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Handball-EM | Deutschland - Schweden Sollbruchstellen des Gegners nutzen

  • Video Andreas Wolff - Geheimwaffe des DHB
  • Video Wolff: "Niederlage kein Beinbruch"
  • Interaktiv Liveticker zur Handball-EM
  • VideoAndreas Wolff - Geheimwaffe des DHB
    Andreas Wolff

    Torhüter Andreas Wolff konnte trotz starker Paraden die EM-Auftaktniederlage gegen Spanien nicht verhindern. Für das DHB-Team ist aber noch alles drin und Wolff könnte eine entscheidende Rolle spielen

    (17.01.2016)
    VideoWolff: "Niederlage kein Beinbruch"
    Andreas Wolff

    Torhüter Andreas Wolff analysiert im Interview das Spiel gegen Spanien und ordnet die Niederlage ein. Außerdem gibt er sich selbstkritisch bezüglich seines doch sehr starken Turnier-Debüts.

    (17.01.2016)
    InteraktivLiveticker zur Handball-EM
    (Quelle: ZDF)

    von Erik Eggers

    Nach der Auftaktniederlage gegen Spanien stehen die deutschen Handballer am zweiten Spieltag gegen Schweden (20.15 Uhr/live in der ARD) unter starkem Druck. Mut macht vor allem der junge Torwart Andreas Wolff (Wetzlar), der sofort Topleistung abrief. 

    Über die 90 Sekunden nach Wiederanpfiff brüteten sie noch lange. „Wir hatten ja das Momentum auf unserer Seite“, sagte Kreisläufer Erik Schmidt (Hannover). Die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) hatte vor dem Pausenpfiff vier Tore in Folge erzielt und nun startete sie beim Stand von 15:18 mit einer 5:3-Überzahl, für einige Sekunden spielten sie sogar Sechs gegen Drei.

    Gelassenheit fehlt noch

    Doch dann regierte die Hektik, Tobias Reichmann scheiterte aus schlechtem Winkel mit einem Dreher am spanischen Keeper.  Als der erste Spanier wieder aufs Feld stürmte fingen sie
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    sich sogar ein Gegentor. Das Momentum war hin. „Das war ein halber Beinbruch“, analysierte Schmidt. Danach verwalteten die Iberer den Vorsprung recht clever und fügten dem Team von Dagur Sigurdsson die erste EM-Niederlage zu. „Wir sind noch nicht die abgezockte Mannschaft wie Spanien“, lautete das Fazit von Schmidt.


    Über diese  90 Sekunden im ersten Spiel sollten sie nicht lange nachdenken. Denn im zweiten Gruppenspiel gegen Schweden (20.15 Uhr, live in der ARD) geht es schon fast um alles. Bei einer Niederlage droht das Vorrunden-Aus. Das Halbfinale, von dem Profis wie Kreisläufer Hendrik Pekeler träumten, wäre fast unerreichbar.

    "Leistung hat gestimmt"

    Sigurdsson indes glaubt weiter an seine Mannschaft. „Wir sind nicht gebrochen und haben 
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    Charakter gezeigt, obwohl wir weit zurücklagen. Ich glaube, wir werden den Weg weiter gehen“, sagte der Isländer am Tag nach der Auftaktniederlage. „Die Leistung hat gestimmt, die Einstellung auch.“


    Hoffnung macht den Spielern und Trainern, dass Schweden nicht ganz das große Kaliber der Spanier besitzt. „Schweden hat eine ganz starke Abwehr und überragende Torhüter“, sagt Sigurdsson, speziell Keeper Mattias Andersson zählt seit Jahren zu den besten. Und Abwehrchef Tobias Karlsson, der wie Andersson in Flensburg sein Geld verdient, ist vielleicht der beste Defensivspezialist der Welt.

    Sollbruchstellen nutzen

    Doch Schweden hat auch Sollbruchstellen, weiß Sigurdsson: „Die haben auch eine relativ junge Mannschaft im Rückraum.“ Will heißen: Das ist der Mannschaftssteil, der vielleicht
    ZITAT
    Jeder Gegner der Welt hat Respekt vor uns, wir haben gezeigt, dass wir Handball spielen können.
    Andreas Wolff
    anfällig für Fehler ist. Speziell der Halblinke Lukas Nilsson (Jahrgang 1996) und Regisseur Jesper Konradsson (Jg. 1994) sind ähnlich unerfahren wie die meisten der deutschen 16 Profis (14 haben am Samstag ihr EM-Debüt bestritten).


