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EM-Qualifikation | Irland - Deutschland Schweinsteiger spürt die Verfolger im Nacken

  • Bild Bastian Schweinsteiger im DFB-Training
  • Video Löw: "Geschickt verteidigende Iren"
  • Bilderserie EM: Diese Teams sind dabei
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  • BildBastian Schweinsteiger im DFB-Training
    Bastian Schweinsteiger und Co. im DFB-Training
    (Quelle: imago)
    VideoLöw: "Geschickt verteidigende Iren"
    Löw

    Lieber Vorsicht als Leichtsinn: Bundestrainer Joachim Löw stellt seine Schützlinge auf ein Kampfspiel ein, wenn es heute in Irland um Punkte für die EM-Qualifikation geht.

    (07.10.2015)
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    (06.10.2015)
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    von Patrick Brandenburg

    Für Bastian Schweinsteiger setzt der Bundestrainer schon mal das Leistungsprinzip außer Kraft - mit Blick auf die EM-Qualifikation sogar aus gutem Grund. Ob das für die Entwicklung der DFB-Elf, die heute in Irland spielt, langfristig sinnvoll ist, scheint aufgrund der jungen Nachrücker zumindest fraglich. 

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    EM-Quali: DFB-Elf im Liveticker DFB-Elf im Ticker (mobil)
    Statt "Fußballgott" nennen sie ihn jetzt "Mr. Calm" - den Herrn der Ruhe. Fans und Teamkollegen bei Manchester United schätzen an ihrem neuen Strategen Bastian Schweinsteiger die Fähigkeit, das Spiel zu entschleunigen. Bei einem Weltmeister, der seine Karriere auf Eigenschaften wie Power und Dynamik gründete, hat dieser Kosename aber auch einen Beigeschmack. Denn für den 31-Jährigen, der bei der EM-Qualifikationsaufgabe in Irland (heute, 20:45 Uhr/RTL) mit seinem 114. Länderspiel auf Rang vier der Rekordnationalspielervorrückt, ist es das letzte untrügliche Zeichen, deutlicher als jedes ergraute Haar: Er ist im Herbst seiner Karriere angekommen.

    Für Wucht und Tempo der Falsche

    Es gehört zu den spannendsten Fragen, welche Konsequenz sich daraus für das DFB-Team ergibt. Schon Schweinsteigers Beförderung zum Kapitän vor einem Jahr war eher die hoch verdiente Belohnung für vergangene Leistungen als eine Entscheidung für die Zukunft.

    ZITAT
    Im Mittelfeld haben wir ein Überangebot an Ausnahmespielern.
    Joachim Löw
    Als "emotionaler Leader" kann der frühere Münchner beim Turnier in Frankreich eine wichtige Rolle spielen. Außerhalb des Platzes sowieso, das hat der WM-Held als Integrationsfigur in Brasilien bewiesen. Auch auf dem Rasen, wenn gegen Europas Elite tonnenweise Erfahrung, robuste Zweikampfhärte und eine sichere Passquote gefragt sind. So wie nun in Dublin, gegen die mit aller Macht um ihre EM-Chance kämpfenden Iren. "Das wird ein Abnutzungskampf", ist sich Bundestrainer Joachim Löw sicher.

    "Trecker auf der Schnellstraße"

    Aber um tief stehende Gegner mit Wucht und Tempo aus den Angeln zu heben und dabei gegen schnelle Konter gewappnet zu sein - auf diese Standardaufgabe der Nationalmannschaft passen Schweinsteigers Qualitäten eher weniger. Auch wenn ihm der englische Boulevard mit der Bezeichnung "Trecker auf der Schnellstraße" sicher nicht gerecht wird.

    Modus der EM-Qualifikation

    Qualifiziert sind:

    • Die Erst- und Zweitplatzierten der neun Gruppen (= 18 Mannschaften)
    • Der Beste der neun Gruppendritten
    • Die Sieger der Playoffs der übrigen acht Gruppendritten (= 4 Mannschaften)
    • Gastgeber Frankreich

    Was geschieht bei Punktgleichheit?

    • Wenn zwei oder mehr Mannschaften punktgleich sind, gelten folgende Kriterien:
      - Direkter Vergleich (Anzahl der Punkte, Tordifferenz, erzielte Tore, erzielte Auswärtstore)
      - Ergebnisse aus allen Gruppenspielen (Tordifferenz, erzielte Tore, erzielte Auswärtstore)
      - Fair-Play-Wertung
      - UEFA-Koeffizient für Nationalmannschaften
    • Bei der Ermittlung der Gruppendritten in den Sechsergruppen werden die Spiele gegen den Gruppensechsten nicht berücksichtigt

    Die Playoffs

    • Hinspiele: 12. bis 14. November
    • Rückspiele 15. bis 17. November

    Die Spiel werden ausgelost, wobei vier Teams nach dem UEFA-Koeffizienten gesetzt werden

    Andererseits hat es einen Grund, warum der FC Bayern seinen Publikumsliebling vor der Saison für läppische neun Millionen Euro auf die Insel ziehen ließ - ohne auffälligen Qualitätsverlust und ohne größere Fanproteste.

    Kaum Experimente

    Im DFB-Team profitierte Schweinsteiger von der anfangs holprigen EM-Qualifikation: Der Wille zu Experimenten auf der wichtigen Position im defensiven Mittelfeld blieb beim Bundestrainer überschaubar.

    Aktuell kommt Deutschlands Nummer 7 die extrem kurze Vorbereitung zugute. Gleich 17 Spieler des Kaders waren noch Sonntag im Klub-Einsatz. Mit lediglich einer gemeinsamen Trainingseinheit gehen die Weltmeister in die Partie bei den Boys in Green.

