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DFB-Pokal-Finale | Borussia Dortmund Klopps BVB: Leises Ende für sieben Jahre "echte Liebe"

  • Video Wolfsburg ist Pokalsieger
  • Video Fanströme BVB gegen FCB
  • Bilderserie Immer Emotionen pur: Jürgen Klopp
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    VfL Wolfsburg

    Der VfL Wolfsburg hat im Finale Borussia Dortmund besiegt und zum ersten Mal in seiner Geschichte den DFB-Pokal geholt. Der VfL gewann gegen den BVB mit 3:1, verdarb damit Jürgen Klopp den Abschied.

    (30.05.2015)
    VideoFanströme BVB gegen FCB
    Fans von Dortmund und München (animiert)

    Fans beider Vereine kommen aus der ganzen Welt. Der Ansturm auf den Fußball-Tempel bringt Dortmunds Straßen und Schienen zum Glühen. (Aus: "Deutschland von oben 4: Stadt")

    (17.05.2015)
    BilderserieImmer Emotionen pur: Jürgen Klopp
    (27.05.2015)

    Kurzmeldung

    • 22:35 Uhr 30.05.2015Kurzmeldung

      Kein Glück für Klopp im letzten Spiel 22:35 Uhr 30.05.2015
      Jürgen Klopp ist in seinem letzten Spiel als Trainer von Borussia Dortmund ein weiterer großer Triumph verwehrt geblieben. "Glückwunsch an Dieter Hecking, an die Spieler und an den VfL Wolfsburg", sagte Klopp nach dem 1:3 im Pokalfinale von Berlin. Seiner Mannschaft habe in den entscheidenden Situationen das nötige Glück gefehlt, dennoch sei der Sieg der Wölfe verdient, so der Coach. Nach sieben erfolgreichen Jahren mit dem Gewinn von zwei Meisterschaften und einem Pokalsieg hatte Klopp vor einigen Wochen überraschend angekündigt, die Borussia zum Saisonende zu verlassen.

    • 22:49 Uhr 30.05.2015Kurzmeldung

      Nur Fan-Duell geht an den BVB 22:49 Uhr 30.05.2015
      Das Fan-Duell vor dem Anpfiff zum Pokal-Endspiel im Berliner Olympiastadion hatte Borussia Dortmund klar für sich entschieden. Aber auch bei Tränen und Trauer nach der Niederlage gegen Wolfsburg dominierten die schwarz-gelben Fans die Hauptstadt. 30.000 Anhänger waren alleine zum Public-Viewing auf das Tempelhofer Feld gekommen. In Wolfsburg versammelten sich nur rund 3000 Fans vor dem Rathaus. In Berlin kamen am Hauptbahnhof immerhin rund 2000 zusammen. Auf dem Platz fielen die Kräfteverhältnisse anders aus. Nach dem 3:1 jubelte am Ende die grün-weiße Minderheit über den Pokalsieg.

    • 22:02 Uhr 30.05.2015Kurzmeldung

      Siebter Pokal-Sieg für Klaus Allofs 22:02 Uhr 30.05.2015
      Sportchef Klaus Allofs vom VfL Wolfsburg hat mit dem Gewinn des DFB-Pokals einen Rekord aufgestellt. Allofs hat durch den 3:1-Sieg im Finale gegen Borussia Dortmund als erster überhaupt mit vier verschiedenen Klubs den Pokal gewonnen. Als Profi holte der 58-Jährige bereits mit Fortuna Düsseldorf (1979 und 1980), dem 1.FC Köln (1983) und Werder Bremen (1991) den Cup. Als Werder-Manager gelangen ihm später noch zwei weitere Triumphe (2004 und 2009). Der Sieg mit Wolfsburg ist sein siebter Pokalerfolg. Mit Olympique Marseille holte er 1989 zudem den französischen Pokal.

    von Patrick Brandenburg

    Mit einer Finalniederlage im DFB-Pokal geht die Ära Jürgen Klopp bei Borussia Dortmund zu Ende. Ernüchternd, unspektakulär und fast ein wenig unangemessen. Für ein schwarz-gelbes Happy End war einfach kein Platz. Dem Mythos des Trainers wird das aber nicht schaden. 

