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Eiskunstlauf - WM in Boston Neuer Partner - altes Ziel

  • Bild Aljona Savchenko und Bruno Massot
  • Video Savchenko/Massot starten in die WM
  • BildAljona Savchenko und Bruno Massot
    Aljona Savchenko und Bruno Massot
    (Quelle: reuters)
    VideoSavchenko/Massot starten in die WM
    Aljona Savchenko und Bruno Massot

    Vor der diese Woche startenden Eiskunstlauf-WM im US-amerikanischen Boston hat das Duo Aljona Savchenko und Bruno Massot den fünften Platz als Ziel ausgegeben.

    (30.03.2016)

    Kurzmeldung

    • 22:57 Uhr 01.04.2016Kurzmeldung

      Savchenko/Massot zunächst Vierte 22:57 Uhr 01.04.2016
      Das deutsch-französische Eiskunstlaufpaar Aljona Savchenko/Bruno Massot hat eine WM-Premiere mit kleinen Wacklern hingelegt. Eine Medaille ist aber in Reichweite. Mit der frühen Startnummer 10 wurden die EM-Zweiten am Freitag in Boston bei ihren ersten gemeinsamen Welttitelkämpfen vom Preisgericht mit 74,22 Punkten auf Platz vier gesetzt. Die Führung nach dem Kurzprogramm übernahmen vor 9.000 Zuschauern die Chinesen Sui Wenjing/Han Cong (80,85). Zweite sind die Titelverteidiger Meagan Duhamel/Eric Radford (78,18/Kanada) vor den russischen Olympiasiegern Tatjana Wolossoschar/Maxim Trankow (77,13).

    • 20:41 Uhr 31.03.2016Kurzmeldung

      Nathalie Weinzierl scheitert bei WM 20:41 Uhr 31.03.2016
      Nach zwei schweren Patzern ist für Nathalie Weinzierl die Eiskunstlauf-WM in Boston vorzeitig beendet. Die Mannheimerin kam im Kurzprogramm nur auf magere 43,25 Punkte und wird damit die Qualifikation für das Kürfinale in der Nacht zum Sonntag verpassen. Die 21 Jahre alte Wirtschaftsjura-Studentin stürzte bei ihrer Sprungkombination und hatte auch große Probleme beim Drehen ihrer Schlusspirouette.

    von Christiane Mitatselis

    Paarläuferin Aljona Savchenko startet mit ihrem neuen Partner Bruno Massot in dieser Woche bei der Eiskunstlauf-WM in Boston. Mit Massot will sie 2018 Olympiasiegerin werden – ein Ziel, das Savchenko zuvor in elf Jahren mit Robin Szolkowy nicht erreichte. Ihr Projekt geht sie fröhlicher als früher an. 

    Aljona Savchenko war schon fünfmal Welt- und viermal Europameisterin, sie ist eine der besten Paarläuferinnen der Welt. Vor ihrem Start bei der Weltmeisterschaft in Boston, die für sie am Freitag mit dem Kurzprogramm beginnt, fühlt die 32-Jährige trotzdem eine besondere Spannung. Denn ihr Partner heißt nicht mehr Robin Szolkowy, seit 20 Monaten läuft sie Bruno Massot für Deutschland. Es ist ihre erste WM mit 27-Jährigen, die sie mit unverändertem Ehrgeiz angeht. „Wir wollen eine Medaille, das ist kein Witz“, sagt Savchenko. Es wäre eine Sensation, wenn es klappen sollte.

    Die Konkurrenz in Boston ist groß

    ZITAT
    Wir wollen eine Medaille, das ist kein Witz.
    Aljona Savchenko
    Bei der EM in Bratislava im Januar, dem ersten großen Start des neuen Paares, das in Oberstdorf trainiert, reichte es zwar zu Silber hinter den russischen Olympiasiegern Tatjana Wolossoschar und Maxim Trankow. An der amerikanischen Ostküste ist die Konkurrenz aber viel größer: Neben Wolossoschar/Trankow sind die Titelverteidiger Meagan Duhamel und Eric Radford aus Kanada in Boston am Start, die russischen Grand-Prix-Sieger Ksenia Stolbowa und Fedor Klimow und die starken Chinesen Sui Wenjing und Han Cong. Unmöglich ist eine WM-Medaille aber nicht. „Bruno hat sich zuletzt gut entwickelt“, meint Trainer Alexander König. „Dafür tut er eine Menge, er fühlt mehr und mehr die Kunst im Eiskunstlauf.“


    Mit Massot, der 1989 in Caen/Frankreich das Licht der Welt erblickte, scheint Savchenko einen ebenbürtigen Partner gefunden zu haben. Der athletische Franzose, der der bis 2014 mit der gebürtigen Russin Darja Popowa lief, ist wie sie ein Wettkampftyp, der alles für den Erfolg tut. So siedelte er aus Caen nach Oberstdorf um, um mit ihr trainieren zu können. Obwohl der französische Verband sich lange quer stellte und ihn sperrte, entschied er sich, mit ihr für Deutschland zu starten. Erst im November erhielt die Startfreigabe, die Deutsche Eislauf-Union musste zudem eine Ablösesumme von 30.000 Euro an Frankreichs Verband bezahlen.

