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Olympia-Bewerbung | Referendum Umfrage: Mehrheit für Olympia 2024 in Hamburg

  • Bilderserie Ergebnisse der Umfrage
  • BilderserieErgebnisse der Umfrage
    Soll sich Hamburg um die Spiele 2024 bewerben? Ja: 56%, Nein: 44%
    (29.11.2015)

    Nach den Ergebnissen der Umfrage der "Forschungsgruppe Wahlen" haben sich 56 Prozent aller Abstimmenden für die Teilnahme Hamburgs an der Olympia-Bewerbung ausgesprochen. 

    Die Wahlbeteiligung in Hamburg ist so hoch ausgefallen, dass das Ergebnis nicht am notwendigen Quorum scheitern kann. Laut Landeswahlleiter haben allein über 569.000 Abstimmungsberechtigte per Briefwahl teilgenommen. Dazu dürften noch einmal 74.000 Stimmen in den Wahllokalen hinzugekommen sein, so dass mit einer Abstimmungsbeteiligung von knapp 50% zu rechnen ist. Im Falle einer Mehrheit in der Abstimmung wäre somit das notwendige Quorum, wonach diese Mehrheit auch gleichzeitig mindestens 20% aller Wahlberechtigten ausmachen muss, zweifelsfrei erfüllt.

    Abstimmungsergebnis

    Nach den Ergebnissen unserer Umfrage haben sich 56% aller Abstimmenden für die Teilnahme Hamburgs an der Olympia-Bewerbung ausgesprochen.

    Methodischer Hinweis

    Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen hat im Auftrag des ZDF am Tag der Abstimmung (29.11.15) eine telefonische Umfrage in Hamburg durchgeführt. Dabei wurden 3.800 zufällig ausgewählte Abstimmungsberechtigte befragt. Die Befragung ist repräsentativ für die abstimmungsberechtigte Bevölkerung in Hamburg. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteil von 50% rund +/- zwei Prozentpunkte.

    Kosten der Spiele

    Dieses Abstimmungsergebnis kam zustande, obwohl kaum jemand den Kostenprognosen für die Spiele geglaubt hat: 86% aller Befragten waren der Meinung, dass die Olympischen Spiele 2024 deutlich teurer werden, als es die bisherigen Planungen annehmen, lediglich 10% hielten diese Kalkulationen für realistisch. Selbst bei den Befürwortern waren 72% der Meinung, dass die Spiele deutlich teurer werden als bisher angegeben, nur 23% glaubten der offiziellen Kostenschätzung (Rest zu 100% hier und im Folgenden jeweils „weiß nicht“).

    Schutz vor Terroranschlägen

    Links
    Referendum am 29. November Olympia-Wahlkampf: Prominente Befürworter in Mehrheit Olympische Entwicklungsspiele Zustimmung der Hamburger wackelt
    Eine knappe Mehrheit von 48% aller Befragten, war der Meinung, dass Olympische Spiele in Hamburg nicht wirksam vor Terroranschlägen geschützt werden können. Lediglich 41% erwarteten, dass das möglich sein wird. In dieser Frage unterscheiden sich Befürworter und Gegner der Bewerbungsteilnahme deutlich: Bei den Befürwortern gehen 60% von einem wirksamen Schutz vor Terroranschlägen aus, bei den Gegnern nur 26%. Umgekehrt zweifeln 31% der Befürworter und 63% der Gegner an einer entsprechenden Schutzmöglichkeit.

    Bestechung

    Jeder zweite Befragte glaubt, dass es bei der Vergabe von Olympischen Spielen zu Bestechungszahlungen kommt, nur 37% meinen, dass das nicht der Fall ist. Bei den Befürwortern gehen 42% und bei den Gegnern 63% von Bestechung aus. Dass dabei keine Gelder fließen, meinen 49% der Befürworter und nur 27% der Gegner.

    Forschungsgruppe Wahlen

    Fakten zur Hamburger Olympia-Bewerbung

    Fahrplan

    Choreographie für die Bewerbung zu den Olympischen Spielen von Hamburger Fußballfans

