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Fußball | FIFA- Kongress in Zürich Infantino ist neuer FIFA-Präsident

das aktuelle sportstudio, 27.02.2016 23:00 Uhr
  • Video Infantino jetzt an der Spitze der FIFA
  • Video Die FIFA-Pressekonferenz in voller Länge
  • Video Reformpaket verabschiedet
  • VideoInfantino jetzt an der Spitze der FIFA
    FIFA-Präsident Gianni Infantino nach der Wahl in Zürich

    Der Schweizer Gianni Infantino ist in zwei Wahlgängen zum neuen FIFA-Präsidenten gewählt worden. Der bisherige UEFA-Generalsekretär versprach den Beginn einer neuen Zeitrechnung bei der FIFA.

    (26.02.2016)
    VideoDie FIFA-Pressekonferenz in voller Länge
    Gianni Infantino bei seiner ersten PK

    Der Schweizer Gianni Infantino ist neuer FIFA-Präsident. Nach der Wahl in Zürich hat er seine erste Pressekonferenz gegeben. Hier die komplette PK im Originalton.

    (26.02.2016)
    VideoReformpaket verabschiedet
    Der neue FIFA Präsident Gianni Iinfantino

    Der Kongress der FIFA-Mitglieder hat in Zürich umfangreiche Reformen verabschiedet. Sie sollen unter anderem die Macht des FIFA-Präsidenten und der Exekutivmitglieder einschränken.

    (26.02.2016)

    Der Schweizer Gianni Infantino (45) ist zum Präsidenten des Fußball-Weltverbands FIFA gewählt worden. Der bisherige Generalsekretär der Europäischen Fußball-Union (UEFA) beerbt damit den gesperrten Joseph S. Blatter (79), der 17 Jahre lang an der FIFA-Spitze gestanden hatte. 

    "Die FIFA hat harte Momente hinter sich, Krisenmomente. Aber das ist jetzt vorbei", sagte Infantino: "Wir möchten den Respekt der ganzen Welt. Wir werden mit Hingabe arbeiten, so dass wir uns wieder auf dieses wundervolle Spiel konzentrieren können."

    Zweiter Wahlgang bringt die Entscheidung

    Der bisherige Generalsekretär der Europäischen Fußball-Union (UEFA), der nur wegen der Sperre gegen UEFA-Boss Michel Platini (Frankreich/60) für das höchste FIFA-Amt angetreten war, setzte sich im Hallenstadion im Kopf-an-Kopf-Rennen gegen seinen größten Konkurrenten Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa (Bahrain/50) im zweiten Wahlgang mit der absoluten Mehrheit von 115 der insgesamt 207 Stimmen durch. Für Scheich Salman votierten nur 88 Delegierte. Der jordanische Prinz Ali bin Al Hussein (40) mit vier Stimmen und Jerome Champagne (57) aus Frankreich ohne jegliche Unterstützung in der zweiten Runde, waren chancenlos.
    Die FIFA-Präsidenten im Überblick

    1904 - 1906: Robert Guerin (Frankreich)
    1906 - 1918: Daniel Burley Woolfall (England)
    1921 - 1954: Jules Rimet (Frankreich) 1954 - 1955: Rodolphe William Seeldrayers (Belgien)
    1956 - 1961: Arthur Drewy (England)
    1961 - 1974: Sir Stanley Rous (England)
    1974 - 1998: Joao Havelange (Brasilien)
    1998 - 2015: Joseph S. Blatter (Schweiz/seit 8. Oktober 2015 für sechs Jahre gesperrt)
    Interims-Präsident bis 26. Februar 2016: Issa Hayatou (Kamerun)
    Seit 26. Februar 2016: Gianni Infantino (Schweiz)

    In der ersten Runde der Wahl des neuen FIFA-Präsidenten hatte es keinen Sieger gegeben. Keiner der vier verbliebenen Kandidaten erreichte beim außerordentlichen Kongress des Fußball-Weltverbands in Zürich die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit. Damit war zumindest ein zweiter Wahlgang nötig, in dem dann die einfache Mehrheit der 207 Delegierten zum Sieg genügte. Vom zweiten Wahlgang an scheidet jeweils der Kandidat mit den wenigsten Stimmen aus.

