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das aktuelle sportstudio | WM 2006 FIFA-Insider Tognoni: "Zwanziger undichte Stelle"

  • Video Zwanziger "undichte Stelle?"
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    Guido Tognoni

    Guido Tognoni, Ex-FIFA-Mediendirektor, sagt, die Vorwürfe gegen den DFB hinsichtlich der WM 2006 seien gesteuert. Es herrsche ein Rache-Klima: "Theo Zwanziger ist möglicherweise die undichte Stelle".

    (17.10.2015)

    Kurzmeldung

    • 10:03 Uhr 18.10.2015Kurzmeldung

      Blatter droht lange Sperre 10:03 Uhr 18.10.2015
      FIFA-Chef Sepp Blatter und dem auch suspendierten UEFA-Präsidenten Michel Platini drohen Sperren von fünf Jahren. Dies berichtet die "Welt am Sonntag". Es geht um eine Zahlung von zwei Mio. Schweizer Franken (1,8 Mio. Euro), die Platini von der FIFA 2011 für eine Beratertätigkeit im Zeitraum von 1998 bis 2002 erhalten hatte. In der FIFA-Bilanz tauchte die Summe nicht auf. Die Ethikkommission wird den Vorgang womöglich als Wirtschaftsdelikt einstufen. Ein FIFA-Insider sagte der WamS: "Das wären in der Schweiz fünf Jahre Haft. Wir reden über je fünf Jahre Sperre."

    • 00:42 Uhr 18.10.2015Kurzmeldung

      Tognoni: Zwanziger möglicher Maulwurf 00:42 Uhr 18.10.2015
      In den Augen von Guido Tognoni ist der vermeintliche Korruptionsskandal um die Vergabe der WM 2006 das Ergebnis einer gesteuerten Aktion. In der FIFA und der UEFA "halten die Seilschaften nicht mehr, und jetzt ist die Zeit gekommen, da von einem zum anderen Rache genommen wird", sagte der frühere FIFA-Mediendirektor im aktuellen sportstudio. Bei den Vorwürfen hinsichtlich der WM 2006 habe Ex-DFB-Chef Theo Zwanziger möglicherweise eine Rolle gespielt, so Tognoni. Zwanziger sei "im Spiegel auffallend geschont" worden: "Er ist möglicherweise die undichte Stelle." Zwanziger wies die Vorwürfe indes zurück.

    Läuft eine Kampagne gegen DFB-Präsident Niersbach? Das behauptet zumindest Ex-FIFA-Mediendirektor Tognoni im aktuellen sportstudio. Vorwürfe in Sachen "gekaufte WM 2006" seien "gesteuert". Es herrsche ein Rache-Klima. Und: Ex-DFB-Chef Zwanziger sei möglicherweise die undichte Stelle. Dieser weist die Vorwürfe zurück. 

    In der FIFA und der UEFA "halten die Seilschaften nicht mehr, und jetzt ist die Zeit gekommen, da von einem zum anderen Rache genommen wird", so Tognoni. Bei den Vorwürfen hinsichtlich der WM 2006 habe Ex-DFB-Chef Theo Zwanziger möglicherweise die Finger im Spiel gehabt, sagt Tognoni. Zwanziger sei "im Spiegel-Bericht auffallend geschont" worden: "Die undichte Stelle ist möglicherweise, mit allen Vorbehalten, Theo Zwanziger."

    Theo Zwanziger weist Vorwürfe zurück

    Hans-Jörg Metz, Rechtsanwalt von Theo Zwanziger, legt Wert auf folgende Feststellungen:

    Mein Mandant weist die Vorwürfe, vorliegend eine Berichterstattung des „Spiegel“ über die Vergabe der WM 2006 gesteuert zu haben oder zu steuern, auf das Entschiedenste zurück.

    1. Mein Mandant hat sich gegenüber dem Spiegel fußballpolitisch ausschließlich in einem gemeinsamen Interview mit Herrn Professor Pieth, geführt von den Redakteuren Weinreich und Weinzierl, so wie im Spiegel 43/2015 auch abgedruckt, geäußert.

