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Champions League | Dynamo Kiew - ManCity Arg gedämpfte Vorfreude

UEFA Champions League - PSV Eindhoven - Atlético Madrid, 24.02.2016 20:25 Uhr
  • Bild Champions League: Dynamo Kiew
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    (Quelle: zdf)

    von Frank Hellmann und Oleg Furmin, Kiew

    Das Achtelfinalduell in der Champions League zwischen Dynamo Kiew und Manchester City (20:45 Uhr/Ausschnitte im ZDF) wird von vielfältigen Problemen überlagert. In der ukrainischen Hauptstadt ist Fußball eben gerade nur Nebensache. 

    Der Kader von Manchester City liest sich Jahr für Jahr wie ein „Who is who“ des Weltfußballs. Der Ivorer Yaya Touré und der Engländer Raheem Sterling, die Spanier Jesus Navas und David Silva oder die Brasilianer Fernando und Fernandinho – die Citizens sind dermaßen prominent besetzt, dass selbst verletzungsbedingte Ausfälle wie die von Kevin De Bruyne oder Samir Nasri vor einem Champions-League-Achtelfinale nicht allzu schwer ins Gewicht fallen.

    Links
    Vorschau: Juventus vs Bayern Champions-League-Liveticker Königsklasse in der Mediathek

    Fußball nur Nebensache

    Dass der Gast von der Insel bereits am Montag mit einem mulmigen Gefühl zum Königsklassen-Duell bei Dynamo Kiew angereist ist, hat eher mit den Gegebenheiten in der ukrainischen Hauptstadt zu tun. Nirgendwo sonst ist der Fußball dermaßen zur Nebensache geworden wie in der Ukraine.

    Die rasante wirtschaftliche Talfahrt, das aufgeladene politische Klima und die angespannte gesellschaftliche Lage belasten den Alltag. Die englische Delegation bezog ihr Quartier mitten in der historischen Altstadt. Vorsorglich wurden alle Lebensmittel und Getränke von zuhause mitgebracht, heißt es in ukrainischen Medien.

    Trainer Manuel Pellegrini ließ seine Spieler zudem mit dicker Winterkleidung trainieren. Es ist eben in jeder Hinsicht gerade ungemütlich in der Drei-Millionen-Metropole, in der bei der EM 2012 noch rauschende Fußballfeste im Olympiastadion stattfanden. Die Vorfreude bewegt sich nun wie die Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt.

    ZITAT
    Jeder unserer Siege, vor allem in der Champions League, brachte Millionen von Menschen Freude
    Dynamo-Trainer Sergey Rebrov

    Spiel wird nicht ausverkauft sein

    So wird die von einem deutschen Architekturbüro zur EM einst aufwändig umgebaute Spielstätte mit ihren 70.000 blauen und gelben Schalensitzen nicht ausverkauft sein. Die Preise variieren von 150 bis 2000 Griwna - umgerechnet sind das fünf bis 67 Euro. Die meisten der drei Millionen Einwohner haben schlicht andere Sorgen.

    Die Gedenkveranstaltungen zum „Tag der himmlischen Hundert“ – so viele Menschen wurden vor zwei Jahren beim Aufstand gegen den damaligen Machthaber Viktor Janukowitsch getötet – brachten am Wochenende Zehntausende auf die Straße. Bislang ist immer noch nicht aufgeklärt, wer die Täter und die Hintermänner waren. Der Regierung von Präsident Petro Poroschenko wird Vertuschung vorgeworfen. Soldaten, die in der Ost-Ukraine für ihre Heimat gekämpft haben, fühlen sich verraten und machen ihrem Unmut Luft.

    UEFA Champions League - PSV Eindhoven - Atlético Madrid

    Mittwoch 24.02.2016, 20:25 - 23:05 Uhr
    Moderator: Oliver Welke

    Übertragung aus Eindhoven
    Reporter: Martin Schneider
    Moderation: Oliver Welke
    Experte: Oliver Kahn

    anschl.
    Zusammenfassungen weiterer Spiele
    Dynamo Kiew - Manchester City
    Juventus Turin - FC Bayern München
    FC Arsenal - FC Barcelona

    Rebrov sieht eine Chance

    Der nicht gelöste Konflikt bestimmt das gesamte Leben. „Das ist leider ein sehr schwieriger Punkt in unserer Geschichte“, räumte Dynamo-Trainer Sergey Rebrov ein, „nicht nur ich oder meine Eltern, die ich aus der Ost-Ukraine holte, sondern das ganze Land leidet.“ Der ehemalige Nationalspieler glaubt, dass es heute um viel mehr als nur ein Spiel gehe. „Jeder unserer Siege, vor allem in der Champions League, brachte Millionen von Menschen Freude.“

    Der  41-Jährige hat einst selbst in der Premier League gespielt, für Tottenham und West Ham, sein Sohn Dmitriy lebt sogar noch in London. „City hat ein gut ausbalanciertes Team, aber wir haben auch Schwachstellen entdeckt“, betont Rebrov. Nur kann ausgerechnet sein Klub, der erst am 5. März wieder im heimischen Ligabetrieb startet, davon profitieren?