    29. November 2015: Beim Referendum entscheiden die Hamburger über Ja oder Nein zu Spielen 2024 in der Hansestadt.
    8. Januar 2016: Die Frist für die Abgabe der ersten Bewerbungsunterlagen beim IOC läuft aus. Die Städte müssen zu diesem Zweck das sogenannte "Mini bid-book" mit einem Umfang von rund 80 Seiten vorlegen. Gefordert sind zudem Antworten auf 25 Fragen zu einer Reihe von Themenkomplexen ("application file") sowie Garantien zur staatlichen Unterstützung der Bewerbung.
    April/Mai 2016: Das IOC wählt auf der Grundlage der "Mini Bid Books" die Candidate Cities aus.
    Mai 2016: Die Kandidatenstädte erhalten weitere Fragebögen des IOC.
    5. - 21. August 2016: Die Kandidatenstädte nehmen bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro am offiziellen Beobachterprogramm des IOC teil.
    Januar 2017: Die Frist für die Vorlage der vollständigen Bewerbungsunterlagen beim IOC endet. Alle Kandidatenstädte reichen bis zu diesem Tag das sogenannte "Bid Book" ein. Es muss detaillierte Angaben zu den Sportstätten, zum Olympischen Dorf, zum Transportkonzept, zur Unterbringung der Gäste, sowie zu Sicherheits-, Umwelt- und Marketingfragen enthalten. Zudem verlangt das IOC eine Reihe von Garantien, die erfüllt werden müssen.
    Februar/März 2017: Die IOC-Evaluierungskommission besucht die offiziellen Kandidatenstädte. Die in der Folge erstellten formellen Berichte dienen den IOC-Mitgliedern später als Entscheidungshilfe bei der Auswahl der Olympiastadt 2024.
    Juni 2017: Die IOC-Evaluierungsberichte zu den verschiedenen Kandidatenstädten und ihren Konzepten werden offiziell vorgestellt. Alle Candidate Cities haben die Gelegenheit, am Rande einer IOC-Sitzung ihre Konzepte in den technischen Details zu präsentieren. Dann folgt noch einmal eine Präsentation der Vision vor der IOC-Mitgliederversammlung.
    Sommer/Herbst 2017: Die IOC-Mitglieder entscheiden bei der 130. Session in Lima/Peru, welche Stadt Gastgeber der Olympischen Spiele 2024 wird.

    Sportstätten

    Modell des geplanten Olympiastadions in Hamburg

    23 Sportstätten sind bereits vorhanden, sie müssten saniert und modernisiert werden. Fünf Anlagen sollen neu gebaut werden. Acht Austragungsorte sollen nur für den Wettkampf genutzt werden. Die Sportstätten und ihre Zuschauerkapazität bei den Olympischen Spielen:

    In Hamburg:

    • Olympiastadion (Foto): Eröffnungs- und Schlussfeier, Leichtathletik, Moderner Fünfkampf (Neubau auf dem Kleinen Grasbrook, soll 60.000 Sitzplätze umfassen)
    • Olympia-Schwimmhalle: Schwimmen, Synchronschwimmen, Wasserspringen (Neubau auf dem Kleinen Grasbrook, soll 12.000 Sitzplätze umfassen)
    • Olympia-Halle: Kunstturnen, Trampolin, Basketball, Rollstuhl-Basketball (Neubau auf dem Kleinen Grasbrook, soll 15.000 Sitzplätze umfassen)
    • Messehallen: Badminton, Para-Badminton, Rhythmische Sportgymnastik, Taekwondo, Judo, Ringen, Boxen, Basketball, Rollstuhl-Basketball, Rollstuhl-Rugby, Handball, Goalball Tischtennis (Hallen mit 5000 bis 10.000 Sitzplätzen)
    • Millerntor-Stadion (mit Nebenplätzen): Hockey, Fußball (25.000 Sitzplätze)
    • Rotherbaum-Stadion (mit Nebenplätzen): Tennis, Rollstuhl-Tennis (22.000 Sitzplätze)
    • Sporthalle Hamburg: Fechten (4000 Sitzplätze)
    • Volksparkstadion: Fußball (Finale), Rugby (50.000 Sitzplätze)
    • Arena an Inselparkhalle: Wasserball (5000 Sitzplätze)
    • Inselparkhalle: Rollstuhl-Fechten (3000 Sitzplätze)
    • Stadtpark: Bogenschießen (4000 Sitzplätze)
    • Klein Flottbek: Springreiten, Dressurreiten (16.000 Sitzplätze)
    • Stellingen: Bahnrad, BMX (Neubau, soll 5000 Sitzplätze umfassen)
    • Francop: Mountainbike (2000 Sitzplätze)
    • Dove-Elbe: Rudern, Kanu-Sprint, Para-Kanu (12.000 Sitzplätze)
    • Barclaycard-Arena: Volleyball (15.000 Sitzplätze)
    • Congress Center Hamburg, Halle H: Gewichtheben, Powerlifting (5000 Sitzplätze)
    • Stadtgebiet: Triathlon, Marathon, Gehen, Straßenradrennen
    • Beachvolleyball (12.000 Sitzplätze, noch nicht festgelegt)
    • Schießen (noch nicht festgelegt)

    Außerhalb Hamburgs:

    • Golf: Gut Kaden in der Nähe Hamburgs
    • Segeln: Kiel-Schilksee (20.000 Sitzplätze)
    • Kanu: Markkleeberg bei Leipzig

    Kosten

    Modell-Stadion für Olympia 2024 in Hamburg

    700 Einzelprojekte umfassen folgende geplante Kosten:

    • Stadien und Hallen: 1,97 Milliarden
    • Olympisches Dorf: 1,66 Milliarden
    • Verkehrsinfrastruktur: 2,1 Milliarden
    • Umsiedlung der Hafenflächen: 1,3 Milliarden
    • Sicherheit: 461 Millionen
    • Segelregatten in Kiel: 146 Millionen Euro

