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Zu Gast im aktuellen sportstudio Wester: Noch nicht der perfekte Sprung

  • Video Torwand: mit Eberl, Schmadtke und Wester
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    Im aktuellen sportstudio fordert heute Torwandkandidat Björn Bandermann neben den Bundesliga-Managern Max Eberl und Jörg Schmadkte auch die deutsche Weitsprung-Hoffnung Alexandra Wester heraus.

    Im aktuellen sportstudio fordert heute Torwandkandidat Björn Bandermann neben den Bundesliga-Managern Max Eberl und Jörg Schmadkte auch die deutsche Weitsprung-Hoffnung Alexandra Wester heraus.

    (20.02.2016)

    Kurzmeldung

    • 00:03 Uhr 21.02.2016Kurzmeldung

      Wester: Noch nicht der perfekte Sprung 00:03 Uhr 21.02.2016
      Weitspringerin Alexandra Wester freut sich nach ihrer Weltjahresbestleistung von 6,95 Metern auf die Hallen-WM. Im aktuellen sportstudio erklärt die neue deutsche Leichtathletik-Hoffnung, dass diese Leistung noch nicht der perfekte Sprung gewesen sei. "In dem Moment kommen bei einem Athleten alle Emotionen zusammen. Man kann keinen klaren Gedanken fassen. Deshalb habe ich nicht darüber nachgedacht, dass ich die 7 Meter nicht geschafft habe." Aber Wester sagt im Gespräch mit Sven Voss auch: "Ich kann noch einiges verbessern und natürlich sind die magischen 7 Meter auch mein Ziel."

    Weitspringerin Alexandra Wester freut sich nach ihrer Weltjahresbestleistung von 6,95 Metern auf die Hallen-WM. Im aktuellen sportstudio erklärt die neue deutsche Leichtathletik-Hoffnung, dass diese Leistung noch nicht der perfekte Sprung gewesen sei. 

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    das aktuelle sportstudio ZDF SPORTreportage

    Aus Opas Garten in die Weltspitze

    von Susanne Rohlfing

    Weitspringerin Alexandra Wester freut sich nach ihrer Weltjahresbestleistung von 6,95 Metern auf die Hallen-WM, ihren ersten Wettkampf im Deutschlandtrikot. Und sie glaubt jetzt um so fester an ihr großes Ziel: Die Olympiateilnahme in Rio. Am Samstag ist sie zu Gast im "aktuellen sportstudio".

    Die Äste in der Sandgrube in seinem Garten in Saulheim hat Opa Helmut schon seit einiger Zeit nicht mehr weggeräumt. Seine zwei Enkelinnen hüpfen hier nicht mehr um die Wette, sie sind der Schulmädchen-Zeit mit fröhlichen Nachmittagen auf seinem Grundstück entwachsen. Und die jüngere der beiden, Alexandra Wester, würde heute eher in Nachbars Garten landen als in Opas Sand. Denn die 21-Jährige ist am vergangenen Wochenende beim Istaf Indoor in Berlin mit einem fulminanten Satz auf 6,95 Meter mitten hinein in die Weltelite der Weitspringerinnen geflogen.

    Lohn für viele Mühen

    Für Wester war das nicht einfach nur der Moment, in dem eine talentierte Athletin ihr lange anvisierte Ziel erreicht. Dafür war die sportliche Karriere der Tochter eines deutschen Wasserbauingenieurs und einer Ghanaerin bislang zu holperig verlaufen. "Weltjahresbestleistung" – für Wester bedeutet das: All der Kampf, der viele Schweiß, die Tränen, das hartnäckige Festhalten an ihrem Traum vom Dasein als Weltklasse-Leichtathletin haben sich ausgezahlt.

    Mit 15 Jahren wurde Wester deutsche Schüler-Meisterin im Siebenkampf und in der höheren Altersklasse deutsche Vizemeisterin im Weitsprung. Schon damals sprang sie 6,19 Meter weit. Anders als heute allerdings noch mit dem linken Fuß. Eine große Karriere als Mehrkämpferin schien vor ihr zu liegen – doch ihr Körper machte nicht mit. Wäre Opa Helmut nicht gewesen mit seiner selbstgebastelten Weitsprunggrube und der Vorgabe an seine Enkelinnen, den Absprung in die Grube mit beiden Beinen gleichermaßen zu üben, wäre Alexandra Wester heute wohl nicht die Weltjahresbeste im Weitsprung – sondern eine hübsche junge Frau mit besten Aussichten auf eine Model-Karriere.

    Von links auf rechts

    Mit 17 Jahren, kurz vor der Qualifikation für die U-18-WM, rutschte Wester beim Hürdenlauf im Regen aus und ruinierte sich das linke Knie. "Kreuzband, beide Menisken, Innenband und Knorpel, alles war kaputt", erzählt sie: "Für mich ist eine Welt zusammengebrochen." Gleichzeitig habe für sie immer festgestanden, dass sie sich zurückkämpfen wollte, betont Wester.

    Alexandra Wester

    Alexandra Wester im Sprung
    Quelle: dpa

    Sie wechselte das Sprungbein, dank Opa Helmut fiel ihr das nicht all zu schwer. Ende 2014 ging sie mit einem Vollstipendium an die Universität in Miami, um Sport zu studieren und das amerikanische Leichtathletik-Training kennenzulernen. "Aber ich habe gemerkt, dass mein Körper dem nicht stand hält. Seit der großen Knieverletzung hatte ich ständig irgendwas, auch in den USA hatte ich den ganzen Winter über immer wieder Verletzungen."

    Glaube an sich selbst

    Aus ihrem Umfeld sei daher häufiger der Rat gekommen, sich doch ganz auf die nebenbei begonnene Model-Karriere zu konzentrieren, die nach Auftritten bei der Berliner Fashion-Week auch großes Potenzial barg. "Aber ich war immer überzeugt: Glaub an dich selbst, irgendwann wird sich das auszahlen."

    Nach ihrer Rückkehr aus den USA fand Wester Ende 2015 beim ASV Köln in dem ehemaligen Dreispringer Charles Friedek einen neuen Coach. Mit ihm arbeitet sie seither intensiv an ihrer Technik. Eine von mehreren Änderungen habe sie in Berlin perfekt umgesetzt bekommen, sagt Wester. Das Resultat: 6,95 Meter, ein Ticket für die Hallen-WM vom 17. bis 20. März in Portland – ihren ersten internationalen Wettkampf bei den Erwachsenen – und eine deutsche Medien-Landschaft, die sich begeistert auf diese junge, hübsche Athletin stürzt, die so weit gesprungen ist wie es in der Halle vor ihr überhaupt nur zwei Deutschen gelungen ist: Den beiden Sieben-Meter-Springerinnen Heike Drechsler (hält mit 7,37 Metern den deutschen Rekord) und Helga Radtke (7,09m).

    Weit springen, auf dem Boden bleiben

    Wester freut sich auf die anstehenden großen Herausforderungen. Und sie sagt: "Das Beste, was man machen kann, ist: Locker und auf dem Boden bleiben. Ich weiß, dass so etwas genauso schnell wieder gehen kann wie es gekommen ist." Alexandra Wester will zu den Olympischen Spielen im August in Rio de Janeiro. Das sei seit zwei Jahren ihr Ziel, daran habe sich nichts geändert, sagt sie. Anders sei höchstens, dass sie inzwischen nicht mehr ganz so allein ist mit dem Vertrauen in ihr Leistungs-Potenzial.

    19.02.2016
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