayer (Weitsprung-Europameister von 2012): "Habe die Katastrophe gerade gesehen. Das ist eine herbe Enttäuschung und ein klares Nein zum Sport."


    Größte Bedenken hatten in der Hansestadt zuletzt wegen der ungeklärten Finanzierung geherrscht. Der Bund sträubte sich selbst wenige Tage vor Referendumsschluss, den von Hamburg errechneten Anteil in Höhe von 6,2 Milliarden Euro zu übernehmen. "Es geht um viel Geld. Und da werden wir uns am Ende schon einigen", versuchte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zu beruhigen. Das gelang ihm offensichtlich nicht. Insgesamt sollten die Spiele 11,2 Milliarden Euro kosten. Maximal 1,2 Milliarden hätte Hamburg übernommen. Als Erlöse wurden 3,8 Milliarden Euro erwartet.

    Gegenwind blies kräftig

    Zuletzt war den Olympia-Planern nach anfänglicher Euphorie der Gegenwind kräftig ins Gesicht geblasen. Im Frühjahr wollten noch 64 Prozent Olympia an die Elbe holen. Doch die Begeisterung bröckelte zusehends. Flüchtlingskrise, Terroranschläge in Paris, abgesagtes Fußball-Länderspiel in Hannover, DFB-Affäre, FIFA-Skandal, flächendeckendes Doping in der russischen Leichtathletik - das alles sorgte für Nachdenklichkeit, Verunsicherung und Abkehr von sportlichen Idealen. "Alles, was über 50 Prozent an Zustimmung liegt, gilt unter Demokraten als Legitimation weiterzumachen", hatte DOSB-Präsident Alfons Hörmann gesagt und damit die Gratwanderung vorausgesehen.


    Mit der Entscheidung gegen eine Bewerbung ist auch eine stärkere Förderung des Leistungssports in Deutschland durchgefallen. Der DOSB hatte auf eine Kehrtwende gehofft. Seit der Wiedervereinigung ist die Medaillen-Ausbeute der Athleten mit dem Bundesadler
    ZITAT
    Wir sind mit Hamburg aufgebrochen, um Sportdeutschland neue Perspektiven zu geben - diese Chance für die nächste Generation ist nun nicht gegeben.
    Alfons Hörmann
    auf der Brust stetig geringer geworden. Bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona gewannen die Deutschen 82 Medaillen, bei den Spielen 2012 in London ware es nur noch 44. Olympische Spiele im eigenen Land sind wie ein Katalysator für die Entwicklung der Spitzensports. Schließlich will der Gastgeber nicht nur mit modernen Sportanlagen und einem funktionierenden Nahverkehr auffallen.

    Hörmann tief enttäuscht

    DOSB-Präsident Alfons Hörmann stand die Erschütterung im Rathaus ins Gesicht geschrieben. "Für Sportdeutschland ist das Ergebnis ein herber Tief- und Rückschlag. Wir sind mit Hamburg aufgebrochen, um Sportdeutschland neue Perspektiven zu geben - diese Chance für die nächste Generation ist nun nicht gegeben."


    Das Ziel sei es nun, den Sport ohne die Vision der Olympischen Spiele weiterzuentwicklen: "Auf diesem Weg haben wir nun tendenziell mit Gegenwind anzutreten." Eine deutsche Anschlussbewerbung für 2028 hält Hörmann für unrealistisch: "Offensichtlich passen der olympische Gedanke und Deutschland im Moment nicht zusammen."

    Die verbliebenen Bewerber

    Los Angeles (USA)
    Einwohnerzahl: 3.928.864
    Olympia-Ausrichter: 1932 und 1984
    gescheiterte Bewerbungen: 1924 (Paris), 1928 (Amsterdam), 1948 (London), 1952 (Helsinki), 1956 (Melbourne), 1960 (Rom), 1976 (Montreal), 1980 (Moskau)
    geplantes Budget: 5,1 Milliarden Euro
    Status: Mitfavorit

    Paris (Frankreich)
    Einwohnerzahl: 2.240.621
    Olympia-Ausrichter: 1900 und 1924
    gescheiterte Bewerbungen: 1956 (Melbourne), 1992 (Barcelona), 2008 (Peking) und 2012 (London)
    geplantes Budget: 6,2 Milliarden Euro
    Status: Mitfavorit