    Einer der jungen deutschen Hoffnungsträger, der sofort Topleistung abrief, war Torwart Andreas Wolff. Es schien den Wetzlarer zu motivieren, dass auf der Gegenseite sein großes Idol Arpad Sterbik stand. Jedenfalls parierte er reihenweise Würfe aus der Nahdistanz. „Er ist gut drauf“, sagte Sigurdsson, Wolffs Paraden hätten das Team lange im Spiel gehalten.

    Selbstkritischer Wolff

    Wolff aber haderte mit sich. Speziell die Würfe des spanischen Rechtsaußen Victor Tomas, sagte er, habe er besser antizipieren müssen. Aber den Optimismus hat Wolff deswegen nicht verloren. „Jeder Gegner der Welt hat Respekt vor uns, wir haben gezeigt, dass wir Handball spielen können“, sagte der 24-Jährige nach seinem erst 18. Länderspiel. Ob Wolff gegen die Skandinavier von Anfang an im Tor steht, wollte Sigurdsson nicht preisgeben.

    Wer auch immer im Tor steht: Wolff oder der erfahrene Carsten Lichtlein (205 Einsätze) wird gegen Schweden und auch im letzten Gruppenspiel gegen Slowenien (Mittwoch, 17.15 Uhr, live im ZDF) wieder zu den Schlüsselfiguren zählen. Ein Thriller kündigt sich an, auch wenn Spaniens Regisseur Joan Canellas (Kiel) die Deutschen im Vorteil sieht: „Ich bin sicher, dass die Deutschen die nächsten zwei Spiele gewinnen.

    EM 2016: Gruppen, Gegner, Modus und mehr

    Die Hauptrundengruppen

    Gruppe I in Krakau: Polen, Norwegen, Kroatien, Frankreich, Weißrussland, Mazedonien
    Gruppe II in Breslau: Dänemark, Spanien, Deutschland, Russland, Schweden, Ungarn

    Gegner Ungarn und der Druck

    handball: champions league, thw kiel - mkb veszprem: hauptrunde a-b, gruppenphase, gruppe a, 10. spieltag am 06.12.2015 in kiel (schleswig-holstein). vezprems laszlo nagy (l) jubelt nach einem treffer. foto: axel heimken/dpa +++(c) dpa - bildfunk+++

    Für Ungarn steht viel auf dem Spiel. Belegte die Mannschaft vor vier Jahren bei den Olympischen Spielen in London überraschend noch Platz vier, hat das Team von Trainer Talant Duischebajew bisher noch nicht einmal das Ticket für ein Olympia-Qualifikationsturnier in der Tasche. Die Motivation beim EM-Achten von 2014 ist daher besonders groß.
    Allerdings gehen die Ungarn nach Niederlagen gegen Russland und Dänemark mit 0:4 Punkten in die Hauptrunde. Der Einzug ins Halbfinale ist damit nur noch theoretisch möglich. Topstar der Ungarn ist der wurfgewaltige Laszlo Nagy (Bild).

    Gegner Russland und die gute alte Zeit

    Russland - Handball-Olympiasieger 2000

    Die großen Erfolge der russischen Nationalmannschaft liegen schon einige Jahre zurück. Den letzten großen Titel gab es vor 16 Jahren bei den Olympischen Spielen in Sydney (Bild). Ihr einziges EM-Gold holten die Russen 1996. Bei der WM vor einem Jahr in Katar wurde sogar das Achtelfinale verpasst, am Ende gab’s einen enttäuschenden 19. Rang.
    Mit einer guten Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Profis will sich Russland in Polen die Teilnahme an einem Olympia-Qualifikationsturnier sichern. In der Vorrunde gelang ein überraschender 27:26-Erfolg gegen Ungarn. Durch die Niederlage gegen Dänemark (25:31) geht Russland mit 2:2 Punkten in die zweite Turnierphase.