    Gesamtkosten: 11,217 Milliarden Euro

    Erlöse: 3,814 Milliarden Euro

    Kosten für Steuerzahler: 7,403 Milliarden Euro

    • davon Bund: 6,2 Milliarden Euro (schriftliche Zusagen stehen noch aus)
    • davon Hamburg: 1,2 Milliarden (200 Millionen jährlich ab 2018)

    Nicht berücksichtigt: 1,14 Milliarden bis 2040 für Rückbau und die Weiterentwicklung insbesondere des neu entstehenden Stadtteils OlympiaCity

    Konkurrenten

    PARIS

    • Bisherige Olympia-Austragungen: 1900, 1924
    • Gescheiterte Bewerbungen: 1992, 2008, 2012
    • Budget: 6,2 Milliarden Euro
    • Bewerbung: Nach 100 Jahren will Paris die Olympischen Spiele wieder beheimaten. Schon bei der Bewerbung um Olympia 2012 war Frankreichs Hauptstadt dicht dran, verlor aber knapp gegen London. Zum Konzept gehört auch Marseille, vor der Küste sollen die Segelwettbewerbe stattfinden.

    LOS ANGELES

    • Bisherige Olympia-Austragungen: 1932, 1984
    • Gescheiterte Bewerbungen: 1924, 1928, 1948, 1952, 1956, 1976, 1980
    • Budget: 5,1 Milliarden Euro
    • Bewerbung: Nach dem Rückzug von Boston schickte das Nationale Olympische Komitee der USA Los Angeles ins Rennen. "Das ist nicht unsere erste Bewerbung, das haben wir im Blut", sagte Bürgermeister Eric Garcetti. Die Spiele 1984 brachten einen Überschuss von 250 Millionen Dollar. 80 Prozent der Sportstätten seien bereits in Gebrauch.

    ROM

    • Bisherige Olympia-Austragungen: 1960
    • Gescheiterte Bewerbungen: 1924, 1936, 2004
    • Budget: 6 Milliarden Euro
    • Bewerbung: Für 2020 wurde die Bewerbung aus finanziellen Gesichtspunkten zurückgezogen. Diesmal propagieren die Verantwortlichen einen transparenten Finanzplann. Mehrere italienische Städte und Gebiete wie Florenz, Neapel oder Sardinien sollen in das Konzept einbezogen werden.

    BUDAPEST

    • Bisherige Olympia-Austragungen: keine
    • Gescheiterte Bewerbungen: keine
    • Budget: 2,5 Milliarden Euro
    • Bewerbung: Budapest zeigte schon öfter Interesse. Im Parlament gab es diesmal eine Mehrheit von 80 Prozent für die Bewerbung. In der Bevölkerung ist die Zustimmung deutlich geringer. Das Event ist im südlichen Stadtteil Buda geplant. Das Olympische Dorf könnte auf der Donau-Insel Csepel errichtet werden.

    (Quelle: dpa)

    Links

    Rückblick: Deutsche Olympia-Bewerbungen

    Den Spielen von Garmisch-Partenkirchen und Berlin (beide 1936) sowie München (1972) stehen sechs gescheiterte Bewerbungen gegenüber. Zuletzt zerplatzte Ende 2013 der Traum von Winter-Olympia 2022 in München an einem Bürgerbegehren.

    Olympische Spiele in Deutschland:

    • 1936 Garmisch-Partenkirchen (Winter)
    • 1936 Berlin (Sommer)
    • 1972 München (Sommer)

    Gescheiterte Bewerbungen:

    • Garmisch-Partenkirchen für 1960 (Winter)
    • Berchtesgaden für 1992 (Winter)
    • Berlin für 2000 (Sommer)
    • Leipzig für 2012 (Sommer)
    • München für 2018 (Winter, mit Garmisch-Partenkirchen und Königssee)
    • München 2022 (Winter, mit Garmisch-Partenkirchen, Berchtesgaden, Ruhpolding - allerdings vor offizieller Bewerbung durch negatives Bürgervotum)

    Garmisch-Partenkirchen war auch 1940 als Ausrichter der Winterspiele vorgesehen. Diese hätten zunächst in Sapporo/Japan stattfinden sollen, wurden aber am 16. Juli 1938 nach dem Ausbruch des zweiten japanisch-chinesischen Krieges abgesagt. Am 3. September 1938 erhielt zunächst St. Moritz/Schweiz den Zuschlag. Nach Streitigkeiten zwischen dem Organisationskomitee und dem IOC wurden die Spiele St. Moritz am 9. Juni 1939 wieder entzogen und Garmisch-Partenkirchen zugesprochen. Die Absage erfolgte drei Monate später nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. (Quelle: sid)

    29.11.2015, Quelle: Forschungsgruppe Wahlen
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