    Rom (Italien)
    Einwohnerzahl: 2.863.322
    Olympia-Ausrichter: 1960, (1908 wegen des Ausbruchs des Vesuvs Spiele zurückgegeben)
    gescheiterte Bewerbungen: 1924 (Paris), 1936 (Berlin), 1940 (Tokio/Helsinki), 1944 (London), 2004 (Athen), 2020 (Bewerbung zurückgezogen/Tokio)
    geplantes Budget: 6,4 Milliarden Euro
    Status: Außenseiter

    Budapest (Ungarn)
    Einwohnerzahl: 1.735.711
    Olympia-Ausrichter: noch nie
    gescheiterte Bewerbungen: 1916 (Berlin), 1920 (Antwerpen), 1936 (Berlin), 1940 (Tokio/Helsinki), 1944 (London), 1960 (Rom)
    geplantes Budget: 2,5 Milliarden Euro
    Prognose: Außenseiter

    DOSB versprach "Gutes für den Sport

    "Wir wollen Sport-Deutschland mit dem Projekt Gutes tun", hatte Hörmann vorab geworben. Von neuen finanziellen und personellen Zuwendungen sollte auch der
    Links
    Olympia-Wahlkampf: Prominente Befürworter in Mehrheit Olympische Entwicklungsspiele Zustimmung der Hamburger wackelt Olympia und Paralympics
    Breitensport profitieren, der Erweiterung und Sanierung der Hallen und Anlagen fordert. Zudem wollte der DOSB mit Olympia in Hamburg die Schieflage im Sport bekämpfen. "Es geht darum, in der Zwei-Klassen-Gesellschaft zwischen dem erfolgreichen Profifußball und den anderen Sportarten ein annäherndes Gleichgewicht zu schaffen", sagte Hörmann. Der DFB will sich um die EM 2024 bewerben.


    Im Wettstreit um Olympia müssen die Bewerber Paris, Los Angeles, Rom und Budapest - sie fragen ihre Einwohner allesamt nicht um Zustimmung - Hamburg nicht mehr fürchten. Das Konzept der kompakten Spiele in der Innenstadt mit dem Herz aus Olympiastadion, olympischem Dorf und Olympia-Halle auf einer Elbinsel hätte sich von anderen Konzepten deutlich unterschieden.

    Fakten zur Hamburger Olympia-Bewerbung

    Fahrplan

    Choreographie für die Bewerbung zu den Olympischen Spielen von Hamburger Fußballfans

    29. November 2015: Beim Referendum entscheiden die Hamburger über Ja oder Nein zu Spielen 2024 in der Hansestadt.
    8. Januar 2016: Die Frist für die Abgabe der ersten Bewerbungsunterlagen beim IOC läuft aus. Die Städte müssen zu diesem Zweck das sogenannte "Mini bid-book" mit einem Umfang von rund 80 Seiten vorlegen. Gefordert sind zudem Antworten auf 25 Fragen zu einer Reihe von Themenkomplexen ("application file") sowie Garantien zur staatlichen Unterstützung der Bewerbung.
    April/Mai 2016: Das IOC wählt auf der Grundlage der "Mini Bid Books" die Candidate Cities aus.
    Mai 2016: Die Kandidatenstädte erhalten weitere Fragebögen des IOC.
    5. - 21. August 2016: Die Kandidatenstädte nehmen bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro am offiziellen Beobachterprogramm des IOC teil.
    Januar 2017: Die Frist für die Vorlage der vollständigen Bewerbungsunterlagen beim IOC endet. Alle Kandidatenstädte reichen bis zu diesem Tag das sogenannte "Bid Book" ein. Es muss detaillierte Angaben zu den Sportstätten, zum Olympischen Dorf, zum Transportkonzept, zur Unterbringung der Gäste, sowie zu Sicherheits-, Umwelt- und Marketingfragen enthalten. Zudem verlangt das IOC eine Reihe von Garantien, die erfüllt werden müssen.
    Februar/März 2017: Die IOC-Evaluierungskommission besucht die offiziellen Kandidatenstädte. Die in der Folge erstellten formellen Berichte dienen den IOC-Mitgliedern später als Entscheidungshilfe bei der Auswahl der Olympiastadt 2024.
    Juni 2017: Die IOC-Evaluierungsberichte zu den verschiedenen Kandidatenstädten und ihren Konzepten werden offiziell vorgestellt. Alle Candidate Cities haben die Gelegenheit, am Rande einer IOC-Sitzung ihre Konzepte in den technischen Details zu präsentieren. Dann folgt noch einmal eine Präsentation der Vision vor der IOC-Mitgliederversammlung.
    Sommer/Herbst 2017: Die IOC-Mitglieder entscheiden bei der 130. Session in Lima/Peru, welche Stadt Gastgeber der Olympischen Spiele 2024 wird.

