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Bundesliga | BVB - FC Bayern Unverhoffter Traum vom schwarz-gelben Triple

das aktuelle sportstudio, 05.03.2016 23:00 Uhr
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    BVB-Jubel über Sieg
    (Quelle: dpa)
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    (Quelle: ZDF)
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    (Quelle: ZDF)

    von Patrick Brandenburg

    Nach dem Ausrutscher der Bayern geht es für Dortmund am Samstag unvermittelt sogar ums Titelrennen. Mit einem Heimsieg könnte der BVB den Münchnern bis auf zwei Punkte auf die Pelle rücken. Dabei hatten der BVB längst andere Pläne, sich auf die Europa League und den DFB-Pokal eingeschworen. 

     

    Falls letzte Zweifel an Borussia Dortmunds Prioritäten bestanden - ein kurzer Blick auf den Aufstellungsbogen vor der Partie in Darmstadt schaffte Klarheit: Gleich auf acht Positionen hatte Trainer Thomas Tuchel sein Team im Vergleich zum vorigen Spieltag verändert. Etliche Stars saßen auf der Bank. Lukasz Piszczek, Marco Reus und Torwart Roman Bürki standen nicht einmal im Kader, auf dem Platz dafür der 17 Jahre alte Liga-Debütant Felix Passlack. Der BVB wollte ganz sicher nicht auf Teufel komm raus für Spannung in der Meisterschaft sorgen. Weil sich die Westfalen aber auch in der Ultra-Rotation keine Blöße gaben und Spitzenreiter München gegen Mainz patzte, tritt plötzlich das unmöglich Scheinende ein.

     

    Urplötzliche Spannung im Titelrennen

    BVB-FCB: Analyse mit Holger Stanislawski
    Holger Stanislawski

    Holger Stanislawski wird sich im aktuellen sportstudio intensiv mit dem Topspiel des 25. Spieltags der Bundesliga zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München auseinander setzen und den Gipfel live im Studio bei Jochen Breyer analysieren.

    Holger Stanislawski machte sich zwischen 1993 und 2011 beim FC St. Pauli einen Namen, wo er unter anderem als Spieler, Sportlicher Leiter und Trainer die Geschicke der Kiezkicker lenkte. Nach weiteren Trainerstationen in Hoffenheim und Köln verließ er die Fußball-Bühne im Sommer 2013. Seit dieser Saison tritt er regelmäßig als Experte in der ZDF SPORTreportage in Erscheinung.

    Der anstehende Showdown im früheren Westfalenstadion bietet nun ganz neue Perspektiven. Zumindest die drei Tage bis zum Spiel am Samstagabend hat die viel zitierte "Langeweile-Liga" ein echtes Titelrennen. Ein Heimsieg brächte den BVB bis auf mickrige zwei Punkte an die Überflieger aus München ran, nachdem die Dortmunder lange ohne Kontakt zwischen Rang eins und drei schwebten.

    In neun Spielen bis zum Abpfiff der 53. Spielzeit wäre mit dem gewissen Borussen-Momentum alles möglich. Über die aktualisierte Zielsetzung für das Topspiel gibt es jedenfalls kein Vertun: "Wir werden alles daran setzen, den Rückstand weiter zu verkürzen", kündigte Tuchel bereits an.

     

    Liga als Experimentierfeld

    Dem BVB eröffnet sich eine Riesenchance, der Trainer und Team selbstverständlich nachjagen müssen. Die Frage aber bleibt, ob die neue Konstellation ein vergiftetes Geschenk ist und sich die Borussia im Schlussspurt einer herausragenden Saison verzettelt? Zumal die Pläne seit Beginn der Rückrunde wohl andere waren. Nachdem Dortmund die Europa League noch bis Ende der Gruppenphase stiefmütterlich ansah, hat der Klub den Cup-Wettbewerb zu Jahresbeginn als historische Chance erkannt. Mit einem Sieg im Finale in Basel am 18. Mai könnte die Borussia in den Fußball-Adel aufsteigen und als erst fünfter Klub nach Chelsea, Juventus, Ajax und Bayern das Set der drei Europapokale komplettieren. Auch den DFB-Pokal hat der BVB als Halbfinalist fest im Visier. Angesichts von 18 Punkten Vorsprung auf Rang vier und der fast sicheren Qualifikation für die Champions League stufte Tuchel die Liga folglich zum Experimentierfeld herab.

