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Fußball | DFB-Elf Mit Gesprächen der Terror-Angst begegnen

Fußball-Länderspiel - Deutschland - England, 26.03.2016 20:15 Uhr
  • Video Löw muss improvisieren
  • Video Duelle der ganz besonderen Art
  • Video England: Aufbruchstimmung
  • VideoLöw muss improvisieren
    Training DFB-Team

    Wegen Verletzungen und Formschwankungen muss Bundestrainer Löw gegen England improvisieren. Beim EM-Casting will das DFB-Team eine ansprechende Leistung zeigen.

    (24.03.2016)
    VideoDuelle der ganz besonderen Art
    Wembley-Tor

    Wenn die Fußball-Nationalmannschaften Deutschlands und Englands aufeinandertreffen, ist immer etwas los. Ein kleiner historischer Überblick von ZDF-Autor Andreas Kürten.

    (25.03.2016)
    VideoEngland: Aufbruchstimmung
    Jamie Vardy (Leicester/England)

    Bei Deutschlands Testspielgegner England herrscht vor dem Prestigeduell am Samstag in Berlin (live im ZDF) Aufbruchstimmung. Auch ohne Kapitän Rooney reisen die Three Lions optimistisch an die Spree.

    (23.03.2016)

    Kurzmeldung

    • 13:29 Uhr 25.03.2016Kurzmeldung

      Mit Gomez im Sturm gegen England 13:29 Uhr 25.03.2016
      Mit Mario Gomez im Sturm wird die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Samstag (20.45 Uhr/ZDF ab 20.15) in Berlin gegen England antreten. Mario Götze soll dafür am kommenden Dienstag (20.45 Uhr/ARD) in München gegen Italien 90 Minuten im Angriff zum Einsatz kommen. Mit dem Bayern-Profi hat der Bundestrainer ein ausführliches Gespräch über dessen Zukunft geführt. "Das Thema Wechsel war ein zentrales Thema", verriet Löw. Mario Gomez habe sich den Platz in der Startelf "in den Trainingseinheiten verdient", erklärte der Bundestrainer bei der Pressekonferenz in Berlin.

    • 13:56 Uhr 25.03.2016Kurzmeldung

      Nebenmann für Hummels gesucht 13:56 Uhr 25.03.2016
      Neun Positionen sind fürs Testspiel gegen England am Samstag, 20.45 Uhr (ZDF ab 20.15), gesetzt - zwei noch offen. Bundestrainer Joachim Löw hat angedeutet, die Entscheidung auf der rechten Abwehrseite falle zwischen Antonio Rüdiger und Emre Can. In der Innenverteidigung wird Jonathan Tah oder Shkodran Mustafi neben Mats Hummels spielen. Bei den Engländern, die ohne den verletzten Wayne Rooney antreten, setzt Trainer Roy Hodgson überwiegend auf Spieler aus Liverpool (Nathaniel Clyne, Jordan Henderson, Adam Lallana) und Tottenham (Eric Dier, Dele Alli, Harry Kane).

    Nach den Ereignissen von Paris, als die Nationalmannschaft über Stunden das Stade de France nicht verlassen konnte, findet jetzt wieder ein Länderspiel (am Samstag, 20.15 Uhr, live im ZDF) unter dem Eindruck von Terroranschlägen statt. 

    "Aufgrund der Erfahrungen von Paris wird die Mannschaft Lösungsmöglichkeiten entwickelt haben", sagt Sportpsychologe Werner Mickler im Gespräch mit zdfsport.de.

    Werner Mickler
    Werner Mickler

    Der Sportpsychologe  Werner Mickler ist an der Sporthochschule Köln für die psychologische Ausbildung  der Trainer zuständig.

    ZDFsport.de:
      Herr Mickler, was glauben sie, wie die Mannschaft mit der aktuellen Situation umgeht?

    Werner Mickler: Sie wird darüber sprechen, wie wir das ja auch tun. Auf der anderen Seite wird sie aufgrund der Erfahrungen, die sie in Paris gemacht hat, mit Hilfe des Betreuerteams auch schon Lösungsmöglichkeiten dafür entwickelt haben, wie sie mit der Situation umgehen kann.

    ZDFsport.de:  Was könnten das für Lösungsmöglichkeiten sein?

    ZITAT
    Die meisten kommen zu dem Schluss, sich von den Terroristen nicht in ihrem Alltag einschränken zu lassen und mit dem Restrisiko zu leben.
    Werner Mickler
    Mickler:
    Das sind zum einen Rationalisierungsmöglichkeiten, wie sie jeder von uns in der jetzigen Situation anwendet, der beispielsweise eine Reise geplant hat. Wir fragen uns, ob und wie wir das umsetzen können und die meisten kommen zu dem Schluss, sich von den Terroristen nicht in ihrem Alltag einschränken zu lassen und mit dem Restrisiko zu leben.  Andererseits muss ich es natürlich verarbeiten, wenn etwas Bedrohliches passiert ist, damit nicht bei entsprechenden Auslösern immer wieder die gleichen Bilder im Kopf entstehen. Und wenn diese Bilder sehr tief gehen, kann es auch sinnvoll sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

    ZDFsport.de:  Innerhalb des Teams?  Vom Mannschaftspsychologen?