    Sportstätten

    Modell des geplanten Olympiastadions in Hamburg

    23 Sportstätten sind bereits vorhanden, sie müssten saniert und modernisiert werden. Fünf Anlagen sollen neu gebaut werden. Acht Austragungsorte sollen nur für den Wettkampf genutzt werden. Die Sportstätten und ihre Zuschauerkapazität bei den Olympischen Spielen:

    In Hamburg:

    • Olympiastadion (Foto): Eröffnungs- und Schlussfeier, Leichtathletik, Moderner Fünfkampf (Neubau auf dem Kleinen Grasbrook, soll 60.000 Sitzplätze umfassen)
    • Olympia-Schwimmhalle: Schwimmen, Synchronschwimmen, Wasserspringen (Neubau auf dem Kleinen Grasbrook, soll 12.000 Sitzplätze umfassen)
    • Olympia-Halle: Kunstturnen, Trampolin, Basketball, Rollstuhl-Basketball (Neubau auf dem Kleinen Grasbrook, soll 15.000 Sitzplätze umfassen)
    • Messehallen: Badminton, Para-Badminton, Rhythmische Sportgymnastik, Taekwondo, Judo, Ringen, Boxen, Basketball, Rollstuhl-Basketball, Rollstuhl-Rugby, Handball, Goalball Tischtennis (Hallen mit 5000 bis 10.000 Sitzplätzen)
    • Millerntor-Stadion (mit Nebenplätzen): Hockey, Fußball (25.000 Sitzplätze)
    • Rotherbaum-Stadion (mit Nebenplätzen): Tennis, Rollstuhl-Tennis (22.000 Sitzplätze)
    • Sporthalle Hamburg: Fechten (4000 Sitzplätze)
    • Volksparkstadion: Fußball (Finale), Rugby (50.000 Sitzplätze)
    • Arena an Inselparkhalle: Wasserball (5000 Sitzplätze)
    • Inselparkhalle: Rollstuhl-Fechten (3000 Sitzplätze)
    • Stadtpark: Bogenschießen (4000 Sitzplätze)
    • Klein Flottbek: Springreiten, Dressurreiten (16.000 Sitzplätze)
    • Stellingen: Bahnrad, BMX (Neubau, soll 5000 Sitzplätze umfassen)
    • Francop: Mountainbike (2000 Sitzplätze)
    • Dove-Elbe: Rudern, Kanu-Sprint, Para-Kanu (12.000 Sitzplätze)
    • Barclaycard-Arena: Volleyball (15.000 Sitzplätze)
    • Congress Center Hamburg, Halle H: Gewichtheben, Powerlifting (5000 Sitzplätze)
    • Stadtgebiet: Triathlon, Marathon, Gehen, Straßenradrennen
    • Beachvolleyball (12.000 Sitzplätze, noch nicht festgelegt)
    • Schießen (noch nicht festgelegt)

    Außerhalb Hamburgs:

    • Golf: Gut Kaden in der Nähe Hamburgs
    • Segeln: Kiel-Schilksee (20.000 Sitzplätze)
    • Kanu: Markkleeberg bei Leipzig

    Kosten

    Modell-Stadion für Olympia 2024 in Hamburg

    700 Einzelprojekte umfassen folgende geplante Kosten:

    • Stadien und Hallen: 1,97 Milliarden
    • Olympisches Dorf: 1,66 Milliarden
    • Verkehrsinfrastruktur: 2,1 Milliarden
    • Umsiedlung der Hafenflächen: 1,3 Milliarden
    • Sicherheit: 461 Millionen
    • Segelregatten in Kiel: 146 Millionen Euro

    Gesamtkosten: 11,217 Milliarden Euro

    Erlöse: 3,814 Milliarden Euro

    Kosten für Steuerzahler: 7,403 Milliarden Euro

    • davon Bund: 6,2 Milliarden Euro (schriftliche Zusagen stehen noch aus)
    • davon Hamburg: 1,2 Milliarden (200 Millionen jährlich ab 2018)

