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Handball-EM | Deutschland - Schweden DHB-Team wie im Rausch

  • Video Drux: "Müssen den Flow jetzt mitnehmen"
  • Video DHB-Torwart Wolff wird zum Matchwinner
  • Video DHB-Team schlägt Schweden
  • VideoDrux: "Müssen den Flow jetzt mitnehmen"
    Paul Drux und Thomas Skulski (links)

    Der verletzte Nationalspieler Paul Drux muss das DHB-Team aus der Ferne unterstützen. Er glaubt an die Chance auf die Hauptrunde: "Wir müssen nun den Flow ins Spiel gegen Slowenien mitnehmen."

    (19.01.2016)
    VideoDHB-Torwart Wolff wird zum Matchwinner
    Andreas Wolff

    Nationaltorwart Andreas Wolff wurde im EM-Vorrundenduell mit Schweden zum Matchwinner. Nach einer katastrophalen ersten Halbzeit überzeugte das DHB-Team im zweiten Abschnitt.

    (19.01.2016)
    VideoDHB-Team schlägt Schweden
    deutsche Handballnationalmannschaft

    Die deutsche Handballnationalmannschaft gewinnt in Breslau das zweite EM-Vorrundenspiel gegen Schweden mit 27:26. DHB-Torhüter Andreas Wolff avancierte dabei zum Matchwinner.

    (19.01.2016)

    von Erik Eggers

    Die deutschen Handballprofis schienen bei Halbzeit des zweiten EM-Vorrundenspiels gegen Schweden schon geschlagen. Doch ein taktisches Novum brach den Bann, Verzweiflung verwandelte sich in Entschlossenheit. Gegen Slowenien soll es nun mit dem Hauptrunden-Einzug klappen. 

    Die Fans schnappten noch nach Luft, die Handballer waren noch vollgepumpt mit Adrenalin nach dem 27:26-Sieg im Krimi gegen Schweden, als Bundestrainer Dagur Sigurdsson lächelnd diese Sätze in die TV-Kameras sagte: "Meine Co-Trainer haben mir in der Halbzeit empfohlen, die Abwehr auf 4:2 umzustellen. Das haben wir gemacht und viele schnelle Ballgewinne gehabt."

    Links
    Erfolgreiche Aufholjagd: DHB-Team holt ersten Sieg

    Remis reicht für die Hauptrunde

    Meine Co-Trainer. Wir. Mit wenigen Worten illustrierte der Isländer, auf welche Weise er die weiteren Aufgaben bei der 12. Europameisterschaft in Polen zu bewältigen gedenkt: Mit Teamgeist. Als Mannschaft, in dem auch die Co-Trainer einen wichtigen Beitrag leisten, wollen sie bei nun 2:2-Punkten im letzten Gruppenspiel gegen Slowenien (Mittwoch, ab 17:05 Uhr, live im ZDF) den Hauptrundeneinzug schaffen. Dafür reicht ein Remis.

    Der Co-Trainer, der während dieser rasanten Achterbahnfahrt gegen die Skandinavier auf der Bank saß, heißt übrigens Axel Kromer: Der Mann, der bei den Auszeiten immer eine große Mappe über der Taktiktafel hält, damit die Deckenkameras die Anweisungen nicht auf die Anzeigentafel werfen können.

    Handball-EM - Deutschland - Slowenien - Vorrunde Gruppe C

    Mittwoch 20.01.2016, 17:05 - 19:00 Uhr
    Moderator: Yorck Polus

    Reporter: Christoph Hamm
    Moderation: Yorck Polus
    Experte: Christian Schwarzer

    Teamgeist als Erfolgsrezept

    Der Teamgeist war jedenfalls die Kernbotschaft dieser Partie, die viele überraschende Wendungen geboten hatte. In der ersten Halbzeit hatte das Team um Steffen Weinhold seltsam zaghaft agiert, passiv in der Abwehr, zaudernd im Angriff – das Tempospiel, das Sigurdsson immer predigt, fand schlicht nicht statt. Immer wieder konnten sich die Schweden in der Abwehr postieren.

    Der negative Höhepunkt war, als Niclas Pieszkowski mit einem gelben Leibchen aufs Feld rannte, obwohl Torwart Andreas Wolff noch auf dem Parkett stand: Eine Zeitstrafe, die richtig schmerzte, weil die Schweden wieder wegzogen. "Wir haben da sehr nervös gespielt", schüttelte Sigurdsson den Kopf. Als Rechtsaußen Tobias Reichmann, der bis dahin beste deutsche Schütze, mit der Halbzeitsirene noch einen Siebenmeter verwarf – wer gab da noch etwas auf die DHB-Auswahl?

