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Handball-EM | Deutschland - Slowenien Nächster Ritt auf der Rasierklinge

Handball-EM - Deutschland - Slowenien - Vorrunde Gruppe C, 20.01.2016 17:05 Uhr
  • Video Roggisch: "Schwächephasen reduzieren"
  • Video "Slowenen schwer zu kontrollieren"
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  • VideoRoggisch: "Schwächephasen reduzieren"
    Oliver Roggisch

    "Die Mannschaft hat einiges Selbstvertrauen getankt", sagt Oliver Roggisch, Team-Manager der Handballnationalmannschaft vor dem Spiel gegen Slowenien. Die Mannschaft müsse Charakter zeigen.

    (20.01.2016)
    Video"Slowenen schwer zu kontrollieren"
    Sigurdsson

    Zwei Siege gab es gegen Slowenien in der jüngeren Vergangenheit. Für Handball-Nationalcoach Dagur Sigurdsson kein Anlass für gesteigerten Optimismus, "denn in beiden Fällen war es an der Grenze".

    (19.01.2016)
    LivecenterAlle Spiele, alle Tore
    (Quelle: ZDF)

    von Erik Eggers

    Die deutschen Handballer stellen bei der EM in Polen bislang eine Wundertüte dar. Die enormen Schwankungen erklären sich durch die fehlende Routine. So droht auch im letzten Vorrundenspiel gegen Slowenien (Mittwoch, 17.15 / ZDF ab 17.05 Uhr) eine Achterbahnfahrt. 

    Es ist ein gutes Jahr her, dass ein einflussreicher Mann im Deutschen Handballbund über Finn Lemke sagte, er habe "ein Problem zwischen den Ohren". Gemünzt war das vor allem darauf, dass der 2,10 Meter große Rückraumspieler in stressigen Situationen, speziell nach Fehlwürfen, in sich zusammensackte und fast kollabierte.

    Die Konstellation

    Die DHB-Auswahl (2:2 Punkte) braucht gegen Slowenien (1:3) ein Remis, um sicher die Hauptrunde zu erreichen. Selbst bei einer Niederlage wäre sie qualifiziert, sollte Schweden (2:2) im anschließenden Spiel gegen Spanien (3:1) verlieren - dann zählt bei je 2:4-Punkten der direkte Vergleich.


    Bei einem Sieg gegen Slowenien würde Deutschland mit 2:2-Punkten in die Hauptrunde starten, da Slowenien Gruppenletzter wäre und damit der Sieg gegen Schweden und die Niederlage gegen Spanien mitgenommen werden.

    Der gleiche Finn Lemke lief am Montagabend völlig alleine auf das Tor der Schweden zu, hätte das Spiel entscheiden können - und warf stattdessen den Ball so hoch übers Tor, dass mancher Amateurhandballer vor Scham niedergesunken wäre.

    Lemke aber schüttelte sich kurz, rannte wie entfesselt nach hinten und verteidigte dort das eine Tor, das die Deutschen noch Vorsprung hatten, mit alle Kraft, die er noch in sich hatte.

    Lob vom Trainer

    "Die Abwehrleistung war überragend“, lobte ihn Bundestrainer Dagur Sigurdsson nach dem 27:26-Sieg: "Die Einstellung war richtig klasse. Er war einer der Schlüsselspieler zu der Wende." Der Bremer Lemke, der sein Geld beim SC Magdeburg verdient, freute sich darüber.

    Links
    DHB-Team wie im Rausch Handball-EM Liveticker zur Handball-EM
    Er gab das Kompliment sofort an seinen Nebenmann Hendrik Pekeler ("Er ist in vielen Situationen unser Rettungsanker") und den überragenden Torwart Andreas Wolff weiter. Und dann wollte er nur noch über Slowenien reden, dem letzten Vorrundengegner, gegen den die Auswahl heute einen Punkt für den Einzug in die Hauptrunde benötigt.

    Purer Wille

    Lemke (23 Jahre) und Pekeler (24) sind noch ziemlich jung. Ein guter Abwehrspieler erreicht seinen Zenit meist erst mit Ende zwanzig, weil in der Deckungszentrale viel Routine gefragt ist. Aber es waren diese unerfahrenen Spieler, die - angeführt von Kapitän Steffen Weinhold - in der zweiten Halbzeit mit purem Willen das Ruder rumrissen.