    Laborversuche

    Für das Gruppenfinale gegen Georgien gilt Ähnliches. Für letzte Laborversuche sieht Löw "keine Veranlassung, dazu sind diese Spiele zu wichtig“. Der Bundestrainer kann ruhigen Gewissens an seiner Tradition festhalten, verdiente Kräfte unabhängig von der Formkurve zu stützen, weil sie alle Automatismen kennen.

    Spätestens mit dem EM-Ticket in der Tasche wird sich Löw Gedanken machen müssen, welche Lösung perspektivisch die beste ist. Die öffentliche Diskussion ist längst im Gange.

    "Überangebot an Ausnahmespielern"

    "Im Mittelfeld haben wir ein Überangebot an Ausnahmespielern“, gestand Löw bereits öfters ein. Ihn plagt mehr als nur ein Luxusproblem, obwohl er zurzeit nicht einmal die nächste Generation der so genannten Sechser auf der Rechnung hat: Liverpools Emre Can, Bayern-Youngster Joshua Kimmich oder Dortmunds Shooting-Star Julian Weigl. Schon im aktuellen Kader steht mit Ball-Artist Toni Kroos eine Konstante bereit, in Kilometerfresser Christoph Kramer eine Variable. Sami Khedira feierte gerade ein vielversprechendes Comeback bei seinem neuen Klub Juventus Turin. Mit ihm ist spätestens 2016 bei den Tests gegen England und Italien wieder fest zu rechnen.

    Splitter zum Länderspiel 
    • Das DFB-Team trifft zum insgesamt 20. Mal auf Irland. Neunmal siegte die DFB-Auswahl, fünfmal die Iren, fünfmal gab es ein Remis. Das Hinspiel der EM-Qualifikation in Gelsenkirchen im vergangenen Oktober endete 1:1. Toni Kroos hatte Deutschland in Führung geschossen, die Iren glichen in der Nachspielzeit durch John O'Shea aus.

    • Einziger Neuling im aktuellen Aufgebot ist Torwart Bernd Leno von Bayer Leverkusen.

    • Die deutsche Mannschaft wird in Dublin ganz in weiß auflaufen, die Iren spielen in ihrem gewohnten grünen Dress.

    • Seit 1972 hat sich Deutschland elfmal in Folge für eine EM-Endrunde qualifiziert. Lediglich 1968 scheiterte Deutschland in der Qualifikation, nachdem der DFB 1960 und 1964 freiwillig auf eine Teilnahme am damaligen Europa-Nationenpokal verzichtet hatte.

    Gündogan lauert

    Vor allem dem fast sieben Jahre jüngeren Ilkay Gündogan kann das Festhalten am verletzungsanfälligen Schweinsteiger nicht gefallen. Der Dortmunder drängt mit Verve nach vorne und will endlich die Rolle ausfüllen, die Löw für ihn schon zur WM 2014 vorgesehen hatte, ehe eine schwere Rückenverletzung alle Pläne durchkreuzte.

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    Bastian Schweinsteiger bei Facebook Schweinsteiger bei TwitterDas ZDF ist für Inhalte externer Internetseiten nicht verantwortlich
    Nun spielt das BVB-Ass wieder eine starke Saison, daran ändert auch Dortmunds Debakel in München wenig. Gündogan punktete im jüngsten Quali-Doppelpack, brachte als Joker im Topduell gegen Polen enorm viel Schwung und erzielte in Schottland den Siegtreffer. "Ilkay hat das Tempo und die Beweglichkeit zurück. Er ist mit Blick auf 2016 und die WM 2018 ein unglaublich wichtiger Spieler", sagte der Bundestrainer unlängst.

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    Fußball-EM-Quali in Zahlen Kahn bester Sportexperte Mehr Fußball
    In den jüngsten Partien ging Löw dem Aufstellungs-Dilemma aus dem Weg. Weil Marco Reus fehlte, konnte er Mesut Özil auf die vakante linke Seite schieben und Gündogan offensiv spielen lassen - von Schweinsteiger abgesichert. Wenn alle Stars an Bord und in Form sind, wird diese Art Rettungsrotation aber nicht funktionieren - jedenfalls nicht, ohne andere Härtefälle zu produzieren.

    Voraussichtliche Aufstellungen:

    Irland: Given/Stoke City (39 Jahre/132 Länderspiele) - Brady/Norwich City (23/16), McShane/FC Reading (29/32), Coleman/FC Everton (26/29) oder Christie/Derby County (23/2), O'Shea/FC Sunderland (34/106) - Hendrick/Derby County (23/15), Hoolahan/Norwich City (33/21), McCarthy/FC Everton (24/29), McGeady/FC Everton (29/77) - Keane/LA Galaxy (35/124), Long/FC Southampton (28/56)

    Deutschland: Neuer/Bayern München (29/60) - Can/FC Liverpool (21/2) oder Ginter/Borussia Dortmund (21/5), Boateng/Bayern München (27/54), Hummels/Borussia Dortmund (26/41), Hector/1. FC Köln (25/7) - Schweinsteiger/Manchester United (31/113), Kroos/Real Madrid (25/60) - Müller/Bayern München (26/65), Gündogan/Borussia Dortmund (24/13) - Özil/FC Arsenal (26/68) - Götze/Bayern München (23/47)


    Schiedsrichter: Carlos Velasco Carballo (Spanien)

    Zur Zeit finden keine Spiele statt.

    08.10.2015
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