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Fußball | FIFA-Wahl Infantino: "Der Fußball ist nicht gespalten"

  • Video Pressekonferenz in voller Länge
  • Video "Erinnert an Blatters Stil"
  • Video Mit Infantino die Wende zum Guten?
  • Webspecial Foulspiel der Mächtigen
  • VideoPressekonferenz in voller Länge
    Gianni Infantino bei seiner ersten PK

    Der Schweizer Gianni Infantino ist neuer FIFA-Präsident. Nach der Wahl in Zürich hat er seine erste Pressekonferenz gegeben. Hier die komplette PK im Originalton.

    (26.02.2016)
    Video"Erinnert an Blatters Stil"
    ZDF-Reporter Markus Harm zur Wahl des Schweizers Gianni Infantino zum neuen FIFA-Präsidenten

    ZDF-Reporter Markus Harm zur Wahl des Schweizers Gianni Infantino zum neuen FIFA-Präsidenten und zu den Wahl-Alternativen, die es in der FIFA eigentlich nicht gibt.

    (26.02.2016)
    VideoMit Infantino die Wende zum Guten?
    fifa

    Mit der Wahl Infantinos zum neuen Präsidenten beginnt bei der FIFA eine neue Ära. Die große Frage ist, ob der aus dem System Blatter-Platini stammende Jurist tatsächlich für frischen Wind sorgen kann.

    (27.02.2016)
    WebspecialFoulspiel der Mächtigen
    (Quelle: ap)

    Der neue FIFA-Präsident Gianni Infantino sieht die Einheit des Fußballs durch seine Wahl zum Chef des Weltverbandes trotz des knappen Wahlausgangs nicht gefährdet. Dies betonte er in seiner ersten Pressekonferenz als FIFA-Präsident. 

    "Der Fußball ist nicht gespalten. Wir hatten heute eine Wahl, aber keinen Krieg. Es war ein Rennen, aber kein Kampf", sagte der Schweizer am Freitagabend bei seiner ersten Pressekonferenz. Er wolle die Fußball-Kontinente vereinen und sei kein "Kandidat Europas, sondern ein Kandidat des Fußballs."

    Fragezeichen hinter dem künftigen Generalsekretär

    Der künftige FIFA-Generalsekretär solle nicht aus Europa kommen, bekräftige Infantino. Aber er
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    Infantino ist neuer FIFA-Präsident Mogelpackung oder wichtiger Schritt in die Zukunft? Mehr Fußball aktuelles sportstudio sportstudio-Gast Guido Tognoni
    sagte auch: "Ich habe gewisse Ideen zur Position des Generalsekretärs. Wir befassen uns damit, es ist eine Entscheidung des Rats auf Vorschlag des Präsidenten. Ich möchte einen starken Generalsekretär an meiner Seite. Wir werden sehen, was die beste Wahl für die FIFA ist." Im Wahlkampf hatte er gesagt, dass dieses Amt mit ihm als Präsident erstmals ein Afrikaner ausüben werde. Infantino hatte sich in Zürich mit 115:88 Stimmen gegen Scheich Salman bin Ibrahim al Khalifa durchgesetzt. Derzeit fungiert der Deutsche Markus Kattner als Geschäftsführender Generalsekretär. Er löste den gesperrten und von der FIFA gefeuerten Franzosen Jerome Valcke ab.

    Die finanziellen Probleme der FIFA sind laut Infantino kein Grund zur Sorge. Er werde neue Geldgeber akquirieren. Dann sei auch die von ihm versprochene Finanzhilfe von fünf Millionen Dollar für jedes FIFA-Mitglied in den Jahren von 2018 bis 2022 kein Problem.

    Nicht nur Beifall für den Neuen

    Die Wahl von Gianni Infantino zum neuen Präsidenten des skandalgeplagten Fußball-
    ZITAT
    Die ECA betont erneut, dass sie gegen eine Aufstockung der WM von 32 auf 40 Mannschaften ist.
    Karl-Heinz Rummenigge
    Weltverbands FIFA hat unterdessen die unterschiedlichsten Reaktionen hervorgerufen. Vor allem die Europäische Klub-Vereinigung (ECA) unter dem Vorsitz von Bayern Münchens Boss Karl-Heinz Rummenigge hat dem neuen FIFA-Chef sofort klargemacht, was ihn erwartet. Nur wenige Minuten nach der Wahl des FIFA-Kongresses erteilte die ECA den Plänen des 45 Jahre alten Schweizers für eine Mammut-WM mit 40 Mannschaften eine Absage. "Die ECA betont erneut, dass sie gegen eine Aufstockung der WM von 32 auf 40 Mannschaften ist", hieß es in einer ECA-Stellungnahme, in der dem bisherigen Generalsekretär des Europa-Verbandes (UEFA) zunächst noch für die konstruktive Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren gedankt wurde.

    Weitere Stimmen zur Wahl 
    • Scheich Salman bin Ibrahim al Khalifa: "Die neue FIFA muss integrativer sein und die Unterschiede im Welt-Fußball reflektieren. Ich vertraue Gianni Infantino, dass er die Führungskraft hat, dies zu erreichen und die dringend benötigten Reformen umzusetzen."

    • DFB-Interimspräsident Rainer Koch: "Wir sind froh und erleichtert, dass Gianni Infantino gewonnen hat und der europäische Fußball weiter starken Einfluss nehmen kann. Zusammen mit dem Reformpaket macht das Mut und gibt Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Aber es gibt viel zu tun."

