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Olympische Jugendspiele in Norwegen Kräftemessen der (künftigen) Sportstars

  • Video Seidel: "Mein Ziel sind die Top 5"
  • Video Bach: "Begeisterung in Vereine tragen"
  • VideoSeidel: "Mein Ziel sind die Top 5"
    Shorttrackerin Anna Seidel peilt bei den Weltjugend-Spielen in Lillehammer über 1000 Meter eine Platzierung unter den ersten 5 an. Susanne Simon sprach mit der 17-Jährigen.

    Shorttrackerin Anna Seidel peilt bei den Weltjugend-Spielen in Lillehammer über 1000 Meter eine Platzierung unter den ersten Fünf an. Susanne Simon sprach mit der 17-Jährigen.

    (13.02.2016)
    VideoBach: "Begeisterung in Vereine tragen"
    Im norwegischen Lillehammer finden derzeit die Olympische Jugend-Winterspiele statt. IOC-Präsident Thomas Bach im Interview mit Susanne Simon.

    Im norwegischen Lillehammer finden derzeit Olympische Jugend-Winterspiele statt. IOC-Präsident Thomas Bach im Interview mit Susanne Simon.

    (13.02.2016)

    von Lars Becker

    Die Olympischen Winterspiele 1994 in Lillehammer gelten immer noch als die wohl schönsten aller Zeiten. Exakt 22 Jahre später haben in der norwegischen Stadt die Olympischen Jugendspiele begonnen. 

    Anna Seidel ist der "Star" im deutschen Team für Lillehammer. Die 17-Jährige ist 2014 in Sotschi schon bei den Olympischen Spielen gestartet, schaffte in diesem Winter als Zweite und Dritte im Weltcup die besten Ergebnisse für die deutschen Shorttrack-Damen in der Geschichte. Trotzdem wollte sie unbedingt bei diesen Olympischen Winter-Jugendspielen in Norwegen dabei sein. Das sagt einiges über die Anziehungskraft dieser "jugendlichen Variante" der Olympischen Spiele aus, die nach Singapur (Sommer/2010), Innsbruck (Winter/2012) und Nanjing (Sommer/2014) erst zum vierten Mal stattfindet.

    Besonderes Flair, große Gastfreundschaft

    Nun also Lillehammer, ein beschaulicher Ort, der in der Geschichte der Olympischen Spiele einen besonderen Platz hat. Noch heute schwärmt einer wie Markus Wasmeier, der dort 1994 mit Doppelgold zum Sporthelden wurde, vom besonderen Flair dieser Winterspiele. Genau wie das strahlende Winterwetter sei die norwegische Gastfreundschaft einmalig gewesen: "Ich und meine Familie haben sich hier wirklich heimisch gefühlt." In heutigen Zeiten des olympischen Gigantismus wäre die 27.000-Einwohner-Stadt zu klein für Olympische Winterspiele. Also wurde auf die angedachte neuerliche Olympia-Bewerbung verzichtet und stattdessen die Jugendspiele als Trostpflaster geholt.

    ZITAT
    Es geht darum, Erfahrungen zu sammeln und die Persönlichkeit weiterzuentwickeln.
    Dirk Schimmelpfennig
    Es ist zweifellos ein guter Platz für den Treff der etwa 1100 (künftigen) Wintersport-Stars aus cirka 70 Nationen zwischen 14 und 18 Jahren. "Es ist für die jungen Athleten etwas Besonderes, in einer solch traditionellen Umgebung an den Olympischen Jugendspielen teilzunehmen", sagt Dirk Schimmelpfennig als deutscher Chef de Mission. Schon traditionell gibt es im Gegensatz zu den Olympischen Spielen kein Medaillenziel für das junge deutsche Team. "Das ist eine Zwischenetappe, es soll nicht der Eindruck entstehen, dass die Olympischen Jugendspiele der Höhepunkt der sportlichen Laufbahn sind. Es geht darum, Erfahrungen zu sammeln und die Persönlichkeit weiterzuentwickeln", so Schimmelpfennig.

    Klassische Disziplinen und innovative Formate

    ZITAT
    Es geht um kulturellen Austausch, darum, seinen Horizont zu erweitern.
    Saskia Langer
    Nach dieser Idee hatte Jacques Rogge, Vorgänger von Thomas Bach als Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die Jugendspiele einst als sein Vermächtnis konzipiert. Deshalb gibt es auch nicht nur traditionelle Wintersport-Wettbewerbe in klassischen Disziplinen, sondern auch innovative Formate. Monobob, geschlechtsübergreifende Entscheidungen und Teamwettbewerbe teilweise mit Athleten aus unterschiedlichen Nationen in einer Mannschaft sollen zur Verständigung der Jugend aus aller Welt beitragen. Genau wie die beiden Olympischen Jugenddörfer in Lillehammer und Hamar sowie das Kultur- und Bildungsprogramm ("Learn & Share Activities").

