Print Logo

merkzettel

Paralympics-Bewerbung 2024 | Hamburg Inklusiver Stadtteil als Alleinstellungsmerkmal

  • Bild OlympiaCity Hamburg
  • Video Hamburg: Soviel kostet Olympia 2024
  • BildOlympiaCity Hamburg
    OlympiaCity in Hamburg
    (Quelle: dpa)
    VideoHamburg: Soviel kostet Olympia 2024
    Grafik Olympisches Dorf Hamburg

    Sollte Hamburg die Olympischen Spiele 2024 austragen, müsste 7,4 Milliarden Euro an Kosten der deutsche Steuerzahler übernehmen. Ende November wird über die Bewerbung abgestimmt.

    (08.10.2015)

    von Ralf Lorenzen

    Kompakt und nachhaltig – das sind die Schlüsselworte der Hamburger Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2024. Anschaulich werden sie besonders beim Thema Inklusion: Nicht nur die Sportstätten sondern ein ganzer Stadtteil soll barrierefrei gebaut werden. 

    Seit Barcelona 1992 sind die Paralympischen Spiele eng mit den Olympischen Spielen verbunden und werden immer drei Wochen später am selben Ort ausgetragen. In den ersten zwanzig Jahren dieses Austragungsmodus kamen sie in der Wahrnehmung der Weltöffentlichkeit selten über den Status einer Nachhut hinaus. Das hat sich spätestens seit den Spielen in London 2012 geändert.

    London hat vorgelegt

    Weitere Links zum Thema

    „Wir sind in die Stadt eingefahren und überall hingen die Plakate mit der Aufschrift: Thanks for the warm-up“, erinnert sich Edina Müller, die in London mit der deutschen Rollstuhl-Basketballmannschaft die Goldmedaille gewann, im Gespräch mit zdfsport.de. Die Olympischen Spiele als Vorspiel für die Paralympics – wie so oft enthielt der britische Humor hier eine Menge Wahrheit.

    „Wir Athleten haben uns sehr willkommen gefühlt“, sagt Edina Müller. „Die Sportbegeisterung der Leute hat sich genauso auf die Paralympics übertragen. Was die Gleichbehandlung mit den Olympischen Spielen angeht, hat London vorgelegt.“ Damit ihre Wahlheimat Hamburg in diesem Punkt nachzieht oder gar selbst neue Maßstäbe setzt, hat sich Müller als Olympia-Botschafterin in die Planungen eingemischt.

    Athleten planen mit

    Edina Müller wirbt mit anderen Promineten für Hamburg 2024

    Edina Müller wirbt für Hamburg 2024
    Quelle: dpa

    „Wir als Athleten waren von vornherein in das Konzept mit einbezogen“, sagt Müller, die inzwischen vom Rollstuhl-Basketball zum Kanusport gewechselt ist und im August in Mailand Vizeweltmeisterin wurde. Der Inklusionsgedanke wurde von vornherein im gesamten Konzept verankert – auch die Olympischen Spiele sollen komplett barrierefrei zugänglich sein.

    „Die vielen schon vorhandenen Sportstätten können ebenso wie die neuen für wirklich alle Menschen, die Sport treiben wollen, nutzbar gemacht werden“, sagt Hamburgs Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen, Ingrid Körner: „ Das wird mit Sicherheit sehr viel mehr Menschen mit Behinderung dazu bringen, überhaupt oder regelmäßiger Sport zu treiben“.

    Inklusiver Wohnungsbau

    Paralympics - Sommersportarten

    Boccia, Bogenschießen, 5er-Fußball (für Blinde), 7er-Fußball, Gewichtheben, Goalball (Sehbehinderte), Judo, Leichtathletik, Parakanu (ab 2016), Radsport, Reiten, Rollstuhl-Basketball, Rollstuhl-Fechten, Rollstuhl-Rugby, Rollstuhl-Tennis, Rudern, Schwimmen, Segeln, Sitz-Volleyball, Sportschießen, Tischtennis, Triathlon (ab 2016).

    Die beiden zentralen Punkte, mit denen Hamburg für seine Bewerbung 2024 wirbt – die Kompaktheit und die nachhaltige Stadtentwicklung – werden im Zusammenhang mit den Paralympics besonders sichtbar. „Dass alles so nah beieinander liegt, vereinfacht für paralympische Athleten vieles“, sagt Edina Müller.

    Barrierefreie Sportstätten, die den Behindertensport fördern, wird es bei Hamburgs Mitbewerbern auch geben. Das Alleinstellungsmerkmal der Hamburger Bewerbung ist allerdings, dass mit der OlympiaCity auf dem kleinen Grasbrook mit ca. 8000 Wohnungen der erste komplett inklusive Stadtteil überhaupt entstehen soll. „Das gibt einen unglaublichen Schub, was die Barrierefreiheit der Stadt angeht“, sagt Müller.

    „Inklusion braucht Begegnungen“

    Links
    Paralympics: DBS Top Team Behindertensportverband DBS Paralympics: Rio 2016Das ZDF ist für Inhalte externer Internetseiten nicht verantwortlich
    Ob die Kanutin die Umsetzung dieses ehrgeizigen Konzeptes noch als aktive Sportlerin erlebt – falls Hamburg den Zuschlag erhält - ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorherzusagen. Im Moment ist Müllers sportlicher Blick auf die Spiele in Rio im kommenden Jahr  gerichtet. „Natürlich wäre es das Größte, hier in Hamburg als Athletin teilzunehmen“, sagt die 32-Jährige: „Aber ich würde mich genauso gern hinter die Kulissen stellen und in der Organisation mitarbeiten.“ Denn von einem ist die Sportlerin überzeugt:  „Damit Inklusion wirklich gelebt wird und in den Köpfe ankommt, braucht man Begegnungen. Paralympics können das leisten.“ Als weitere inklusive Begegnungsform zwischen Olympischen und Paralympischen Spielen plant Hamburg die „Allympics“, bei denen Breitensportler zahlreicher Sportarten an den Originalschauplätzen der Spiele ihren Sport treiben.

    13.10.2015
    1. Drucken
    2. Merken
    3. Versenden
    4. Teilen auf:

    Versenden

    Artikel versenden

    Versenden Sie den Beitrag an Freunde.

    Datenschutz
    Das ZDF versichert, Ihre Daten entsprechend den datenschutzrechtlichen Bestimmungen vertraulich zu behandeln.
    schließen Beitrag versenden

    Versenden

    Hinweis

    Der Beitrag wurde erfolgreich versendet.

    schließen

    Merkliste

    Papierkorb Bild
    Merkliste versenden Merkliste schließen

    Merkliste

    Merkliste versenden

    Versenden Sie Ihr Merkliste an Freunde.

    Datenschutz
    Das ZDF versichert, Ihre Daten entsprechend den datenschutzrechtlichen Bestimmungen vertraulich zu behandeln.
    Zurück zur Merkliste Absenden Button

    Merkliste

    Hinweis

    Die Merkliste wurde erfolgreich versendet.

    Zurück zur Merkliste Merkliste schließen