    Noch nicht am Ende des Weges

    Die deutsche Staatsangehörigkeit hat Massot beantragt, denn die braucht er, um bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang zu starten. Denn dort will er mit Savchenko hin. Dort wollen sie Gold gewinnen. „Ich bin noch nicht am Ende meines Weges, noch nicht am Limit angekommen. Ich will die Chance auf Olympia-Gold nutzen“, sagt Savchenko. 2010 in Vancouver und 2014 in Sotschi gewann sie mit Robin Szolkowy jeweils nur Bronze.

    Aljona Savchenko und Bruno Massot 
    • Aljona Savchenko, geboren am 19. Januar 1984 in Obuchow/Ukraine; 1,54 m, 46 kg. Sie begann im Alter von drei Jahren mit dem Eislaufen. Als Paarläuferin lief sie zunächst mit Dimitrij Bojenko, dann mit Stanislaw Morosow für die Ukraine. 2003 siedelte sie nach Deutschland über und trainierte in Chemnitz bei Ingo Steuer mit Robin Szolkowy, Ende 2005 bekam sie die deutsche Staatsbürgerschaft. Mit Szokowy gewann sie fünfmal WM- und viermal EM-Gold sowie dreimal Olympia-Bronze. Seit April 2014 trainiert sie mit Bruno Massot, seit Oktober 2014 in Oberstdorf bei Trainer Alexander König. Mit Massot gewann sie EM-Silber 2016 in Bratislava.

    • Bruno Massot, geboren am 28. Januar 1989 in Caen/Frankreich; 1,84 m, 80 kg. Bestritt 2006/2007 eine Saison als Einzelläufer, danach wechselte er in den Paarlauf und lief zunächst mit Camille Foucher; ab 2011 mit der gebürtigen Russin Darja Popowa, mit der er 2012 mit französischer Meister wurde. Seit April 2014 ist er Partner von Aljona Savchenko, mit der er seit November 2015 international startberechtigt ist und im Januar 2016 EM-Silber gewann.


    Szolkowy schien damit zufrieden, anders als die ungleich ehrgeizigere Savchenko, die mit 19 Jahren der Karriere wegen aus der Ukraine nach Deutschland kam. Er konnte nicht verstehen, warum Savchenko nach Sotschi die Wettkampfkarriere mit einem neuen Partner fortsetzen wollte – anstatt mit Szolkowy bei lukrativen Revuen zu starten. Es gab Streit. Es sei kein schönes Ende gewesen, sagte Szolkowy einmal, der inzwischen das russische Paar Jewgenina Tarasowa und Wladimir Morosow trainiert.

    Radikaler Schlussstrich

    Savchenko zog einen radikalen Schlussstrich und trennte sich nicht nur von Szolkowy, sondern auf von Coach Ingo Steuer, der das Paar seit 2003 betreut hatte. Sie zog von Chemnitz ins Allgäu zu Alexander König. Die Veränderungen scheinen ihr gut bekommen zu sein. Die früher oft verbissene Weltklasse-Läuferin wirkt bei ihrem neuen Projekt jedenfalls deutlich gelöster und fröhlicher als einst unter Steuers strenger, humorloser Regide.

    Auch privat scheint Savchenko ihr Glück gefunden zu haben. Im Sommer will sie ihren britischen Verlobten Liam Cross in Oberstdorf heiraten – und in näherer Zukunft Kinder haben. „Am liebsten zwei Mädchen“, wie sie sagt. Aber natürlich erst in zwei Jahren – nach ihrem Karriereende, möglichst als Olympiasiegerin.

    Der WM-Zeitplan

    Mittwoch:

    • Kurztanz der Eistänzer (16:45 Uhr)
    • Kurzprogramm der Herren (23:45 Uhr)

    Donnerstag:

    • Kurzprogramm der Damen (18:15 Uhr)
    • Kür der Eistänzer (23:30 Uhr)

    Freitag:

    • Kurzprogramm der Paare (19:15 Uhr)
    • Kür der Herren (23:45 Uhr)

    Samstag:

    • Kür der Paare (19:00 Uhr)
    • Kür der Damen (24:00 Uhr)

    Alle Zeiten in MESZ.

    30.03.2016
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