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25.05.2013

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Fußball-EM 2020 in mehreren Ländern

Platinis Belohnungen

  • Video Kontinentales Fan-Fest: EM 2020
  • Michel Platini
  • Video Moskau oder Madrid? Hauptsache Europa
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  • VideoKontinentales Fan-Fest: EM 2020
    (06.12.2012)
    Michel Platini
    Michel Platini / Quelle: dpa

    UEFA-Präsident Michel Platini hat sich mit seiner Idee einer europaweit ausgetragenen EM 2020 durchgesetzt.

    (Quelle: dpa)
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    Kurzmeldung

    • EM 2020: England will das Finale 09:02 07.12.2012
      Die Entscheidung der UEFA, die EM 2020 in weiten Teilen Europas auszutragen, hat nicht nur beim DFB positive Reaktionen hervorgerufen. "Das ist eine realistische Möglichkeit, ein großes Fußball-Event nach Brüssel zu holen", sagte der Generalsekretär des Königlichen Belgischen Fußball-Verbandes. Auch in den Niederlanden stieß das Vorhaben auf Interesse. Der Verband plant, sich mit der AmsterdamArena und einem neuen Stadion in Rotterdam zu bewerben. Von den bisherigen EM-Ausrichtern hat bereits England mit Wembley seinen Hut für die Halbfinals und das Endspiel in den Ring geworfen.

    • EM 2020 in mehreren Ländern 17:42 06.12.2012
      Im Jahr 2020 findet erstmals eine Fußball-Europameisterschaft in einer Reihe von europäischen Ländern statt. Das Exekutivkomitee der UEFA entschied, dass die EM in acht Jahren "in verschiedenen Metropolen" Europas ausgetragen werden soll. Damit folgte die Exekutive mit dem ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger dem Vorschlag von UEFA-Präsident Michel Platini. Mit Ausnahme des türkischen Vertreters stimmten alle Mitglieder für den Plan Platinis. Die Wettbewerbskommission der UEFA soll nun in den kommenden Monaten die genauen Details ausarbeiten.

    • Niersbach: DFB bewirbt sich 18:02 06.12.2012
      Nach der Entscheidung der UEFA, die Fußball-EM 2020 in verschiedenen Städten Europas auszutragen, dürfen sich auch die deutschen Fans auf Heimspiele freuen. "Eines kann ich jetzt schon ankündigen: Wir werden uns auf jeden Fall mit einer deutschen Stadt bewerben", sagte Wolfgang Niersbach. Der Präsident des Deutschen Fußballbundes befürwortet die Pläne der UEFA: "Wir haben die Entscheidung so erwartet und bewerten sie absolut positiv. Die Kommission für Nationalverbände, der auch ich angehöre, hat nun die Aufgabe, das Konzept für die EM 2020 weiter zu entwickeln."

     von Ralf Lorenzen

    Heute London, morgen Moskau – wenn es nach UEFA-Präsident Michel Platini geht, könnte die Europameisterschaft 2020 eine völkerverbindende Kraft entwickeln. Kritiker befürchten dagegen eine EM der Billigflieger.

    „Platini plant eine besondere Auszeichnung für die irischen Fans, und eine ganz spezielle Belohnung für den Iren Michael O'Leary“, twitterte der irische Sportjournalist Ciran O Raghallaigh am 30. Juni 2012 von der Sitzung der Exekutive der Europäischen Fußball-Union in Kiew, einen Tag vor dem EM-Finale am gleichen Ort.

    Deutsche Bewerbung

    Mindestens drei der Spiele könnten in Deutschland ausgetragen werden. Sollte sich die deutsche Nationalmannschaft qualifizieren, könnte sie ihre Gruppenspiele in Berlin austragen. In wie vielen Ländern das Turnier ausgetragen wird, steht noch nicht fest. Zuletzt waren 13 Nationen im Gespräch. "Wir haben die Entscheidung so erwartet und bewerten sie absolut positiv. Die Kommission für Nationalverbände, der auch ich angehöre, hat nun die Aufgabe, das Konzept für die EM 2020 weiter zu entwickeln. Eines kann ich jetzt schon ankündigen: Wir werden uns auf jeden Fall mit einer deutschen Stadt bewerben", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

    Billigflieger profitieren

    Besser hätte man die widersprüchlichen Pläne der UEFA und ihres Vorsitzenden Michel Platini nicht auf den Punkt bringen können. Auf der einen Seite werden die irischen Fußballanhänger geehrt, die die Europameisterschaft an den polnischen Spielorten ihrer Mannschaft zum Fest gemacht hatten, obwohl das Team keinen Punkt holte.

