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das aktuelle sportstudio - Studiogast Bürki: "Meisterschaft noch nicht entschieden"

  • Video Bürki:"Meisterschaft nicht entschieden"
  • Video Das Torwandschießen vom 21.11.2015
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    Der Torhüter des BVB Roman Bürki spricht im

    Torhüter Roman Bürki spricht im "aktuellen sportstudio" über die Pleite seiner Dortmunder Borussia beim HSV, das Titelrennen und seine persönliche Situation bei seinem neuen Arbeitgeber.

    (21.11.2015)
    VideoDas Torwandschießen vom 21.11.2015
    An der Torwand tritt Jonas Spengler gegen den Studiogast BVB-Torwart Roman Bürki an.

    An der Torwand tritt Jonas Spengler gegen den Studiogast, BVB-Torwart Roman Bürki, an.

    (21.11.2015)
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    (Quelle: ZDF)
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    (Quelle: ZDF)

    Trotz der Pleite beim Hamburger SV am 13. Spieltag ist für Roman Bürki das Titelrennen in der Bundesliga noch offen. Im "aktuellen sportstudio" äußerte sich der Torwart von Borussia Dortmund zur Partie in Hamburg, den Baustellen beim BVB und seiner persönlichen Situation. 

    von Patrick Brandenburg

    Der Wow-Effekt kommt noch

    Unspektakulär, aber doch souverän hat sich Roman Bürki als Nummer eins im Tor von Borussia Dortmund etabliert. Kleinere Rückschläge nimmt ihm keiner übel, denn beim BVB sind sie sicher: Der Wow-Effekt kommt noch.

    Es ist sein lieb gewonnenes Ritual vor jedem Spiel: Roman Bürki kickt seinen Kaugummi über die eigene Torlinie und sagt sich: "Das ist das einzige, was heute reingeht." Fünf Mal hat das in dieser Saison geklappt, da blieb Borussia Dortmunds Keeper in der Bundesliga und im DFB-Pokal ohne Gegentor. Bei 14 Pflichtspielen eine ordentliche Quote. Aber sicher auch eine, die der 25-Jährige deutlich ausbauen will. Denn der Schweizer ist extrem lernwillig und hat ehrgeizige Ziele.

     

    Der nächste Schritt

    "Im Training musst du fast das Licht ausschalten, damit er aufhört. Er will sich immer verbessern und weiter arbeiten. Er ist ein Glücksfall für jeden Trainer", sagt Patrick Foletti, der die Torhüter der Schweizer Nationalmannschaft ausbildet. Dortmunds Trainer Thomas Tuchel wird das sofort unterschreiben, sonst hätte er Bürki nicht zu Saisonbeginn zum Stammkeeper befördert. Anstelle der BVB-Ikone Roman Weidenfeller.

    Fleißige Sonderschichten des Modellathleten Bürki haben bei der Entscheidungsfindung vermutlich ebenso wenig geschadet wie sein gesundes Selbstvertrauen. Schon in in der Vorbereitung  hatte der 3,5-Millionen-Euro-Neuzugang vom SC Freiburg mutig verkündet: "Ich will auf dem höchsten Level spielen und bin immer bereit für den nächsten Schritt."

    Kein Problem mit Weidenfeller

    Dank seiner offenen Art ist Bürki schnell angekommen bei Schwarz-Gelb. Die Fans mögen die Zuverlässigkeit ihrer Nummer 38. Aber auch, dass er sich via Twitter für ein Gegentor selbst auf die Schippe nehmen kann oder seine Vorderleute hemdsärmelig in die vergessenen Ecken des früheren Westfalenstadions zum Klatschen schickt.

    Im Team ist er seit dem ersten Tag integriert. Selbst Konkurrent Weidenfeller und er verstehen sich vorbildlich. Bürki gönnt dem Routinier den Teilzeitjob Europa League und schaut sich Tricks fürs eigene Portfolio ab: "Von Roman kann ich viel lernen", sagt der Musterschüler demütig. Etwa in der Strafraumbeherrschung oder im Duell Eins gegen Eins.

