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das aktuelle sportstudio | Topspiel Schaafs Mission in Hannover droht zu scheitern

das aktuelle sportstudio, 19.03.2016 23:30 Uhr
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    Thomas Schaaf
    (Quelle: dpa)
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    von Frank Hellmann

    Für Hannover 96 geht es schon fast um alles. Sollte das Bundesliga-Schlusslicht am Samstag bei Eintracht Frankfurt (18:30 Uhr/erste Bilder im Free-TV ab 23:30 Uhr im aktuellen sportstudio) erneut verlieren, gerät auch Thomas Schaaf unter Druck. Die in ihn gesetzten Hoffnungen als Retter am Maschsee konnte der Trainer bislang nicht erfüllen. 

    Ein feines Lächeln umspielte die Mundwinkel von Thomas Schaaf, als er Auskunft geben sollte zur Vorsaison. Endlich mal eine erfreuliche Frage, wird sich der Fußballlehrer gedacht haben. "Es war ein sehr erfolgreiches Jahr. An den Zahlen lässt sich nachverfolgen, wie gut es war.“
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    Fast schon letzte Chance

    An den 54-Jährigen war erwartungsgemäß auf der Pressekonferenz von Hannover 96 herangetragen worden, doch bitte seine Arbeit beim kommenden Gegner Eintracht Frankfurt einzuschätzen. Im Frankfurter Stadtwald spielt das abgeschlagene Schlusslicht am Samstag um seine fast schon letzte Chance.

    Als Schaaf noch die Eintracht trainierte, stimmte immerhin der Blick auf die Tabelle zufrieden. 43 Zähler, Rang neun. Damit wären beide Vereine heute mehr als glücklich. Der Trainer hatte also Recht, auf seine sportlichen Erfolge an alter Wirkungsstätte zu verweisen. Doch dass er die vielen Gesichter, auf die er sich in der Bankenstadt freue, nicht aufzählen könne, weil die Liste zu lang sei, stimmt nicht so ganz.

    Unterschiedliche Wahrnehmung

    Es waren ja nicht nur Medienvertreter, sondern auch Mitarbeiter und Spieler, die mit dem mitunter wenig kommunikativen, sperrigen Arbeitsstil nicht klarkamen. Da mag Schaaf nach außen noch so beharrlich von einer "guten Zeit“ und einem "guten Jahr“ sprechen. Inzwischen ist die "Zeit abgeschlossen", sagte der Coach. Dass Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing den Ex-Trainer öffentlich angriff ("Den Heiligenschein, den man ihm gibt, hat Schaaf jedenfalls nicht“) – für Schaaf geschenkt.

    Und doch würde er wohl gerne an der Uhr drehen, wenn er damit nur annähernd mit seinem Klub auf Kurs käme. Zerstörten am Main die atmosphärischen Spannungen nach und nach die Arbeitsgrundlage, zersetzen an der Leine die anhaltenden Misserfolge die Hoffnungen auf ein gedeihliches Miteinander. Der im Winter als Retter präsentierte Schaaf muss mittlerweile fast schon froh sein, wenn er die karge Ausbeute seines Vorgängers Michael Frontzeck (14 Punkte aus 17 Spielen) erreicht.

    Ein Haufen Hoffnungslosigkeit 

    Außer einem glücklichen Sieg beim VfB Stuttgart (2:1) hagelte es in den neun Spielen ausnahmslos Niederlagen. Das Erscheinungsbild der Niedersachsen war zuletzt desaströs – Hannover kam als ein Haufen Hoffnungslosigkeit daher. "Wir wollen nicht das Bild abgeben, dass wir uns schon ergeben haben“, beteuerte der 96-Trainer nun. "Es liegt an uns, Gegenwehr zu leisten. Irgendwann muss dann das Ding in die andere Richtung kippen.“ Doch weder hat er dafür Rezepte und Konzepte, die greifen, geschweige denn System und Stammelf gefunden, die wirken. Seinen Kader fehlt Qualität, aber auch der Wille, sich gegen den Absturz zu wehren.
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    Samstag 19.03.2016, 23:30 - 00:55 Uhr
    Moderator: Katrin Müller-Hohenstein

    Gast: Jerome Boateng
    Bayern München

    Fußball-Bundesliga, 27. Spieltag
    Topspiel:
    Eintr. Frankfurt - Hannover 96

    1. FC Köln - Bayern München
    VfL Wolfsburg - Darmstadt 98
    Hamburger SV - Hoffenheim
    Werder Bremen - 1. FSV Mainz 05
    Hertha BSC - FC Ingolstadt
    FC Schalke 04 - Bor. M'gladbach (Fr.)

    Fußball: Zweite Liga, 27. Spieltag
    SV Sandhausen - FC St. Pauli
    Fortuna Düsseldorf - 1. FC K'lautern

    Formel 1: Großer Preis von Australien
    Qualifying in Melbourne

    Schaaf hat in Hannover einen alten Fehler aus Frankfurt wiederholt und sich im engsten Mitarbeiterkreis  mit den altbekannten Vertrauten aus Bremer Zeiten umgeben. Seine ewigen Assistenten Wolfgang Rolff und Matthias Hönerbach sind wieder an seiner Seite, dazu ist der ehemalige Werder-Athletiktrainer Reinhard Schnittker in den Stab gerückt, und auch Schaafs Freund, der einstige Werder-Scout Bernd Pfeifer, dient ihm in nicht näher definierter Funktion. Ein Konstrukt, das zwar nach innen Rückhalt verschafft, aber nach außen eher Abschottung vermittelt.

    Zur Zukunft sagt Schaaf nichts 

    Und so ist auch fraglich, ob Schaaf mit seinem Team wirklich für den Neuanfang in der Zweiten Liga taugt. Dafür klaffen Wunsch und Wirklichkeit zu weit auseinander. Der mächtige Klubpräsident Martin Kind hielt die Länderspielpause für geeignet, dass sich der Trainer endlich mal erklärt. Nach dem Frankfurt-Spiel "wäre ein guter Zeitpunkt.“ Sportvorstand Martin Bader drückt sich gegenüber zdfsport.de differenzierter aus: "Wir haben über vieles schon gesprochen, aber es bringt doch nichts, jetzt jemand unter Druck zu setzen.“

    Vorher müssten in Ruhe die Rahmendaten, Perspektiven und Pläne ausgelotet werden. Die Lizenzierungsunterlagen für die Zweitklassigkeit hat Hannover 96 mit "äußerster Seriosität“ (Bader) ausgefüllt. "Dafür haben wir den einen oder anderen Gedanken mehr verschwendet.“ Schaaf allerdings tut öffentlich so, als sei das für ihn kein Thema – zu dieser Causa ist ihm kein Kommentar zu entlocken.

    Vieles deutet auf Trennung im Abstiegsfall hin

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    Schalke zieht an Gladbach vorbei
    Er, der bisher 522 Erstligaspiele gecoacht und sechs Jahre den SV Werder in der Champions League auf Gegner wie den FC Barcelona, Real Madrid, FC Chelsea und Inter Mailand eingestellt hat, muss  genau überlegen, ob er wirklich ein Team auf Vergleiche gegen den SV Sandhausen und 1. FC Heidenheim vorbereiten möchte. Zumal er nicht ohne Grund einen Vertrag bis 2017 unterzeichnet hat, der nur für die erste Liga gilt. All das deutet auf eine Trennung im Abstiegsfall hin. Seinen guten Ruf aus Werder-Zeiten hätte Schaaf dann wohl eingebüßt.

    Spieltag und Tabelle im Überblick
    Zur Zeit finden keine Spiele statt.

    19.03.2016
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