    Andererseits dachte Platini erstmals laut über die Idee nach, die Europameisterschaft 2020 über ganz Europa zu verteilen, was Fußballfeste wie in Posen und Danzig im Keim ersticken würde. Von den unvermeidlichen Reisebewegungen würden nicht die Fans und ihre Feierlaune, sondern vor allem der angesprochene Michael O'Leary profitieren, der Besitzer der Fluggesellschaft Ryanair. Von einer „EM der Billigflieger“ ist vielfach schon die Rede.

    Wer kann ein Mega-Projekt stemmen?

    So wurde die Idee im ersten Moment auch von den wenigsten wirklich ernst genommen. Die Medien ereiferten sich mehr darüber, dass Platini auf der Exekutiv-Sitzung in Kiew einmal mehr der Torlinientechnik eine klare Abfuhr erteilte. Das hat sich ein halbes Jahr später gründlich geändert. Offenbar wurde hinter den Kulissen hart gearbeitet.

    Mit Argumenten wurden die Sympathiebekundungen bis jetzt wenig unterfüttert. Neben Platinis Hinweis darauf „die EM damit nach ganz Europa zu bringen“,  wurde meist auf die schwierige wirtschaftliche Lage verwiesen, die es einzelnen Ländern oder Länderkonsortien immer schwieriger mache, so ein Mega-Projekt zu stemmen.

    Nationale Brille

    Das traf auf die offiziellen Ausrichter-Kandidaten für 2020, Georgien/Aserbaidschan, Türkei beziehungsweise Schottland/Wales/Irland, sicher zu. Zumal die UEFA dieses Problem dadurch selbst verschärft hat, indem die Zahl der Endrundenteilnehmer von 16 auf 24 erhöht wurde.

    Weitere Vorteile bietet der Platini-Plan allerdings, wenn man sich ihn durch die nationale Brille eines einzelnen Fußballverbandes betrachtet.  "Der Gedanke, EM-Spiele in Deutschland auszutragen, ist reizvoll", sagte Verbandspräsident Wolfgang Niersbach. Das werden alle anderen mächtigen Verbände genauso sehen, da der Plan vorsieht, dass jeweils sechs Vorrundenpartien jeder Gruppe im Land des sogenannten Gruppenkopfes stattfinden.

    Nun haben aber gerade Erfahrungen der WM 2006 in Deutschland gezeigt, dass Sommermärchen dann entstehen, wenn außerhalb des Spielfeldes die nationale Brille abgelegt wird, wenn Feste der Internationalität gefeiert werden und neue  Bekanntschaften sich auch vertiefen können, ohne gleich zum nächsten Flieger zu müssen.

    Stimmungskiller

    „Sorry, finde dieses Konzept schwachsinnig“, spricht ein User von transfermarkt.de. vielen Fans aus der Seele. „Das Geile an Turnieren ist ja, dass man sich gemeinsam mit Fans aus anderen Ländern in einem Land trifft und dort vier Wochen Fußball feiert.“  Sogar die FIFA schlägt sich auf die Seite der Fans: "Ich verstehe die UEFA ehrlich gesagt nicht. Durch eine solche Vorgehensweise wird der Geist des Wettbewerbs zerstört", sagte Generalsekretär Jérôme Valcke.

    Ein weiterer negativer Aspekt des neuen Plans wurde auch innerhalb des DFB geäußert. "Durch die neue Idee wäre die Möglichkeit für eine große Nachhaltigkeit nicht mehr so gegeben", sagte Horst R. Schmidt der "Welt". Die Ausrichter der vergangenen Turniere hätten "über die Fußballspiele hinaus profitiert, was Themen wie etwa die Infrastruktur betrifft".

    Auf die Frage nach der schwierigen Logistik bei einer über den ganzen Kontinent verteilten EM hatte Michel Platini schon bei der ersten Verkündung seines Plans Ende Juni eine bemerkenswerte Antwort parat: „Wie Sie wissen, es gibt Billigflieger.“

    06.12.2012
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