    Kalkuliertes Risiko

    Bürkis Beitrag zum BVB-Aufschwung ist mit Zahlen bislang schwer zu greifen. Aber ohne seine Ballsicherheit wäre die dringend nötige Evolution des Überfallfußballs hin zur Ballbesitzvariante viel schwieriger. Bürki kann Rückpässe mit beiden Füßen verarbeiten und Bälle auch unter Druck präzise an den Mann bringen. Das ermöglicht den Westfalen, ihr nun geduldigeres Aufbauspiel wenn nötig tiefer anzulegen, oder die Spieleröffnung von der letzten Position zu starten.

    Wie sein Vorbild Manuel Neuer agiert Bürki oft als elfter Feldspieler. Das ist ein Risiko, wie beim Slapstick-Gegentor im Pokal gegen Paderborn zu sehen, aber ein kalkuliertes. Denn es schafft letztlich die Grundlage, die zentralen Abwehrspieler breiter, und die Außenverteidiger extrem hoch zu stellen. Die Tormaschine des Tabellenzweiten dankt die mutige Ausrichtung mit bislang 35 Liga-Treffern.

    Roman Bürki im Porträt

    Roman Bürki stammt aus dem kleinen Ort Münsingen im Schweizer Kanton Bern. Der heute 25-Jährige startete seine Profikarriere 2007 in der zweiten Mannschaft der Young Boys Bern und schaffte vier Jahre später den Durchbruch bei Grashoppers Club Zürich.

    2014 wagte Bürki den Sprung nach Deutschland und setzte sich auf Anhieb beim SC Freiburg durch. Der Keeper hielt den späteren Absteiger bis zuletzt im Rennen um den Klassenerhalt und machte sich interessant für Größeres. Seit Sommer 2015 steht er beim BVB unter Vertrag und hat dort Weltmeister Roman Weidenfeller als Stammtorhüter für Liga und Pokal verdrängt.

    Nationalelfkarriere nimmt Fahrt auf

    Dagegen sind 15 Gegentore der Dortmunder Abwehr verbesserungswürdig. Das weiß auch Bürki, zur Not schmiert es ihm sein Vater bei der regelmäßigen Spielanalyse per Telefon aufs Brot. Allein fünf der Treffer kassierte Roman beim FC Bayern, zwei davon gingen auf sein Konto.

    Kleine Rückschläge, die aber normal sind und bei den Westfalen keiner übel nimmt, solange eine Lernkurve erkennbar bleibt. Die Nervosität, die Bürki in München zeigte, wird sich allein durch die Auftritte in Dortmunds großer Fußball-Oper bald legen. Für die anderen Partien wird er den Fokus anpassen: Während Bürki früher unter Dauerdruck im Minutentakt glänzte, heißt es im Tor eines Topteams häufiger: abwarten, hellwach bleiben. "Das ist der nächste Schritt, den Roman machen muss", sagt Lehrmeister Foletti nicht ganz uneigennützig. Denn auch in der Schweizer "Nati" nimmt Bürki Fahrt auf: Nach dem Pflichtspieldebüt Anfang Oktober gegen San Marino macht sich der Bankdrücker der WM 2014 nun Hoffnung auf Einsätze bei der EM in Frankreich.

    Den Derbysieg gerettet

    Dass er im Übrigen auch die Heldenrolle weiter drauf hat wie in Freiburg, wo er trotz Abstiegs neun Mal unbezwungen blieb, zeigte Bürki im bisher fast reibungslosen Saisonverlauf doppelt: In Mainz und zuletzt im Revierderby gegen Schalke rettete er mit tollen Reflexen den Sieg. Dass genau dieser Wow-Effekt bald viel öfter zu bestaunen ist, davon sind sie in Dortmund überzeugt. Und davon, dass noch mehr Kaugummis die Torlinie des BVB passieren und nichts sonst.

    21.11.2015
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