    Es regnete goldenes Lametta und Konfetti bei Jürgen Klopps Abschied, doch der Schmuck im Berliner Olympiastadion galt nicht dem Trainer, und auch nicht seinem BVB. Als die klare 1:3-(1:3)-Pleite im 72. DFB-Pokalfinale gegen den VfL Wolfsburg feststand, schlich der 47-Jährige klatschend zum schwarz-gelben Anhang am Marathon-Tor. Erst solo, dann mit der Mannschaft. Letzte Grüße aus einem Trauermarsch. Mit Trennungsschmerz, den sich wohl alle anders vorgestellt hatten. Später ein letzter Blick auf den verpassten Pott, viele Umarmungen und ein finaler Zoff mit dem TV-Moderator. Dann war sie nach sieben bewegten Jahren vorbei: die große Liebesgeschichte zwischen der Dortmunder Borussia und ihrem außergewöhnlichen Trainer.

    Borussia-Blues

    Zumindest offiziell, denn natürlich wird Klopp auch ohne Happy End und Fahrt auf dem offenen Lkw um den Borsigplatz einen Platz im kollektiven Gedächtnis aller BVB-Fans behalten. Oder im Borusseum, jener Schatzkammer für Trophäen und Anekdoten im früheren Westfalenstadion, die nach dem frühen Führungstor durch Pierre-Emerick Aubameyang sogar kurz eine Vitrine für den DFB-Pokal 2015 bereitzuhalten schien.

    Eine intensive Zeit geht zu Ende, mit Meisterschaften, historischem Double und einem Finale in der Champions League. Auch auf die epischen Duelle mit Real Madrid, das Malaga-Wunder und andere magische Momente können Trainer, Klub und Fans zurückblicken, wenn nun der Borussia-Blues einsetzt und nach und nach weitere Helden dieser Ära abtreten.

    Immer am Limit

    In dieser Saison war der Zauber verflogen, von daher passte das Ende gegen klar überlegene Wolfsburger ins Bild. Aber Klopp und Borussia, diese Verbindung hat einfach gepasst. "Wir wären mit keinem anderen Trainer auf dem Planeten so erfolgreich gewesen", sagte BVB-Chef Hans-Joachim Watzke. Berufsoptimist Klopp gab den Dortmundern den Glauben an Erfolg zurück. Er war so lange Trainer dort wie kein anderer vor ihm und hat den Klub geprägt.

    Die Hungrigen und Hoffnungsvollen, aber auch die Zweifler und Nörgler: Menschenfänger Klopp hat sie alle eingesammelt auf dem Weg in ein neues BVB-Zeitalter. Mit atemberaubendem Vollgasfußball, aber auch mit seiner Persönlichkeit. Immer am Limit und mit offenem Visier, auch wenn er beizeiten klar übers Ziel hinaus schoss. So wie noch am letzten Arbeitstag beim Streit vor laufender Kamera mit Moderator Gerhard Delling, den er maßregelte. Charmant und geistreich kann Klopp sein, aber auch ruppig und rau.

    Mythos Klopp

    Wenn der erste Frust über die verkorkste Saison 2014/15 verraucht ist, werden die Fans mit feuchten Augen auch auf die kleinen Gänsehaut-Momente ihrer Ikone zurückschauen, etwa die Youtube-Klassiker: Klopps witzige Presse-Konferenzen, oder die Stand-Up-Comedy mit Arnd Zeigler nach einer 4:0-Gala in Hannover im Jahr 2010.