    2. Am Tag nach diesem Interview  hat Herr Dr. Zwanziger einen Fragenkatalog des „Spiegel“, der offensichtlich auch anderen Beteiligten übermittelt wurde, von Herrn Gunter Latsch erhalten. Mein Mandant hat diesen Fragenkatalog in Abstimmung mit dem ehemaligen DFB-Generalsekretär Horst Schmidt beantwortet, soweit er dies konnte und wollte.

    3. Herr Dr. Zwanziger hat weder dem Spiegel noch anderen Dritten Unterlagen zur jetzt anstehenden Thematik übergeben noch den Spiegel oder andere Dritte in anderer Weise mit Informationen zur anstehenden Thematik versorgt. Die jetzt bekannt gewordenen Informationen müssen aus anderen Quellen stammen - Herr Dr. Zwanziger ist nicht Urheber dieser Veröffentlichungen.

    4. Die abenteuerlichen Vorwürfe von Herrn Tognoni, auf welcher Grundlage sie beruhen mögen oder aus welcher Motivation heraus sie gesteuert werden, sind weder in irgendeiner Weise begründet noch in irgendeiner Weise geeignet, der Wahrheitsfindung zu dienen.

    Niersbach: "WM nicht gekauft"

    DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hatte gestern kategorisch einen Stimmenkauf ausgeschlossen: "Das kann ich allen Fußball-Fans versichern. Auch der 'Spiegel' hat dafür keine Beweise genannt, sondern beruft sich letztlich auf ein angebliches, von einer anonymen Quelle kolportiertes Zitat von Günter Netzer, das der bereits im gleichen Artikel vehement bestritten hat. Nochmal: die WM war nicht gekauft", so Niersbach.

    Wolfgang Niersbach und Theo Zwanziger

    Wolfgang Niersbach und Theo Zwanziger (r.)
    Quelle: dpa

    In die gleiche Richtung äußerten sich der ehemalige Vize-Präsident des Organisationskomitees, Fedor Radmann, sowie der frühere Bundesinnenminister Otto Schily. Schily erklärte in der "Bild am Sonntag", er habe als Mitglied des Organisationskomitees "zu keinem Zeitpunkt Informationen erhalten, die den Verdacht ,schwarzer Kassen' begründen". Er habe keine Zweifel an der Erklärung des Präsidiums des Deutschen Fußball-Bundes, das einen mutmaßlichen Kauf entscheidender Stimmen bei der Wahl des WM-Gastgebers heftig bestritten hatte.

    Links
    Niersbach: Keine Korruption

    Schily bestreitet Zusammenhang mit Waffendeal

    "Alle Zahlungen des DFB einschließlich der gesamten Buchhaltung wurden seinerzeit von dem damaligen Schatzmeister des DFB, Dr. Theo Zwanziger, sorgfältig geprüft", sagte Schily weiter. Das gesamte Zahlenwerk sei auch nach WM-Ende nochmals überprüft worden.Sollte es Unklarheiten bei einer Zahlung des DFB an die FIFA geben, liege die Verantwortung dafür bei der FIFA, befand Schily. Er bestritt zudem einen Zusammenhang zwischen einem Waffendeal Deutschlands und der Entscheidung der FIFA-Regierung über die WM-Vergabe. "Diese Gerüchte-Produktion schadet dem Ansehen Deutschlands", sagte der Ex-Minister.

    Zuvor hatte bereits der ehemalige Vize-Präsident des deutschen WM-Organisationskomitees 2006, Fedor Radmann, Korruption im Zusammenhang mit der Vergabe der Endrunde an Deutschland vehement bestritten. "Das Bewerbungskomitee hat niemals irgendjemanden bestochen. Ich bin bereit, dies sogar zu beeiden. Wir haben keine Stimmen gekauft", sagte der 71-Jährige bei Sky Sport News HD.

    Auch Radmann weist Vorwürfe zurück

    Radmann ist ein langjähriger Vertrauter von Franz Beckenbauer, damals Chef der deutschen WM-Bewerbung und des OK für die WM 2006. Zusammen mit dem "Kaiser" unternahm Radmann im Vorfeld der WM-Vergabe Reisen in zahlreiche Länder, um auf Stimmenfang für die deutsche WM-Bewerbung zu gehen.

    Videos zum Thema

    Harm: "Riesendruck auf Niersbach und Beckenbauer"

    Markus Harm

    Niersbach im Juni 2015: Alles korrekt bei WM 2006

    18.10.2015, Quelle: ZDF dpa SID
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