    Nicht berücksichtigt: 1,14 Milliarden bis 2040 für Rückbau und die Weiterentwicklung insbesondere des neu entstehenden Stadtteils OlympiaCity

    Konkurrenten

    PARIS

    • Bisherige Olympia-Austragungen: 1900, 1924
    • Gescheiterte Bewerbungen: 1992, 2008, 2012
    • Budget: 6,2 Milliarden Euro
    • Bewerbung: Nach 100 Jahren will Paris die Olympischen Spiele wieder beheimaten. Schon bei der Bewerbung um Olympia 2012 war Frankreichs Hauptstadt dicht dran, verlor aber knapp gegen London. Zum Konzept gehört auch Marseille, vor der Küste sollen die Segelwettbewerbe stattfinden.

    LOS ANGELES

    • Bisherige Olympia-Austragungen: 1932, 1984
    • Gescheiterte Bewerbungen: 1924, 1928, 1948, 1952, 1956, 1976, 1980
    • Budget: 5,1 Milliarden Euro
    • Bewerbung: Nach dem Rückzug von Boston schickte das Nationale Olympische Komitee der USA Los Angeles ins Rennen. "Das ist nicht unsere erste Bewerbung, das haben wir im Blut", sagte Bürgermeister Eric Garcetti. Die Spiele 1984 brachten einen Überschuss von 250 Millionen Dollar. 80 Prozent der Sportstätten seien bereits in Gebrauch.

    ROM

    • Bisherige Olympia-Austragungen: 1960
    • Gescheiterte Bewerbungen: 1924, 1936, 2004
    • Budget: 6 Milliarden Euro
    • Bewerbung: Für 2020 wurde die Bewerbung aus finanziellen Gesichtspunkten zurückgezogen. Diesmal propagieren die Verantwortlichen einen transparenten Finanzplann. Mehrere italienische Städte und Gebiete wie Florenz, Neapel oder Sardinien sollen in das Konzept einbezogen werden.

    BUDAPEST

    • Bisherige Olympia-Austragungen: keine
    • Gescheiterte Bewerbungen: keine
    • Budget: 2,5 Milliarden Euro
    • Bewerbung: Budapest zeigte schon öfter Interesse. Im Parlament gab es diesmal eine Mehrheit von 80 Prozent für die Bewerbung. In der Bevölkerung ist die Zustimmung deutlich geringer. Das Event ist im südlichen Stadtteil Buda geplant. Das Olympische Dorf könnte auf der Donau-Insel Csepel errichtet werden.

    (Quelle: dpa)

    Links

    Rückblick: Deutsche Olympia-Bewerbungen

    Den Spielen von Garmisch-Partenkirchen und Berlin (beide 1936) sowie München (1972) stehen sechs gescheiterte Bewerbungen gegenüber. Zuletzt zerplatzte Ende 2013 der Traum von Winter-Olympia 2022 in München an einem Bürgerbegehren.

    Olympische Spiele in Deutschland:

    • 1936 Garmisch-Partenkirchen (Winter)
    • 1936 Berlin (Sommer)
    • 1972 München (Sommer)

    Gescheiterte Bewerbungen:

    • Garmisch-Partenkirchen für 1960 (Winter)
    • Berchtesgaden für 1992 (Winter)
    • Berlin für 2000 (Sommer)
    • Leipzig für 2012 (Sommer)
    • München für 2018 (Winter, mit Garmisch-Partenkirchen und Königssee)
    • München 2022 (Winter, mit Garmisch-Partenkirchen, Berchtesgaden, Ruhpolding - allerdings vor offizieller Bewerbung durch negatives Bürgervotum)

    Garmisch-Partenkirchen war auch 1940 als Ausrichter der Winterspiele vorgesehen. Diese hätten zunächst in Sapporo/Japan stattfinden sollen, wurden aber am 16. Juli 1938 nach dem Ausbruch des zweiten japanisch-chinesischen Krieges abgesagt. Am 3. September 1938 erhielt zunächst St. Moritz/Schweiz den Zuschlag. Nach Streitigkeiten zwischen dem Organisationskomitee und dem IOC wurden die Spiele St. Moritz am 9. Juni 1939 wieder entzogen und Garmisch-Partenkirchen zugesprochen. Die Absage erfolgte drei Monate später nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. (Quelle: sid)

    29.11.2015, Quelle: dpa, sid
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