    Mit welchen Greenhorns der Bundestrainer nach Polen gereist ist, veranschaulicht eindrucksvoll eine Tor-Statistik: Die deutschen Auswahlspieler verzeichneten, bevor das Turnier begann, insgesamt 826 Treffer im Nationaldress. Das ist weniger als die Hälfte der Tore, die Torjäger Gudjon Valur Sigurdsson (1701) für Island erzielt hat.

    Abenteuerliche Schwankungen

    Das erklärt aber auch die abenteuerlichen Schwankungen im deutschen Spiel. Die Hektik, die manchmal aufkommt, die unüberlegten Würfe: Nach einem Turbo-Start im ersten Spiel gegen Spanien erlaubte sich das Team Ende der ersten Halbzeit einen 2:11-Negativlauf. Und auch gegen die Schweden verloren sie vor der Pause fast das Spiel, um nach Wiederanpfiff mit einem unkonventionellen 4:2-Deckung die Schweden völlig durcheinanderzubringen.

    Handball-EM - Deutschland - Slowenien - Vorrunde Gruppe C

    Mittwoch 20.01.2016, 17:05 - 19:00 Uhr
    Moderator: Yorck Polus

    Reporter: Christoph Hamm
    Moderation: Yorck Polus
    Experte: Christian Schwarzer

    Die extremen Amplituden innerhalb eines Spiels könnten auch die letzte Vorrundenpartie gegen die Slowenen zu einem Ritt auf der Rasierklinge machen. Denn im Team von Trainer Veselin Vujovic stehen viele abgezockte Profis, die jeden Fehler eiskalt bestrafen: Die Spielmacher Dean Bombac und Uros Zorman etwa, Rückraum-Linkshänder Vid Kavticnik, der 2007 mit dem THW Kiel die Champions League gewann. Oder Linksaußen Luka Zvizej, der allein über 700 Länderspieltore geworfen hat.

    Spielstarke Slowenen

    Und auch spielkulturell treffen zwei verschiedene Welten aufeinander: Während Sigurdsson das Spiel auf seine Shooter Steffen Fäth und Christian Dissinger zuschneidet, müssen die körperlich unterlegenen Slowenen auf schnelles Kombinationsspiel setzen. Lemke sagt, er habe sich die gegnerischen Spieler auf Video "Stück für Stück" durchgeschaut, um ihre Verhaltensmuster zu studieren. "Ich habe jetzt Slowenien im Kopf." Er ist vorbereitet.

    EM 2016: Gruppen, Gegner, Modus und mehr

    Die Hauptrundengruppen

    Gruppe I in Krakau: Polen, Norwegen, Kroatien, Frankreich, Weißrussland, Mazedonien
    Gruppe II in Breslau: Dänemark, Spanien, Deutschland, Russland, Schweden, Ungarn

    Gegner Ungarn und der Druck

    handball: champions league, thw kiel - mkb veszprem: hauptrunde a-b, gruppenphase, gruppe a, 10. spieltag am 06.12.2015 in kiel (schleswig-holstein). vezprems laszlo nagy (l) jubelt nach einem treffer. foto: axel heimken/dpa +++(c) dpa - bildfunk+++

    Für Ungarn steht viel auf dem Spiel. Belegte die Mannschaft vor vier Jahren bei den Olympischen Spielen in London überraschend noch Platz vier, hat das Team von Trainer Talant Duischebajew bisher noch nicht einmal das Ticket für ein Olympia-Qualifikationsturnier in der Tasche. Die Motivation beim EM-Achten von 2014 ist daher besonders groß.
    Allerdings gehen die Ungarn nach Niederlagen gegen Russland und Dänemark mit 0:4 Punkten in die Hauptrunde. Der Einzug ins Halbfinale ist damit nur noch theoretisch möglich. Topstar der Ungarn ist der wurfgewaltige Laszlo Nagy (Bild).

    Gegner Russland und die gute alte Zeit

    Russland - Handball-Olympiasieger 2000

    Die großen Erfolge der russischen Nationalmannschaft liegen schon einige Jahre zurück. Den letzten großen Titel gab es vor 16 Jahren bei den Olympischen Spielen in Sydney (Bild). Ihr einziges EM-Gold holten die Russen 1996. Bei der WM vor einem Jahr in Katar wurde sogar das Achtelfinale verpasst, am Ende gab’s einen enttäuschenden 19. Rang.
    Mit einer guten Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Profis will sich Russland in Polen die Teilnahme an einem Olympia-Qualifikationsturnier sichern. In der Vorrunde gelang ein überraschender 27:26-Erfolg gegen Ungarn. Durch die Niederlage gegen Dänemark (25:31) geht Russland mit 2:2 Punkten in die zweite Turnierphase.