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    "Dieses Programm ist der große Unterschied zu den Olympischen Spielen", sagt Saskia Langer. Sie war als Rodlerin selbst bei den ersten Winter-Jugendspielen in Innsbruck und briefte die Lillehammer-Teilnehmer im Vorfeld der Reise über die Möglichkeiten dieses Programms: "Es geht um kulturellen Austausch, darum, seinen Horizont zu erweitern und den zwischenmenschlichen Kontakt in den Mittelpunkt zu rücken. Meine Aufgabe ist es, ein gutes Gleichgewicht zu schaffen zwischen der Kultur und dem Sport." Am Ende wird sich der sportliche Ehrgeiz aber sicher trotzdem bei den meisten durchsetzen. Nicht umsonst stand Deutschland 2012 mit achtmal Gold an der Spitze des Medaillenspiegels.

    Sprungbrett zur Weltspitze

    Einige der Champions von damals haben es inzwischen schon in die Weltspitze geschafft. Die dreimalige Goldgewinnerin Franziska Preuß (21) holte bei der Biathlon-WM letztes Jahr Gold und Silber. Skispringerin Katharina Althaus (19), die 2012 in Innsbruck zu Gold und Silber flog, wurde 2015 Mixed-Weltmeisterin mit den Olympiasiegern und Weltmeistern Severin Freund und Carina Vogt. Es ist genau der Weg von den Jugendspielen zu großen Triumphen, den auch Anna Seidel gehen will.

    Die Deutsche Jugend-Olympiamannschaft

    Bob: Vivian Bierbaum (RBSV Sachsen), Laura Nolte (BSC Winterberg), Jonas Jannusch (RRVSonneberg-Schalkau)

    Rennrodeln: Tina Müller (RRC Altenberg), JessicaTiebel (RRC Altenberg), Paul Gubitz (RRC Zella-Mehlis), Paul-LukasHeider (RC Ilmenau), Hannes Orlamünder (RRC Zella-Mehlis)

    Skeleton: Hannah Neise (BSC Winterberg), Florian Heinrich (BSC Oberbärenburg), Robin Schneider (RC Ilmenau)

    Eiskunstlauf, Einzel: Annika Hocke (SCC Berlin); Eistanzen: Charise Matthaei (Sportclub Berlin), Maximilian Pfisterer (ERCMünchen)

    Eisschnelllauf: Pia-Leonie Kirsakal, Lea Scholz (beide TSC Berlin), Ole Jeske (EV Dresden), Lukas Mann (ESC Berlin)

    Short Track: Anna Seidel (EV Dresden), Moritz Kreuseler (ET Rostock)

    Eishockey, Skills Challenge: Tabea Botthof (TSV Erding), Erik Betzold (KEC Die Haie)

    Biathlon: Juliane Frühwirt (SV Motor Tambach-Dietharz), Franziska Pfnür (SK Ramsau), Simon Groß (SC Ruhpolding), Danilo Riethmüller (WSV Clausthal-Zellerfeld)

    Freestyle, Ski Cross: Celia Funkler (TG Tuttlingen), Cornel Renn (SV Hindelang). Ski Slopestyle: Anna-Maria Wocher (SC Prien), Moritz Neuhauser (TV Kempten)

    Skilanglauf: Anna-Maria Dietze (Pulsschlag Neuhausen e.V.), Celine Mayer (SC Oberstdorf), Chris Ole Sauerbrey (SC Steinbach-Hallenberg), Philipp Unger (SV Stützengrün)

    Nordische Kombination: Tim Kopp (VSC Klingenthal)

    Ski alpin: Katrin Hirtl-Stanggaßinger (WSV Königssee), Lucia Rispler (SV Casino Kleinwalsertal), Anton Grammel (SC Kressbronn), Jonas Stockinger (SC Herzogsreut)

    Skispringen: Agnes Reisch (WSV Isny), Jonathan Siegel (SV Baiersbronn)

    Snowboard, Cross: Jana Fischer (SC Löfflingen), Sebastian Pietrzykowski (WSV Ebingen). Halfpipe: Christoph Lechner (SC Ostin)

    (44 gesamt – 21 Mädchen/23 Jungs)

    13.02.2016
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