     

    Dortmund - FC Bayern: Zahlenspiele

    66:64 für den BVB

    Thomas Müller (li./Bayern) gegen Sven Bender (Dortmund)
    • Dortmunder Heimbilanz gegen Bayern (Gesamtbilanz in Klammern): 14 (23) Siege, 18 (28) Unentschieden, 14 (42) Niederlagen, 66:64 (116:174) Tore
    • 97 Treffer erzielten Pierre-Emerick Aubameyang (51) und Marco Reus (46) als derzeit erfolgreichste Dortmunder Torjäger für den BVB, aber keinen davon in einem Heimspiel gegen den FC Bayern. Der verlor nur zwei der letzten acht Gastspiele bei den Westfalen und gewann die letzten beiden ohne Gegentor. Das 1:0 für die Münchner erzielten dabei die Ex-Dortmunder Mario Götze und Robert Lewandowski, die sieben Mal gegen ihren früheren Klub erfolgreich waren. Ein weiterer BVB-Schreck ist Arjen Robben: Der Holländer erzielte im Champions-League-Finale 2013 (2:1), im DFB-Pokal-Endspiel 2014 (2:0 nach Verlängerung) und im Pokal-Viertelfinale 2013 (1:0) jeweils die entscheidenden Tore.
    • Gegen den Rekordmeister registrierten die Dortmunder nicht nur die meisten Niederlagen, sondern mit 28 auch ihre meisten Unentschieden, die auch für die Bayern Höchstwert sind.
    • In den letzten 15 Jahren gab es in den Duellen zwölf Platzverweise, gleich zwei für den Münchner Rafinha.
    • Zu Hause ging der BVB zuletzt am 23. August 2008 mit einer Führung in die Pause (Endstand: 1:1). Erst ein Heimspiel gegen die Bayern gewann Dortmund nach einem 0:1-Rückstand - beim 6:3 am 9. September 1967. Den Münchnern fehlen nur zehn Zähler an der höchstmöglichen Punktzahl, fünf büßten sie bei Gastspielen im Westen ein.
    • An den fünf Rückrundensiegen der Bayern war Lewandowski mit mindestens einem und insgesamt acht Treffern beteiligt. Aus den beiden Partien, in denen der Pole nicht traf, holte der FCB nur einen Punkt.
    • Vor dem Duell der beiden besten Angriffsreihen (je 59 Tore) trafen die Bayern in den letzten fünf Runden vor dem Wechsel insgesamt nur einmal ins Netz.
    • Die Dortmunder sind mit 19 von 21 möglichen Punkten Rückrundenprimus und verbuchen auch die Jahresbestleistung von nur zwei Gegentoren.
    • Aubameyang war in den letzten vier Pflichtspielen an jeweils einem Tor beteiligt.
    • Die Hinrunden-Begegnung gewannen die Bayern zu Hause mit 5:1.

    Viel Qualität von der Bank
    Die Borussia leistet sich den Luxus, ein Topspiel wie zum Rückrundenauftakt in Gladbach als echtes Highlight, den Rest aber ökonomisch zu betrachten. Ingolstadt, Hertha, Hannover, Leverkusen, Hoffenheim oder zuletzt Darmstadt - all diese Spiele bestritt der BVB nicht mit dem Vorsatz, die Bayern zu jagen. Lieber testete Tuchel Alternativen, gönnte Pausen, belohnte die zweite Reihe. Vor Passlack feierte schon der 17-Jährige Christian Pulisic sein Liga-Debüt. Moritz Leitner - lange abgeschrieben, ist wieder eine Option, genau wie Innenverteidiger Neven Subotic.