    Gegner Dänemark und das Gesetz der Serie

    Mikkel Hansen

    Das Gesetz der Serie spricht für die dänischen Handballer. Jeweils vor Olympischen Spielen (2008 und 2012) holten die Dänen ihre beiden EM-Titel. Und: Seit 2006 heißen die Europameister im Wechsel Frankreich und Dänemark - zuletzt 2014 Frankreich.
    Auch vor dem Turnier in Polen wurde die Mannschaft um Superstar Mikkel Hansen (Bild) von allen Experten genannt, wenn es um den Kreis der Goldfavoriten ging.
    Die Leistungen in der Vorrunde lassen beim Vize-Europameister von 2014 zwar noch Luft nach oben, doch die mit zahlreichen Bundesliga-Legionären angetretene dänische Auswahl geht mit der optimalen Ausbeute von 4:0 Punkten in die zweite Turnierphase.
    "Natürlich sind wir in Polen, um das große Ziel zu erreichen", sagte Torhüter Niklas Landin vom THW Kiel.
    Trainiert wird Dänemark von Gudmundur Gudmundsson, dem langjährigen Coach der Rhein-Neckar Löwen.

    Die Vorrundengruppen

    Gruppe A: Frankreich, Polen, Mazedonien, Serbien

    Gruppe B: Kroatien, Island, Weißrussland, Norwegen

    Gruppe C: Spanien, Schweden, Deutschland, Slowenien

    Gruppe D: Dänemark, Ungarn, Russland, Montenegro

    Nach welchem Modus wird gespielt?

    Gespielt wird in vier Gruppen mit jeweils vier Teams. Die ersten Drei jeder Gruppe qualifizieren sich für die EM-Hauptrunde. Für Platzierungen in den Endklassements sowohl nach Vor- als auch Hauptrunde zählt bei Punktgleichheit zweier oder mehr Mannschaften der direkte Vergleich. Die Punkte aus der Vorrunde gegen ebenfalls qualifizierte Teams werden in die Hauptrunde mitgenommen. Dort spielen die besten Mannschaften aus Gruppe A und B gegeneinander. In der zweiten Hauptrunden-Gruppe treffen die ersten drei Teams der Gruppe C auf die jeweiligen Vertreter aus Gruppe D. Die Dritten und Vierten der Hauptrunde spielen um die Plätze fünf bis acht. Die Gruppensieger jeweils gegen den Zweiten der anderen Gruppe das Halbfinale.

    Worum geht es bei dieser EM?

    In erster Linie geht es natürlich um den Europameister-Titel. Der Sieger qualifiziert sich automatisch für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro. Auch der Zweite qualifiziert sich direkt, sofern er im Finale gegen Weltmeister Frankreich verlieren würde.

    Die drei bestplatzierten Teams der EM werden sich für die WM 2017 qualifizieren.

    Sollte der amtierende Weltmeister Frankreich wie in den vergangenen Jahren auf dem Podium landen, würde auch der EM-Vierte direkt zur WM reisen.

    Teilnehmerfeld

    Insgesamt sind bei der EM in Polen 16 Teams dabei, darunter mit Titelverteidiger, Weltmeister und Olympiasieger Frankreich die dominierende Mannschaft der letzten Jahre. Neben Gastgeber Polen ist unter anderem auch mit Dänemark und Spanien zu rechnen.

    Wo wird gespielt?

    Zum ersten Mal ist Polen Gastgeber eines Handball-Großevents. Gespielt wird in vier Städten: Krakau (Tauron Arena | 15.000 Plätze), Kattowitz (Spodek Arena | 11.000), Danzig (Ergo Arena | 15.000) und Breslau (Centennial Hall | 6500).

    Handball-EM in ARD/ZDF

    Hauptrunde

    1. Spieltag, Deutschland - Ungarn: Freitag, 22. Januar, 18.15 Uhr / ZDF
    2. Spieltag Deutschland – Russland: Sonntag, 24. Januar, 18.15 Uhr / ARD
    3. Spieltag Deutschland – Dänemark: Mittwoch, 27. Januar, 18.15 Uhr / ARD

    Halbfinale am Freitag, 29. Januar, 18.30 oder 21 Uhr, im ZDF*

    Finale oder Spiel um 3. Platz am 31. Januar 15:00 oder 17:30 Uhr in ARD*

    *Nur bei deutscher Beteiligung

    18.01.2016
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