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Sportstudio | Alfons Hörmann Hörmann: "Es ist schockierend"

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    Alfons Hörmann

    Der Internationale Leichtathletik-Verband steckt nach den Doping-Enthüllungen der WADA in der Krise. DOSB-Präsident Alfons Hörman ist überzeugt, dass der deutsche Leichtathletikverband sauber ist.

    (16.01.2016)
    VideoLeissl: IAAF-Neuwahlen nötig
    ZDF-Sportreporter Peter Leissl

    ZDF-Leichtathletik-Reporter Peter Leissl hält nach dem WADA-Bericht über Korruption im Leichtathletik-Verband IAAF Verbands-Neuwahlen nötig. Präsident Coe weiter das Vertrauen zu schenken, sei "gewagt".

    (14.01.2016)

    Kurzmeldung

    • 16:02 Uhr 14.01.2016Kurzmeldung

      DLV fordert außerordentlichen Kongress 16:02 Uhr 14.01.2016
      Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) wird im Zuge des Doping-und Korruptionsskandals einen außerordentlichen Kongress des Weltverbandes IAAF beantragen. Das sagte DLV-Präsident Clemens Prokop. "Die Vorwürfe gegen die IAAF sind so schwerwiegend, dass sie auf einer Versammlung aller Mitglieder beraten werden müssen." Damit reagierte der deutsche Verband auf den neuen Bericht der unabhängigen Kommission der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Darin wird dem früheren IAAFPräsidenten Lamine Diack die Hauptverantwortung für Betrug und Erpressung angelastet.

    Der Internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) steckt nach den Doping-Enthüllungen der WADA in seiner tiefsten Krise. DOSB-Präsident Alfons Hörmann ist im Gespräch mit Sven Voss überzeugt, dass der deutsche Leichtathletikverband sauber ist. 

    Mammutaufgaben für den Sport

    von Ralf Lorenzen
    Für DOSB-Präsident Alfons Hörmann fängt das Jahr nicht gut an. Die Wunde der abgelehnten Bewerbung für die Olympischen Spiele 2024 ist noch nicht verheilt, da sorgt der Skandal um den  Leichtathletik-Weltverband IAAF für neuen Ärger. Im aktuellen sportstudio will Hörmann erläutern, wie der organisierte Sport die Akzeptanz in der Bevölkerung wiederbekommen will.

    Die Erosion der großen Sportverbände schreitet voran. Nachdem die internationalen Fußballorganisationen Fifa und Uefa schon länger dabei sind, sich zu zerlegen, hat nun auch der Leichtathletik-Weltverband IAAF den Stempel „Korrupt“ erhalten.

    WADA:Korruption bei Olympia-Vergabe

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    das aktuelle sportstudio
    Verteilt hat ihn die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, die eigentlich die Rolle des Verbandes im russischen Dopingskandal untersuchte. Dabei stießen die Ermittler auf  "in der Organisation verwurzelte" Korruption, wie der WADA-Kommissionsvorsitzende Richard Pound am Mittwoch mitteilte.

    Der WADA-Bericht,  der dem IAAF ein "komplettes Versagen" im Kampf gegen Doping und Korruption vorwirft, ist im Nachhinein auch Wasser auf die Mühlen derjenigen, die die Bewerbung Hamburgs für die   Olympischen Sommerspiele 2024 abgelehnt haben. So soll es auchhöchst zweifelhafte Geschäfte bei der Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2020 nach Japan gegeben haben.

    Hörmann: Transparenz schaffen

    Auf der letzten Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hatte deren Präsident Alfons Hörmann das Misstrauen gegen die großen Verbände noch hauptsächlich auf den Fußball abgeladen – nun steht die olympische Kerndisziplin Leichtathletik im Fokus.

    So bemühte sich Hörmann gleich nach Bekanntgabe der Berichte darum, klare Kante zu zeigen: "Die neuerlichen Ergebnisse der WADA-Kommission bestätigen, dass es nur eine Konsequenz geben kann: tiefgreifende Reformen in der IAAF mit transparenten Strukturen, die Machtkonzentration auf einzelne Personen ausschließen", sagte er.

    Akzeptanzprobleme des Spitzensports

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    Die Schuld der anderen Die verlorene Strahlkraft des Sports Russlands Leichtathleten und das Ringen um die Ringe Russland: Reformen nach dem IAAF-Bann?
    Als Hörmann, der vorher als Manager mittelständischer Unternehmen und Präsident des deutschen Skiverbandes tätig war, vor zwei Jahren die Nachfolge von Thomas Bach als oberster deutscher Sportfunktionär antrat, sprach er von einer Mammutaufgabe.  Zu der zählten neben dem Anti-Doping-Kampf die anstehende Reform der Leistungssportförderung sowie die Verbesserung der gesellschaftlichen Akzeptanz des Leistungssports.

    Wie eng diese Themen zusammenhängen, zeigte die Niederlage des DOSB und der Stadt Hamburg beim Referendum für die Olympia-Bewerbung.  Milliardenausgaben für einen Leistungssport, der so eng mit den Themen Doping und Korruption verbunden ist, lassen sich einer informierten, demokratischen Stadtgesellschaft kaum noch vermitteln.  So sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in einer Talkshow, der Sport müsse liebenswürdiger werden.

    Geld nur bei Erfolg?

    Diesen Appell griff Hörmann in seiner Rede auf der Mitgliederversammlung in Hannover  auf: „Wir werden mit großer Entschlossenheit daran arbeiten, dass die gesamte Gesellschaft in Deutschland die liebenswürdige Seite des Sports erkennt.“

    Doch welche Themen bleiben ihm nach dem Olympia-Aus dafür? Auf nationaler Ebene wird in den kommenden Jahren die Reform der Spitzensportförderung die Diskussion bestimmen.  Hier wird es konkret um die Frage gehen, wie stark künftig Förderungen an Medaillenerwartungen geknüpft werden.

    Selbstbewusster Breitensport

    Es wäre der Akzeptanz des Spitzensports sicher dienlich, wenn es dem DOSB gelänge, diese spannende Diskussion  von den Expertengremien in  die breite Öffentlichkeit zu tragen. Dass die an sportpolitischen Themen interessiert ist, hat die Debatte um die Olympia-Bewerbung eindrucksvoll gezeigt. Im Gegensatz zu machen Verbandskollegen hat Hörmann die Entscheidung der Hamburger Bürger respektiert und nicht die Abschaffung der Volksbefragung beim Thema Olympiabewerbung gefordert.

    Interessant wird  auch die Frage sein, wie stark sich das neue Selbstbewusstsein des  Breitensports auswirkt. Durch ihre unverzichtbare Integrationsarbeit mit Flüchtlingen erlangen viele Vereine im Land gerade ein neues Selbstverständnis ihrer Aufgaben und ihrer Bedeutung in der Gesellschaft. Vielleicht zählt das Moment mehr als die Jagd nach Weltranglistenpunkten.

    16.01.2016, Quelle: ZDF
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