    Ein Novum lässt das Spiel kippen

    Die 4:2-Deckung in der Abwehr, die Manndeckung durch Reichmann und Rune Dahmke gegen den schwedischen Halblinken und Mittelmann, war demnach ein Produkt der puren Verzweiflung – diese taktische Formation hatten die Deutschen noch nie erprobt. Doch damit kippte tatsächlich das Spiel, der Mut kehrte zurück, die Entschlossenheit, die Körpersprache waren plötzlich da. Es war, als stünde da eine völlig andere Mannschaft auf dem Feld. Sie spielten nun wie im Rausch.

    Minimum 3. Platz!

    Die deutsche Mannschaft kommt in ihrer Vorrundengruppe C weiter, wenn sie unabhängig vom Ausgang des Spiels zwischen Spanien und Schweden mindestens unentschieden gegen Slowenien (Mi., 17.15 Uhr live im ZDF) spielt. Sie kann sich sogar eine Niederlage gegen Slowenien leisten, wenn Schweden gegen Spanien verliert. Bei Punktgleichheit zwischen zwei Teams zählt der direkte Vergleich.Zum direkten Vergleich dreier punktgleicher Teams kann es aufgrund der Tabellenkonstellation in Gruppe C nicht mehr kommen.

    Kapitän Weinhold, der bis zur Pause nicht einmal aufs Tor seines Ex-Mannschaftskollegen Mattias Andersson geworfen hatte, stürzte sich nun in die Deckung, als gebe es kein Morgen. Linksaußen Dahmke brach durch die gegnerischen Reihen, Kreisläufer Jannik Kohlbacher griff sich den Ball am Kreis, und vor allem Torwart Andreas Wolff, der schon gegen Spanien sein Form angedeutet hatte, drehte nun auf und vernagelte das Gehäuse. Er kam auf eine Quote von annähernd 50 Prozent: ein Weltklassewert.

    Moment der Erkenntnis

    Wolff freute sich nach dem Sieg wie Bolle, als er als "Man of the Match" geehrt wurde. Aber wenige Minuten später war er stoisch wie immer. "Wer in so ein Spiel kommt, der muss viel Emotionen zeigen", sagte der Keeper, "aber jetzt ist da eher eine gewisse Erleichterung." Er hatte ja Recht. Die 6.500 Fans und Millionen von Zuschauern haben in der Jahrhunderthalle von Breslau kein Jahrhundertspiel gesehen. Aber den Moment, in dem die deutschen Handballprofis gemerkt haben, wie viel bei diesem Turnier möglich ist.

    EM 2016: Gruppen, Gegner, Modus und mehr

    Die Hauptrundengruppen

    Gruppe I in Krakau: Polen, Norwegen, Kroatien, Frankreich, Weißrussland, Mazedonien
    Gruppe II in Breslau: Dänemark, Spanien, Deutschland, Russland, Schweden, Ungarn

    Gegner Ungarn und der Druck

    handball: champions league, thw kiel - mkb veszprem: hauptrunde a-b, gruppenphase, gruppe a, 10. spieltag am 06.12.2015 in kiel (schleswig-holstein). vezprems laszlo nagy (l) jubelt nach einem treffer. foto: axel heimken/dpa +++(c) dpa - bildfunk+++

    Für Ungarn steht viel auf dem Spiel. Belegte die Mannschaft vor vier Jahren bei den Olympischen Spielen in London überraschend noch Platz vier, hat das Team von Trainer Talant Duischebajew bisher noch nicht einmal das Ticket für ein Olympia-Qualifikationsturnier in der Tasche. Die Motivation beim EM-Achten von 2014 ist daher besonders groß.
    Allerdings gehen die Ungarn nach Niederlagen gegen Russland und Dänemark mit 0:4 Punkten in die Hauptrunde. Der Einzug ins Halbfinale ist damit nur noch theoretisch möglich. Topstar der Ungarn ist der wurfgewaltige Laszlo Nagy (Bild).

    Gegner Russland und die gute alte Zeit

    Russland - Handball-Olympiasieger 2000

    Die großen Erfolge der russischen Nationalmannschaft liegen schon einige Jahre zurück. Den letzten großen Titel gab es vor 16 Jahren bei den Olympischen Spielen in Sydney (Bild). Ihr einziges EM-Gold holten die Russen 1996. Bei der WM vor einem Jahr in Katar wurde sogar das Achtelfinale verpasst, am Ende gab’s einen enttäuschenden 19. Rang.
    Mit einer guten Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Profis will sich Russland in Polen die Teilnahme an einem Olympia-Qualifikationsturnier sichern. In der Vorrunde gelang ein überraschender 27:26-Erfolg gegen Ungarn. Durch die Niederlage gegen Dänemark (25:31) geht Russland mit 2:2 Punkten in die zweite Turnierphase.