    • Russischer Sportminister Witali Mutko: "Er hat große Erfahrung in der Arbeit mit dem Fußball, er kennt den Fußball und könnte mit Unterstützung aller Länder natürlich Ruhe in die Situation um die FIFA bringen."

    • Wolfgang Niersbach (ehemaliger DFB-Präsident und Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees): "Das war ein guter Tag für die FIFA, vielleicht sogar ein historischer, dass muss die Zukunft zeigen. Die Arbeit ist noch nicht beendet, sie beginnt mit dem heutigen Tag erst richtig. Ich bin froh, dass der aus meiner Sicht beste Kandidat gewonnen hat. Ich traue Gianni zu, dass ihm die Wende in Sachen Ansehen und Glaubwürdigkeit der FIFA gelingt."

    • Thomas Bach (IOC-Präsident): "Herzlichen Glückwunsch an Gianni Infantino zu seiner Wahl. In diesen schwierigen Zeiten für den Fußball wünsche ich ihm alles Gute bei der Implementierung der vom außerordentlichen FIFA-Kongress beschlossenen Reformen. Ich freue mich auf eine gute und konstruktive Zusammenarbeit im Sinne des Sports."

    • Noel LeGraet (Präsident des französischen Fußball-Verbandes): "Gianni Infantinon und das Reformpaket markieren den Beginn einer neuen Ära. Ich bin sicher, dass Gianni der Mannn des Augenblicks ist. Er ist ein Mann der Tat, der die Interessen von kleinen und großen Verbänden zusammenführen kann."

    • Gary Lineker (englischer Ex-Nationalspieler und TV-Experte): "Ich habe das seltsame Gefühl, dass Gianni Infantino die Maske abnimmt und sich als Sepp Blatter entpuppt."

    • Michael van Praag (Präsident des niederländischen Fußball-Verbandes): "Das ist wunderbar. Es ist ziemlich bewegend, wenn es jemand in nur vier Monaten geschafft hat, in der gesamten Welt die große Mehrheit hinter sich zu bringen. Ich verspreche mir sehr viel von Gianni."

    • Leo Windtner (ÖFB-Präsident): "Es ist ein guter Tag für den Weltfußball und auch für Europa. Wir haben dieses Ergebnis mit Freude und Erleichterung aufgenommen. Die tolle Präsentation und die Performance von Gianni Infantino haben beigetragen, viel Glaubwürdigkeit in den Fußball zurückzubringen. Die Nationalverbände und der Fußball können sich in Zukunft mehr Unterstützung erwarten und ich freue mich auch, dass der ÖFB zu diesem tollen Ergebnis beitragen konnte. Ich denke, dass es nun gute Chancen gibt, dass die so notwendigen Reformen auch in die Tat umgesetzt werden."


    "Alle, die Klubs wie die nationalen und internationalen Verbände, tragen Verantwortung für die Spieler", ließ Rummenigge verlauten: "Wir haben einen Punkt erreicht, an dem wir den Spielern keine weiteren Bürden auferlegen können, sondern sie entlasten müssen. Die FIFA muss ihrer Verantwortung für die Gesundheit der Spieler Rechnung tragen."

    Den Worten müssen Taten folgen

    Ein anderen kritischen Punkt sprach die Bundestags-Sportausschussvorsitzende Dagmar Freitag an. "Die Hoffnung ist gering, dass sich Entscheidendes ändern wird", sagte die
    ZITAT
    Man darf nicht vergessen, dass Infantino immer noch von Leuten umgeben ist, die auch schon zum System seines Vorgängers Joseph S. Blatter gehörten.
    Dagmar Freitag
    SPD-Politikerrin bei Sky: "Wünschenswert wäre ein Kandidat gewesen, der nichts mit den alten Seilschaften zu tun hat, aber das wäre weltfremd gewesen."


    Freitag machte ihre weitere Bewertung von Infantinos Führungsarbeit bei der FIFA und der Realisierung des beschlossenen Reformpaketes abhängig. "Infantino muss jetzt zeigen, was er damit machen will. Wenn das Punkt für Punkt umgesetzt wird, ist das gut. Aber man darf nicht vergessen, dass Infantino immer noch von Leuten umgeben ist, die auch schon zum System seines Vorgängers Joseph S. Blatter gehörten."

    Das Reformpaket – die wichtigsten Punkte

    Gewaltenteilung

    Aus dem bisherigen Exekutivkomitee mit 24 Mitgliedern soll ein Rat (Council) mit 36 Mitgliedern werden, der wie ein Aufsichtsrat fungiert. Für das operative Geschäft wird die Funktion des vom Rat bestimmten Generalsekretärs gestärkt, der künftig wie ein CEO agieren soll und statt des Präsidenten die Verträge unterschreibt.

    Integrität

    Jedes neue Ratsmitglied muss einen umfangreichen Integritäts- und Eignungs-Check durchlaufen, der von externen Experten durchgeführt wird. Eine unabhängige Audit- und Compliance-Kommission soll alle Geldflüsse des Weltverbandes überwachen.

    Amtszeitbeschränkung

    Mitglieder des FIFA-Rates und der Präsident sollen ihre Ämter künftig maximal zwölf Jahre, also für drei Amtszeiten, behalten dürfen. Für Mitglieder des jetzigen Exekutivkomitees beginnt die Zählung bei Null.

    Frauenquote

    Jede der sechs Konföderationen soll mindestens eine Frau in den FIFA-Rat entsenden. Als Ziel wird eine Frauenquote von 30 Prozent genannt.

    Transparenz

    Künftig sollen die Gehälter der hohen Amtsträger des Verbandes veröffentlicht werden.

    26.02.2016, Quelle: dpa / sid
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