    Kurzsteckbrief Gianni Infantino

    Geboren am 23. März 1970 in Brig (Schweiz)

    - Familie: verheiratet, Vater von vier Kinder

    - Ausbildung: Jurastudium an der Universität Fribourg/Schweiz

    - Funktionärskarriere: UEFA-Mitarbeiter seit 2000. Vorsitz der UEFA-Rechts- und Klublizenzierungsabteilung 2004 bis 2007. UEFA-Generalsekretär 2009 bis 2016. Mitglied im FIFA-Reformkomitee 2015 bis 2016. FIFA-Präsident seit dem 26. Februar 2016

    Als Favoriten gingen Scheich Salman bin Ibrahim al Khalifa aus Bahrain und der Schweizer Gianni Infantino in die zweite Runde. Infantino erreichte mit 88 Stimmen überraschend das beste Ergebnis vor al Khalifa, der 85 Stimmen erhielt. Prinz Ali aus Jordanien und der Franzose Jérôme Champagne galten als chancenlos. Für Prinz Ali stimmten im ersten Wahlgang 27 Delegierte, für Champagne sieben.

    Stimmen zur Wahl 
    • Scheich Salman bin Ibrahim al Khalifa: "Die neue FIFA muss integrativer sein und die Unterschiede im Welt-Fußball reflektieren. Ich vertraue Gianni Infantino, dass er die Führungskraft hat, dies zu erreichen und die dringend benötigten Reformen umzusetzen."

    • DFB-Interimspräsident Rainer Koch: "Wir sind froh und erleichtert, dass Gianni Infantino gewonnen hat und der europäische Fußball weiter starken Einfluss nehmen kann. Zusammen mit dem Reformpaket macht das Mut und gibt Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Aber es gibt viel zu tun."

    • Russischer Sportminister Witali Mutko: "Er hat große Erfahrung in der Arbeit mit dem Fußball, er kennt den Fußball und könnte mit Unterstützung aller Länder natürlich Ruhe in die Situation um die FIFA bringen."

    • Wolfgang Niersbach (ehemaliger DFB-Präsident und Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees): "Das war ein guter Tag für die FIFA, vielleicht sogar ein historischer, dass muss die Zukunft zeigen. Die Arbeit ist noch nicht beendet, sie beginnt mit dem heutigen Tag erst richtig. Ich bin froh, dass der aus meiner Sicht beste Kandidat gewonnen hat. Ich traue Gianni zu, dass ihm die Wende in Sachen Ansehen und Glaubwürdigkeit der FIFA gelingt."

    • Thomas Bach (IOC-Präsident): "Herzlichen Glückwunsch an Gianni Infantino zu seiner Wahl. In diesen schwierigen Zeiten für den Fußball wünsche ich ihm alles Gute bei der Implementierung der vom außerordentlichen FIFA-Kongress beschlossenen Reformen. Ich freue mich auf eine gute und konstruktive Zusammenarbeit im Sinne des Sports."

    • Noel LeGraet (Präsident des französischen Fußball-Verbandes): "Gianni Infantinon und das Reformpaket markieren den Beginn einer neuen Ära. Ich bin sicher, dass Gianni der Mannn des Augenblicks ist. Er ist ein Mann der Tat, der die Interessen von kleinen und großen Verbänden zusammenführen kann."

    • Gary Lineker (englischer Ex-Nationalspieler und TV-Experte): "Ich habe das seltsame Gefühl, dass Gianni Infantino die Maske abnimmt und sich als Sepp Blatter entpuppt."

    • Michael van Praag (Präsident des niederländischen Fußball-Verbandes): "Das ist wunderbar. Es ist ziemlich bewegend, wenn es jemand in nur vier Monaten geschafft hat, in der gesamten Welt die große Mehrheit hinter sich zu bringen. Ich verspreche mir sehr viel von Gianni."