    Gegner Dänemark und das Gesetz der Serie

    Mikkel Hansen

    Das Gesetz der Serie spricht für die dänischen Handballer. Jeweils vor Olympischen Spielen (2008 und 2012) holten die Dänen ihre beiden EM-Titel. Und: Seit 2006 heißen die Europameister im Wechsel Frankreich und Dänemark - zuletzt 2014 Frankreich.
    Auch vor dem Turnier in Polen wurde die Mannschaft um Superstar Mikkel Hansen (Bild) von allen Experten genannt, wenn es um den Kreis der Goldfavoriten ging.
    Die Leistungen in der Vorrunde lassen beim Vize-Europameister von 2014 zwar noch Luft nach oben, doch die mit zahlreichen Bundesliga-Legionären angetretene dänische Auswahl geht mit der optimalen Ausbeute von 4:0 Punkten in die zweite Turnierphase.
    "Natürlich sind wir in Polen, um das große Ziel zu erreichen", sagte Torhüter Niklas Landin vom THW Kiel.
    Trainiert wird Dänemark von Gudmundur Gudmundsson, dem langjährigen Coach der Rhein-Neckar Löwen.

    Die Vorrundengruppen

    Gruppe A: Frankreich, Polen, Mazedonien, Serbien

    Gruppe B: Kroatien, Island, Weißrussland, Norwegen

    Gruppe C: Spanien, Schweden, Deutschland, Slowenien

    Gruppe D: Dänemark, Ungarn, Russland, Montenegro

    Nach welchem Modus wird gespielt?

    Gespielt wird in vier Gruppen mit jeweils vier Teams. Die ersten Drei jeder Gruppe qualifizieren sich für die EM-Hauptrunde. Für Platzierungen in den Endklassements sowohl nach Vor- als auch Hauptrunde zählt bei Punktgleichheit zweier oder mehr Mannschaften der direkte Vergleich. Die Punkte aus der Vorrunde gegen ebenfalls qualifizierte Teams werden in die Hauptrunde mitgenommen. Dort spielen die besten Mannschaften aus Gruppe A und B gegeneinander. In der zweiten Hauptrunden-Gruppe treffen die ersten drei Teams der Gruppe C auf die jeweiligen Vertreter aus Gruppe D. Die Dritten und Vierten der Hauptrunde spielen um die Plätze fünf bis acht. Die Gruppensieger jeweils gegen den Zweiten der anderen Gruppe das Halbfinale.

    Worum geht es bei dieser EM?

    In erster Linie geht es natürlich um den Europameister-Titel. Der Sieger qualifiziert sich automatisch für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro. Auch der Zweite qualifiziert sich direkt, sofern er im Finale gegen Weltmeister Frankreich verlieren würde.

    Die drei bestplatzierten Teams der EM werden sich für die WM 2017 qualifizieren.

    Sollte der amtierende Weltmeister Frankreich wie in den vergangenen Jahren auf dem Podium landen, würde auch der EM-Vierte direkt zur WM reisen.

    Teilnehmerfeld

    Insgesamt sind bei der EM in Polen 16 Teams dabei, darunter mit Titelverteidiger, Weltmeister und Olympiasieger Frankreich die dominierende Mannschaft der letzten Jahre. Neben Gastgeber Polen ist unter anderem auch mit Dänemark und Spanien zu rechnen.

    Wo wird gespielt?

    Zum ersten Mal ist Polen Gastgeber eines Handball-Großevents. Gespielt wird in vier Städten: Krakau (Tauron Arena | 15.000 Plätze), Kattowitz (Spodek Arena | 11.000), Danzig (Ergo Arena | 15.000) und Breslau (Centennial Hall | 6500).

    Handball-EM in ARD/ZDF

    Hauptrunde

    1. Spieltag, Deutschland - Ungarn: Freitag, 22. Januar, 18.15 Uhr / ZDF
    2. Spieltag Deutschland – Russland: Sonntag, 24. Januar, 18.15 Uhr / ARD
    3. Spieltag Deutschland – Dänemark: Mittwoch, 27. Januar, 18.15 Uhr / ARD

    Halbfinale am Freitag, 29. Januar, 18.30 oder 21 Uhr, im ZDF*

    Finale oder Spiel um 3. Platz am 31. Januar 15:00 oder 17:30 Uhr in ARD*

    *Nur bei deutscher Beteiligung

    19.01.2016
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