    Gegner Dänemark und das Gesetz der Serie

    Mikkel Hansen

    Das Gesetz der Serie spricht für die dänischen Handballer. Jeweils vor Olympischen Spielen (2008 und 2012) holten die Dänen ihre beiden EM-Titel. Und: Seit 2006 heißen die Europameister im Wechsel Frankreich und Dänemark - zuletzt 2014 Frankreich.
    Auch vor dem Turnier in Polen wurde die Mannschaft um Superstar Mikkel Hansen (Bild) von allen Experten genannt, wenn es um den Kreis der Goldfavoriten ging.
    Die Leistungen in der Vorrunde lassen beim Vize-Europameister von 2014 zwar noch Luft nach oben, doch die mit zahlreichen Bundesliga-Legionären angetretene dänische Auswahl geht mit der optimalen Ausbeute von 4:0 Punkten in die zweite Turnierphase.
    "Natürlich sind wir in Polen, um das große Ziel zu erreichen", sagte Torhüter Niklas Landin vom THW Kiel.
    Trainiert wird Dänemark von Gudmundur Gudmundsson, dem langjährigen Coach der Rhein-Neckar Löwen.

    Die Vorrundengruppen

    Gruppe A: Frankreich, Polen, Mazedonien, Serbien

    Gruppe B: Kroatien, Island, Weißrussland, Norwegen

    Gruppe C: Spanien, Schweden, Deutschland, Slowenien

    Gruppe D: Dänemark, Ungarn, Russland, Montenegro

    Nach welchem Modus wird gespielt?

    Gespielt wird in vier Gruppen mit jeweils vier Teams. Die ersten Drei jeder Gruppe qualifizieren sich für die EM-Hauptrunde. Für Platzierungen in den Endklassements sowohl nach Vor- als auch Hauptrunde zählt bei Punktgleichheit zweier oder mehr Mannschaften der direkte Vergleich. Die Punkte aus der Vorrunde gegen ebenfalls qualifizierte Teams werden in die Hauptrunde mitgenommen. Dort spielen die besten Mannschaften aus Gruppe A und B gegeneinander. In der zweiten Hauptrunden-Gruppe treffen die ersten drei Teams der Gruppe C auf die jeweiligen Vertreter aus Gruppe D. Die Dritten und Vierten der Hauptrunde spielen um die Plätze fünf bis acht. Die Gruppensieger jeweils gegen den Zweiten der anderen Gruppe das Halbfinale.

    Worum geht es bei dieser EM?

    In erster Linie geht es natürlich um den Europameister-Titel. Der Sieger qualifiziert sich automatisch für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro. Auch der Zweite qualifiziert sich direkt, sofern er im Finale gegen Weltmeister Frankreich verlieren würde.

    Die drei bestplatzierten Teams der EM werden sich für die WM 2017 qualifizieren.

    Sollte der amtierende Weltmeister Frankreich wie in den vergangenen Jahren auf dem Podium landen, würde auch der EM-Vierte direkt zur WM reisen.

    Teilnehmerfeld

    Insgesamt sind bei der EM in Polen 16 Teams dabei, darunter mit Titelverteidiger, Weltmeister und Olympiasieger Frankreich die dominierende Mannschaft der letzten Jahre. Neben Gastgeber Polen ist unter anderem auch mit Dänemark und Spanien zu rechnen.

    Wo wird gespielt?

    Zum ersten Mal ist Polen Gastgeber eines Handball-Großevents. Gespielt wird in vier Städten: Krakau (Tauron Arena | 15.000 Plätze), Kattowitz (Spodek Arena | 11.000), Danzig (Ergo Arena | 15.000) und Breslau (Centennial Hall | 6500).

    Handball-EM in ARD/ZDF

    Hauptrunde

    1. Spieltag, Deutschland - Ungarn: Freitag, 22. Januar, 18.15 Uhr / ZDF
    2. Spieltag Deutschland – Russland: Sonntag, 24. Januar, 18.15 Uhr / ARD
    3. Spieltag Deutschland – Dänemark: Mittwoch, 27. Januar, 18.15 Uhr / ARD

    Halbfinale am Freitag, 29. Januar, 18.30 oder 21 Uhr, im ZDF*

    Finale oder Spiel um 3. Platz am 31. Januar 15:00 oder 17:30 Uhr in ARD*

    *Nur bei deutscher Beteiligung

    20.01.2016
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