    • Leo Windtner (ÖFB-Präsident): "Es ist ein guter Tag für den Weltfußball und auch für Europa. Wir haben dieses Ergebnis mit Freude und Erleichterung aufgenommen. Die tolle Präsentation und die Performance von Gianni Infantino haben beigetragen, viel Glaubwürdigkeit in den Fußball zurückzubringen. Die Nationalverbände und der Fußball können sich in Zukunft mehr Unterstützung erwarten und ich freue mich auch, dass der ÖFB zu diesem tollen Ergebnis beitragen konnte. Ich denke, dass es nun gute Chancen gibt, dass die so notwendigen Reformen auch in die Tat umgesetzt werden."

    Große Mehrheit für Reformen

    Die FIFA hat ihr Reformpaket verabschiedet. Die 207 stimmberechtigten FIFA-Mitglieder votierten in Zürich mit einer großen Mehrheit von 89 Prozent (179) für die Änderung der Statuten.

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    Mogelpackung oder wichtiger Schritt in die Zukunft? Mehr Fußball aktuelles sportstudio sportstudio-Gast Guido Tognoni
    Das Paket umfasst unter anderem eine Gewaltenteilung. Es wird einen Geschäftsführer geben - und der zuvor allmächtige Präsident soll nunmehr überwiegend repräsentativ agieren. Zudem sollen die Spitzengehälter offengelegt werden.

    Vorgesehen sind auch Integritäts- und Eignungschecks für alle Mitglieder des neuen FIFA-Aufsichtsrats, der künftig das Exekutivkomitee ersetzt. Inkrafttreten werden die Reformen 60 Tage nach dem Kongress.

    "Alles Makulatur"

    ZDF-Reporter Nils Kaben ist skeptisch, ob die Reformen der FIFA Wirkung zeigen: " Alles Makulatur, alles Schein. Eigentlich wollen alle so weitermachen wie bisher."

    Die  Wahl des neuen Präsidenten läuft derzeit. Es kann maximal fünf Wahlgänge geben. Wahrscheinlich ist aber, dass schon nach dem dritten Durchgang der neue Verbandsboss feststeht. Als Favoriten werden Gianni Infantino (Schweiz) und Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa (Bahrain) gehandelt.

    Sexwale zieht zurück

    Tokyo Sexwale hat kurz vor der Abstimmung seinen Rückzug verkündet. "Ich lasse nur vier Leute übrig. Es ist euer Problem jetzt", sagte der Südafrikaner bei seiner Ansprache vor den 207 Wahl-Delegierten: "Es war eine gute Zeit für mich, ich bin bereit zu dienen, meine Kampagne ist zu Ende."

    Sexwale hatte nicht einmal die Unterstützung seiner afrikanischen Heimatkonföderation.

    Das Reformpaket – die wichtigsten Punkte

    Gewaltenteilung

    Aus dem bisherigen Exekutivkomitee mit 24 Mitgliedern soll ein Rat (Council) mit 36 Mitgliedern werden, der wie ein Aufsichtsrat fungiert. Für das operative Geschäft wird die Funktion des vom Rat bestimmten Generalsekretärs gestärkt, der künftig wie ein CEO agieren soll und statt des Präsidenten die Verträge unterschreibt.

    Integrität

    Jedes neue Ratsmitglied muss einen umfangreichen Integritäts- und Eignungs-Check durchlaufen, der von externen Experten durchgeführt wird. Eine unabhängige Audit- und Compliance-Kommission soll alle Geldflüsse des Weltverbandes überwachen.

    Amtszeitbeschränkung

    Mitglieder des FIFA-Rates und der Präsident sollen ihre Ämter künftig maximal zwölf Jahre, also für drei Amtszeiten, behalten dürfen. Für Mitglieder des jetzigen Exekutivkomitees beginnt die Zählung bei Null.

    Frauenquote

    Jede der sechs Konföderationen soll mindestens eine Frau in den FIFA-Rat entsenden. Als Ziel wird eine Frauenquote von 30 Prozent genannt.

    Transparenz

    Künftig sollen die Gehälter der hohen Amtsträger des Verbandes veröffentlicht werden.

    26.02.2016, Quelle: dpa / SID
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