    Fußball-Länderspiel - Deutschland - England

    Samstag 26.03.2016, 20:15 - 22:45 Uhr
    Moderator: Katrin Müller-Hohenstein

    Übertragung aus dem Olympiastadion in Berlin
    Reporter: Béla Réthy
    Moderation: Katrin Müller-Hohenstein
    Experte: Simon Rolfes

    Mickler: Wenn es erforderlich ist, kann der Sportpsychologe der Nationalmannschaft Hans-Dieter Hermann sicher Kontakte zu  Fachleuten in diesem Bereich herstellen, die auf Kriseninterventionsmaßnahmen spezialisiert sind.

    ZDFsport.de:  Inwieweit sind Sportpsychologen von ihrer Ausbildung überhaupt in der Lage, bei Problemen im Bereich der Angst zu helfen?

    Mickler: Das hängt immer davon ab, wie einschneidend das Ereignis war. Es gibt sicher Situationen, in denen sie etwas machen können, und wenn sie psychotherapeutisch ausgebildet sind, auch noch etwas mehr. Aber eins muss klar sein: wenn ich als Sportpsychologe an meine Grenze komme, muss ich an die Fachleute delegieren - das gilt genauso für den Bereich Burn Out und Depression wie für den Bereich der Krisenintervention.

    ZDFsport.de:  Was wiegt denn aktuell schwerer – die Angst vor einer konkreten Bedrohung oder die allgemeine Verunsicherung, die in der Luft liegt?  

    ZITAT
    Die Herausforderung, vor der die Betreuer stehen, ist: Sie müssen ganz individuell auf die Spieler eingehen
    Werner Mickler
    Mickler:
    Das ist sehr individuell, für den einen ist das Ereignis, das er selbst erlebt hat, sehr gravierend,  für den anderen, der das besser verarbeitet hat, rückt eher die gedrückte Stimmung in den Vordergrund. Das ist auch die Herausforderung, vor der die Betreuer stehen: sie müssen ganz individuell auf die Spieler eingehen. 

    ZDFsport.de:  Über persönliche Gefühle zu reden, war früher im Männersport ja eher ungewöhnlich. Ist es für die aktuelle Spielergeneration einfacher, zu einem Problem zu stehen und Hilfe in Anspruch zu nehmen? 

    Mickler: Ich glaube ja. Langsam aber sicher ist durchgesickert, dass wir es auch im Hochleistungssport mit Menschen zu tun haben – und Menschen kommen immer wieder in Situationen, in denen sie keine Lösungen parat haben – zumal das Leistungsalter ja immer weiter nach vorne rückt, die Spieler von der Persönlichkeitsentwicklung also noch nicht so weit sind wie früher. Der für mich entscheidende Punkt ist: wenn sich jemand öffnet, beispielsweise gegenüber einem Sportpsychologen, muss sichergestellt sein, dass keine Information an irgendjemand anderen geht. Auch innerhalb des Teams.

    Weitere Links zum Thema
    ZDFsport.de:
      Kann es sein, dass angesichts der Situation die kommen Länderspiele eher den Charakter von Freundschaftsspielen bekommen?

    Mickler: Das glaube ich nicht, die Spieler wollen sich für die Europameisterschaft empfehlen. Das ist ja ihr Job. Während des Spiels werden sie nur daran denken, ihre Leistung abzurufen.

    ZDFsport.de:  In Dortmund mussten  die Spieler vor kurzem ja auch ein Spiel zu Ende führen, als das ganze Stadion über einen Todesfall betroffen war. Wie geht das?

    Mickler:  Jeder, der einen Job macht,  muss doch in einer kritischen Situation für einen bestimmten Zeitraum  alles andere verdrängen, zum Beispiel in einer Prüfungssituation. Die Auseinandersetzung kommt danach. So war das auch in Dortmund.  Die Spieler haben zwar mitgekriegt, dass etwas passiert ist, aber sie haben gelernt, diese neunzig Minuten vernünftig zu absolvieren. Aber danach kam es zum Zusammenschluss zwischen Spielern und Fans beider Seiten und sie haben zusammen "You‘ll never walk alone" gesungen. Vor dieser Haltung aller Beteiligten habe ich großen Respekt.

    Die voraussichtlichen Aufstellungen:

    Deutschland: Neuer/Bayern München (29 Jahre/63 Länderspiele) - Can/FC Liverpool (22/3) oder Rüdiger/AS Rom (23/7), Mustafi/FC Valencia (23/9) oder Tah/Bayer Leverkusen (20/0), Hummels/Borussia Dortmund (27/44), Hector/1. FC Köln (25/10) - Khedira/Juventus Turin (28/57), Kroos/Real Madrid (26/62) - Müller/Bayern München (26/68), Özil/FC Arsenal (27/70), Reus/Borussia Dortmund (26/27) - Gomez/Besiktas Istanbul (30/61)

    England: Butland/Stoke City (23/3) - Clyne/FC Liverpool (24/9), Stones/FC Everton (21/7), Cahill/FC Chelsea (30/39), Bertrand/FC Southampton (26/7) - Dier/Tottenham Hotspur (22/2), Henderson/FC Liverpool (25/22) - Lallana/FC Liverpool (27/19), Alli/Tottenham Hotspur (19/4), Milner/FC Liverpool (30/57) - Kane/Tottenham Hotspur (22/8)

    Das Interview führte Ralf Lorenzen

    26.03.2016
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