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DFL-Sicherheitskonzept
Aktion 12:12 - Still und stark
VideoProfiklubs im Blickpunkt
VideoRettig: "DFL-Sicherheitskonzept wichtig"
Profiklubs im Blickpunkt
Der erfolgreiche Stimmungsboykott gegen die geplanten Sicherheitsmaßnahmen hat die Fans kurz vor der richtungsweisenden DFL-Vollversammlung am Mittwoch gestärkt. Dabei war diese Protestform unter ihnen selbst nicht ganz unumstritten. Das Protokoll einer gelungenen Aktion.
ca. 400 Fans demonstrieren in Frankfurt still fūr mehr Mitsprache
Quelle: Twitter (@NKaben)
Quelle: Twitter (@NKaben)
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Das Statement der Fanprojekte
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DFL-Vollversammlung am 12. Dezember
Anlass der Veranstaltung
Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) traf sich am 12. Dezember in Frankfurt mit den Vertretern der 36 Profiklubs auf der Mitgliederversammlung, um über das umstrittene Papier «Sicheres Stadionerlebnis» abzustimmen. Die Innenminister der Länder hatten den Klubs mit einschneidenden Maßnahmen gedroht und von den Vereinen einheitliche Regelungen zur Bekämpfung der Gewalt gefordert.
Normalerweise reicht eine einfache Mehrheit, eine Zwei-Drittel-Mehrheit ist notwendig, wenn bei einem Antrag die Lizenzspielordnung geändert wird.
Die 16 Anträge in Kurzform zusammengefasst:
Antrag 1: Die Veranstaltungsleiter von Bundesliga-Spielen bekommen eine genaue Funktionsbeschreibung.
Antrag 2: Ein verbindlicher Dialog zwischen Fans und Klubs wird verankert.
Anträge 3 und 4: Die Polizei bekommt mehr Kompetenzen.
Antrag 5: Der Ordnungsdienst des Gastvereins wird im Stadion des Heimvereins mit einbezogen.
Antrag 6: Aufgaben der Sicherheitsbeauftragten werden genau festgelegt.
Antrag 7: Verbindliche Teilnahme des Veranstaltungsleiters an Sicherheitsbesprechungen bei Risikospielen.
Antrag 8: Kontrollen an Stadioneingängen werden verschärft.
Antrag 9: Ordnungsdienstkräfte werden geschult.
Antrag 10: Aufgaben des Fanbeauftragten am Spieltag werden festgelegt.
Antrag 11: Festlegungen für Risikospiele und Spiele unter Beobachtung.
Antrag 12: Ein Zertifizierungsverfahren ("Stadionerlebnis") wird entwickelt.
Antrag 13: Eine ständige Kommission Stadionerlebnis wird eingerichtet.
Antrag 14: Festgelegt wird, wann das Ticketkontingent für Auswärtsfans reduziert werden darf.
Antrag 15: Weiterentwicklung der DFB-Sportgerichtsbarkeit (Anträge sollen erst zum DFB-Bundestag im Oktober 2013 erarbeitet werden).
Antrag 16: Erlöse aus der Vermarktung (Fernsehgelder) werden zweckgebunden an die Vereine ausbezahlt, wenn diese wiederholt Sicherheitsmaßnahmen nicht erfüllen.
Eckpunkte des Papiers
- Null-Toleranz beim Verbot von Pyrotechnik
- Erhöhung der Ausgaben für Fan-Betreuung
- Konsequente Durchsetzung von Stadionverboten
- Mehr Video-Kameras in den Gäste-Stehplatzbereichen
- Personalisierte Eintrittskarten
- Durchsetzung von zivilrechtlichen Ansprüchen gegen die Verursacher
Strittige Punkte
Umstrittene Punkte im Konzept «Sicheres Stadion» sind vor allem die Anträge 8, 11 und 14. Bei Spielen mit erhöhtem Risiko, so die DFL, ist die Durchführung von verstärkten Personenkontrollen zu erwägen. Zuvor heißt es, dass Ligaverband und Deutscher Fußball-Bund (DFB) zu keinem Zeitpunkt «statuarische Vorgaben für die Durchführung sogenannter Vollkontrollen» vorgeschlagen haben. Die Entscheidung, in welchem Umfang Fans an den Stadioneingängen durchsucht haben, obliege wie bisher dem Heimverein. Für die Fanvertreter ist damit klar, dass Vollkontrollen nicht kategorisch ausgeschlossen sind. Zumal in dem Antrag steht, dass Kontrolleinrichtungen so beschaffen sein müssen, dass Kontrollen sicher, zügig und angemessen durchgeführt werden können. Da fürchten Kritiker, dass diese öfter in Zelten stattfinden wie kürzlich beim Bundesliga-Spiel FC Bayern - Eintracht Frankfurt.
Zudem geht es um die mögliche Reduzierung des Ticket-Gästekontingents. Normalerweise stehen den Auswärtsfans wie bisher zehn Prozent der Karten zu. Künftig sollen diese um die Hälfte reduziert werden können, wenn das DFB-Sportgericht nach Zwischenfällen ein entsprechendes Urteil fällt - oder bei «einer anderslautenden Festlegung des Heimvereins bei Spielen mit erhöhtem Risiko». Für Gegner des Sicherheitskonzepts ist diese eine Kollektivstrafe, zudem sehen sie sich dem Wohlwollen des Heimclubs ausgeliefert.



