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Bundesliga | FC Bayern - Werder Bremen Claudio Pizarro: Da geht noch was!

das aktuelle sportstudio, 12.03.2016 23:00 Uhr
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    Claudio Pizarro
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    von Ralf Lorenzen

    Gestern Nachmittag stand Bremen kurz unter Schock. Nein, die Stadtmusikanten waren nicht gestohlen worden und auch die bevorstehende „Osterwiese“  nicht abgesagt –  Werder-Stürmer Claudio Pizarro kann wegen Muskelproblemen gegen seinen Ex-Klub Bayern München nicht spielen. Trotzdem liegt es hauptsächlich an Pizarro, dass die Bremer nicht hoffnungslos in den Süden reisen. 

    Es ist in Bremen fast schon ein geflügeltes Wort gewordenen, Claudio Pizarro als Werders Lebensversicherung zu bezeichnen. Ein traditionelles Sprichwort der Hansestadt passt genauso gut auf dem 37-Jährigen: "Dreimal ist Bremer Recht“, heißt es. Zum dritten Mal ist Pizarro im Herbst in Bremen angekommen, immer war er der Star der Mannschaft, aber nie war er so wertvoll wie heute.

    Rückkehr der Magie

    Das wurde blitzartig in dem Moment deutlich, als am letzten Samstag
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    nach Jahren der Enthaltsamkeit die Freude ins Werderstadion zurückgekehrte - nicht die Freude über einen schnöden Sieg gegen Hannover 96, sondern die über einen magischen Moment der Ballkunst.

    Dicht bedrängt im Strafraum nahm Pizarro erst ein halbhohes Zuspiel seelenruhig an, hob den Ball mit rechts elegant über zwei Gegenspieler hinweg, drehte sich, ließ den Ball noch einmal aufprallen und hämmerte ihn mit links in den Winkel. Solch schöne Tore kommen vor, fast jedes Wochenende, aber selten in einer Drucksituation wie der, in der sich die Bremer vor dem Spiel befanden.

    Immer da, wo der Ball ist

    Und noch seltener, wenn es ein Jubiläumstor ist - wie das 100. Bundesliga-Tor von Claudio Pizarro für Werder Bremen.
    ZITAT
    Er war immer da, wo der Ball war.
    Werders Ex-Trainer Thomas Schaaf
    Noch ein Tor, dann hat er den Vereinsrekord von Marco Bode eingestellt. Dieses 2:0 in der 26. Minute im Spiel gegen Hannover 96 vereinte alle Eigenschaften, die ihn zu einem der komplettesten Spieler der Gegenwart machen. Eigenschaften, die er in seinem Leben als Profi nach und nach vervollständigt hat.

    Mitgebracht aus Lima, wo Werders Ex-Präsident Jürgen Born ihn als 21jährigen entdeckte, hat er schon seine Torgefahr und Schlitzohrigkeit. "Er war immer da, wo der Ball war“, beschreibt der damalige Werder-Trainer Thomas Schaaf das herausragende Merkmal des jungen Pizarro. "Ich habe nie wieder einen Spieler gesehen, der so heiß darauf ist, innerhalb vom 16er an die Kugel zu kommen und so schnell abzuschließen.“

    Eine Spur zu locker

    In der Bundesliga passte er seine technischen Fähigkeiten dann so perfekt an den deutschen Fußball an, dass Mehmet Scholl nach seinem Wechsel zu Bayern München neidlos zugab, Pizarro sei der beste Spieler, mit dem er jemals zusammengespielt habe. Das einzige, was dem passionierten Pferdezüchter zum Durchbruch in den Rang eines Weltstars fehlte, war die letzte Verbissenheit, der Hang zum lockeren Leben, der ihm zweitweise die eine oder andere Boulevard-Schlagzeile einbrachte.

    Als er schließlich nach einem Abstecher zu Chelsea London das zweite Mal in Bremen landete, sahen seine Fans einen gereiften Spieler, der auch athletisch kräftig zugelegt hatte und auf dem Platz eine natürliche Autorität ausstrahlte. Mit ihm gewann Werder 2009 noch einmal den DFB-Pokal und konnte mit seinen Toren den Absturz in tiefere Liga-Gefilde noch etwas herauszögern.

    Dinkelpasta und Vorbildfunktion

    Bei seinem zweiten Bayern-Gastspiel stellte er sich dann ganz in den Dienst der Mannschaft und machte das Beste aus dem Status des Einwechselspielers.
    So wollen sie spielen

    FC Bayern München: Neuer - Lahm, Benatia, Alaba, Bernat - Xabi Alonso - Robben, Müller, Thiago, Ribéry - Lewandowski
    Werder Bremen: Wiedwald - Gebre Selassie, Vestergaard, Djilobodji, Santiago Garcia - Yatabaré,Veljkovic - Öztunali, Kleinheisler, Grillitsch - Ujah

    Schiedsrichter: Guido Winkmann

    Als Bayern München ihn selbst dafür nicht mehr gebrauchen konnte, nutze Werder Bremen die Chance, ihn als erfahrene Stütze seiner jungen Mannschaft noch einmal an die Weser zu lotsen.

    Diesmal ist er nun endgültig als Vorzeigeprofi angekommen - der Dinkelpasta isst, als erster zum Training kommt und eine unverwechselbare Mischung aus Lockerheit, Charme und Zielstrebigkeit entwickelt hat. Er braucht keine Kapitänsbinde oder lange Kabinenansprache um die anderen mitzureißen. Es reicht einer dieser schelmischen Pizarro-Blicke oder Pizarro-Sprüche, um ihnen zu signalisieren: da geht noch was. Dafür muss er gar nicht auf dem Platz stehen – wie heute Abend.

    Zu heiß fürs Altenteil

    Er ist auch mit 37 Jahren noch so heiß auf den Ball wie am Anfang seiner Karriere. So heiß, dass er zum Leidwesen der Bremer Fans nicht ans Altenteil in Bremen denkt, sondern noch immer vom ganz großen Fußball träumt. "Vielleicht ruft mich ja Pep Guardiola an und will mich zu Manchester City holen", sagte er am Donnerstag - und verwischte mit seinem Lächeln mal wieder die Grenze von Ernst und Spaß.

    Zur Zeit finden keine Spiele statt.

    12.03.2016
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