    Die Fans werden sich erinnern, wie Klopp an der Seitenlinie tobt oder Tore bejubelt. Wie er dabei in Köln sogar einen Fan auf der Tribüne umrennt, in München die eigene Brille zerbricht oder beim zweiten Meistertitel Shinji Kagawa entgegenrutscht. Sie werden an die Siegerfaust denken, oder Sätze, die mit "überragend" oder "brutal" beginnen. Hunderte solcher Details haben den Mythos Klopp in Dortmund begründet, der nun ins Museum gehört. 

    Fans müssen loslassen

    "Wir sind alle ein bisschen verknallt in diesen Klub" - dem Coach nahm man diese Liebeserklärung ab. Dass er noch am Tag seines Rücktritts über ein Comeback redete, unterstreicht die einmalige Geschichte, die sich als "Echte Liebe" in den vergangenen Jahren prima vermarkten ließ. Klopp wird sein Haus in Herdecke vorsorglich behalten, drei BVB-Dauerkarten kommen ins Reisegepäck. Die Trennungs-Arbeit steht nun den Fans bevor. Auch sie müssen ohne Wehmut loslassen. Paradoxerweise macht es der leise Abschied in Berlin vielleicht sogar leichter. Aber schon bald wird ihr "Kloppo" anderswo an der Linie rumbrausen und - ganz Profi - Spieler, Chefs und Anhänger eines Konkurrenz-Klubs bezirzen. Das wird dann noch mal ein komisches Gefühl werden, wenn der Ex eine Neue hat.

    Dortmund - VfL Wolfsburg 1:3 (1:3)

    Borussia Dortmund: Langerak - Durm (68. Blaszczykowski), Subotic, Hummels, Schmelzer - Kehl (68. Piszczek), Gündogan - Mchitarjan, Kagawa, Reus (79. Immobile) - Aubameyang

    VfL Wolfsburg: Benaglio - Vieirinha, Naldo, Klose, Rodriguez - Luiz Gustavo, Arnold (81. Schürrle) - Perisic (74. Guilavogui), De Bruyne, Caligiuri (85. Träsch) - Dost

    Schiedsrichter: Brych (München)

    Zuschauer: 75.815 (ausverkauft)

    Tore: 1:0 Aubameyang (5.), 1:1 Luiz Gustavo (22.), 1:2 De Bruyne (33.), 1:3 Dost (38.)

    Stimmen zum DFB-Pokalfinale

    Jürgen Klopp

    "Wir haben vieles richtig gemacht, aber wir hatten bei unseren Aktionen gar kein Glück. Ich gönne es Dieter Hecking und dem VfL Wolfsburg, sie haben verdient gewonnen. Aber für uns war die Niederlage unnötig. Tja, jetzt sind wir Zweiter geworden. Bei Olympia fühlt sich das besser an als beim DFB-Pokal"

    Dieter Hecking

    "Es war von der ganzen Mannschaft eine hervorragende Leistung. Wir haben hinten versucht gut zu stehen, aber wir wissen auch, dass wir offensiv viel Qualität haben. Am Anfang hat man unsere Unerfahrenheit bei Finals gesehen."

    Klaus Allofs

    "Die Mannschaft hat nach schnellem Rückstand toll reagiert. Wenn man sich weiter entwickeln will, gehören solche Erfolge, solche Titel dazu."

    Sebastian Kehl

    "Fußball ist kein Wunschkonzert. Man muss sagen, dass die Wolfsburger über 90 Minuten besser waren und am Ende verdient gewonnen haben. In der zweiten Halbzeit haben wir nicht mehr den Dreh gefunden. Es ist sehr, sehr bitter, mit einer Niederlage die Karriere zu beenden."

    Diego Benaglio

    "Wir haben uns für eine richtig gute Saison belohnt,. Wir sind schwer ins Spiel gekommen, haben aber die richtige Antwort gefunden und verdient gewonnen."

    Bas Dost

    "Dortmund hat 1:0 geführt und hatte die Chance zum 2:0. Was wir dann gezeigt haben, war eine Superleistung. Das ist Geschichte, das ist überragend."

    31.05.2015
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