    Nuri Sahins Comeback nach langer Leidenszeit schafft personellen Spielraum. Besonders mit Blick auf die nächste Saison, sollte Nationalspieler Ilkay Gündogan der Verlockung des großen Geldes erliegen. Die Rückkehr von Erik Durm gibt auch taktisch Breite - der Außenverteidiger wurde mit Erfolg im Mittelfeld getestet. "Wir können von der Bank viel Qualität reinbringen", freute sich Gündogan jüngst.

     

    Tottenham oder Mainz?
    das aktuelle sportstudio

    Samstag 05.03.2016, 23:00 - 00:25 Uhr
    Moderator: Jochen Breyer

    Gast: Holger Stanislawski
    ZDF-Fußball-Experte

    Fußball-Bundesliga, 25. Spieltag
    Topspiel:
    Bor. Dortmund - Bayern München

    VfL Wolfsburg - Bor. M'gladbach
    VfB Stuttgart - Hoffenheim
    1. FC Köln - FC Schalke 04
    FC Augsburg - Bayer Leverkusen
    Eintr. Frankfurt - FC Ingolstadt
    Werder Bremen - Hannover 96

    Fußball: Zweite Liga, 25. Spieltag
    SC Paderborn - Greuther Fürth
    Union Berlin - FSV Frankfurt

    Biathlon: WM in Oslo
    Sprint Männer und Frauen

    DFB: WM-Affäre 2006
    Freshfields-Ermittlungen

    Angesichts permanenter englischer Wochen gab es kaum ein Spiel mehr mit der gleichen Startelf. Das Design des Kaders ist bisweilen so ausgefeilt, dass Elf-Millionen-Mann Gonzalo Castro schon mal zwei Partien auf die Tribüne muss, weil dem Coach sehr spezielle Wechsel-Ideen für die zweite Spielhälfte vorschweben.

    Wegbegleitern aus Mainzer Zeiten kommt das Muster bekannt vor, dort hat der Trainer das Team noch konsequenter an die Umstände angepasst. Es wird spannend sein zu sehen, wie Tuchel im Falle eines Sieges gegen München agieren wird: Tottenham Hotspur oder Bayern-Schreck Mainz - was ist wichtiger? Schon in der kommenden Woche stünde diese Frage ganz konkret an.

     

    Gestärkte Defensive
    Beim Jonglieren mit mehreren Bällen kommt Dortmund entgegen, dass die Mannschaft in der Winterpause einen weiteren Entwicklungsschub genommen hat. Ein wenig zu Lasten der 103-Tore-Offensive steht die Abwehr nun tiefer und damit deutlich stabiler.

    Nur drei Treffer hat der BVB in den ersten zehn Partien 2016 kassiert. Dem stehen satte 34 Gegentore in 30 Pflichtspielen der Hinrunde gegenüber - alleine fünf davon beim Hinspiel-Debakel in München. "Wir haben die Balance geändert", sagt Tuchel dazu schlicht.

     

    Mit 87 Punkten nur Zweiter?
    Ob das aber im Endspurt reicht, um Bayern abzufangen, das in der gesamten Ära Pep Guardiola nur neun Niederlagen kassierte? Selbst bei einer Pleite in Dortmund hat der Rekordmeister alles in der Hand und könnte sich aufgrund der besseren Tordifferenz sogar ein Remis als weiteren Ausrutscher leisten.

    Links
    Bundesliga-Liveticker mobil Bayern stolpert über Mainz - BVB siegt in Darmstadt
    Der BVB dagegen könnte sämtliche Partien gewinnen, etwa das unberechenbare Revierderby auf Schalke Anfang April - und liefe doch Gefahr, mit unfassbaren 87 Punkten nur als bester Zweiter der Bundesliga-Geschichte ins Ziel zu laufen. Dann ginge bei den Westfalen das Ärgern los über verschenkte Punkte der Hinrunde - in Hamburg, in Köln, aber auch beim 2:2 im Hinspiel gegen Darmstadt 98, das der BVB nun selbst mit einer besseren B-Elf im Griff hatte.

    Zur Zeit finden keine Spiele statt.

    03.03.2016
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