    EM-Quali: Slovenien - Ukraine

    Andrej Jarmolenko (r.)
    Quelle: imago/GEPA pictures

    Stürmerstar wird im Sommer wohl gehen

    Zweifel sind erlaubt, zumal Dynamo wohl bald seine wichtigsten Spieler verlieren wird. Younes Belhanda (FC Schalke 04) und Artem Kravets (VfB Stuttgart) sind bereits in die Bundesliga verliehen. Nun droht spätestens im Sommer der Weggang von Starstürmer Andrej Jarmolenko. Angeblich lagen für den torgefährlichen Flügelmann schon wahnwitzige Angebote aus China vor.

    Auch Potente englische Vereine sollen bereits um Jarmolenko werben, der zudem auf der Wunschliste von Borussia Dortmund steht. Vermutlich wird abgewartet, wie sich der beste Torschütze im Sommer bei der EM schlägt, wo die Ukraine im ersten Gruppenspiel gegen Deutschland antritt.

    Probleme mit rassistischen Auswüchsen

    Das Aushängeschild des ukrainischen Vereinsfußballs plagen immer wieder Probleme mit einem Teil der nationalistisch geprägten Fans. Beim Gruppenspiel gegen den FC Chelsea am 20. Oktober erreichten die rassistischen Auswüchse auf den Rängen  eine neue Dimension, so dass die UEFA verordnete, zwei Heimspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutragen.

    Anfang dieses Monats reduzierte die in dieser Frage mal wieder wenig konsequente Dachorganisation die Sperre plötzlich auf ein Spiel – und die hatte der zweifache Europapokalsieger der Pokalsieger (1975 und 1986)  schon gegen Maccabi Tel Aviv am 9. Dezember verbüßt.

    Nun hat Dynamo Kiew auf seiner Homepage vorsorglich ein Maßnahmenpaket veröffentlicht. Darin werden die Zuschauer eindringlich aufgefordert, „bleibt während des Spiels auf euren Plätzen, steht nicht in den Gängen herum.“ Auch das Mitführen von Fahnen und Plakaten, deren Inhalt rassistisch, beleidigend oder diskriminierend ist, sollen vor den Eingängen aussortiert werden.

    UEFA Champions League Achtelfinale Champions League Liveticker
    Di., 16.02.
    Paris Saint-Germain - FC Chelsea 2:1   (1:1)
    Benfica Lissabon - Zenit St. Petersburg 1:0   (0:0)
    Mi., 17.02.
    AS Rom - Real Madrid 0:2   (0:0)
    AA Gent - VfL Wolfsburg 2:3   (0:1)
    Di., 23.02.
    Juventus Turin - Bayern München 2:2   (0:1)
    FC Arsenal - FC Barcelona 0:2   (0:0)
    Mi., 24.02.
    Dynamo Kiew - Manchester City 1:3   (0:2)
    PSV Eindhoven - Atlético Madrid 0:0  
    Di., 08.03.
    VfL Wolfsburg - AA Gent 1:0   (0:0) HS: 3:2
    Real Madrid - AS Rom 2:0   (0:0) HS: 2:0
    Mi., 09.03.
    Zenit St. Petersburg - Benfica Lissabon 1:2   (0:0) HS: 0:1
    FC Chelsea - Paris Saint-Germain 1:2   (1:1) HS: 1:2
    Di., 15.03.
    Manchester City - Dynamo Kiew 0:0   HS: 3:1
    Atlético Madrid - PSV Eindhoven 8:7 n.E. 0:0 / 0:0 / 0:0
    Mi., 16.03.
    FC Barcelona - FC Arsenal 3:1   (1:0) HS: 2:0
    Bayern München - Juventus Turin 4:2 n.V. 0:2 / 2:2
    letzte Aktualisierung: 31.05.16 - 03:45:10

    23.02.2016
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