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Fußball - Champions League

Die Bayern sind durch

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    Kurzmeldung

    • Bayern nach Punktgewinn im Achtelfinale 22:37 20.11.2012
      Der FC Bayern steht nach einem 1:1 (0:0) beim FC Valencia im Achtelfinale der Champions League. Der Punktgewinn reichte dem FCB, weil Gruppengegner Lille zuvor 2:0 (2:0) in Borissow gewann. In einer ausgeglichenen ersten Halbzeit blieben hochkarätige Torchancen Mangelware. Größter Aufreger war die Rote Karte für Valencias Barragan, der Alaba von den Beinen holte. Die Bayern machten aus ihrer Überzahl lange zu wenig - auch nach der Pause. Als Valencia durch einen abgefälschten Schuss in Führung ging, sah es so aus, als müsste Bayern ums sichere Weiterkommen zittern. Aber Müller traf zum 1:1.

    • Donezk weiter - Chelsea vor dem Aus 22:51 20.11.2012
      Schachtjor Donezk hat vorzeitig das Achtelfinale der Champions League erreicht, Titelverteidiger FC Chelsea muss dagegen gewaltig zittern. Die Engländer unterlagen bei Juventus Turin 0:3 (0:1) und rutschten in der Gruppe E mit sieben Punkten auf Rang drei ab. Donezk (zehn Punkte) löste das Achtelfinalticket durch einen 5:2 (2:2)-Erfolg beim FC Nordsjaelland. Allerdings sorgte der Treffer der Ukrainer zum zwischenzeitlichen 1:1 durch Luiz Adriano für große Diskussionen. Adriano traf, nachdem seine Mitspieler einen Schiedsrichterball zum Gegner zurückspielen wollten.

    FC Valencia - FC Bayern 1:1 (0:0)

    Valencia: Guaita - Barragan, Rami, Costa, Cissokho - Costa, Parejo (75. Jonas) - Feghouli, Guardado (86. Valdez) - Banega (80. Albelda), Soldado

    München: Neuer - Lahm, Dante, Badstuber, Alaba - Martinez, Schweinsteiger - Thomas Müller, Toni Kroos (66. Shaqiri), Ribery (79. Gomez) - Pizarro (66. Mandzukic)

    Schiedsrichter: Howard Webb (Rotherham)

    Zuschauer: 50.000

    Tore: 1:0 Feghouli (77.), 1:1 Müller (82.)

    Beste Spieler: Feghouli, Banega - Dante, Alaba

    Rote Karte: Barragan wegen groben Foulspiels (33.)

    Gelbe Karten: Barragan, Soldado, Guaita - Dante, Martinez

    Zur Zeit finden keine Spiele statt.

    Der FC Valencia, chronisch klamm

    von Andreas Klinger

    Der wirtschaftlich marode FC Valencia braucht ganz schnell sportlichen Erfolg, ansonsten droht das Ende. Denn nur mit den Champions-League-Millionen können die Spanier ihre finanzielle Schieflage in den Griff bekommen. Immerhin haben sie  den Platz im Achtelfinale schon gebucht.

    Der wirtschaftlich marode FC Valencia braucht ganz schnell sportlichen Erfolg, ansonsten droht das Ende. Denn nur mit den Champions-League-Millionen können die Spanier ihre finanzielle Schieflage in den Griff bekommen.

    Gescheiterter Stadionneubau

    Hauptgrund der hausgemachten Probleme ist der Bau eines neuen Stadions, das seit über drei Jahren brach liegt, weil das Geld fehlt, um die Arbeiten zu beenden. Zudem kommt ein eklatantes Missmanagement unter Ex-Präsident Juan Soler und seinem Übergangsnachfolger Vicente Soriano. Dieser trat zurück, nachdem er die Chance vergeben hatte, das alte Stadion zu verkaufen, bevor die Immobilienkrise einsetzte.

    Unter Soler zahlte der Klub jährlich 112 Millionen Euro Spielergehälter, nahm aber nur 92 Millionen ein. Folge war, dass Valencia innerhalb von sechs Jahren 300 Millionen Euro mehr Ausgaben als Einnahmen hatte und im Jahr 2009 Rekordschulden von 547 Millionen Euro anhäufte.

    Ausverkauf der Stars

    Inzwischen ist es dem neuen Vorstand unter Manuel Llorente zwar gelungen, den Schuldenberg auf 346 Millionen Euro zu verringern. Aber für einen sehr hohen Preis: Der Verein musste in den letzten Jahren von David Villa (Barcelona) über Juan Mata (Chelsea) und David Silva (Manchester City) bis zu Jordi Alba (Barcelona) alle herausragenden Stars der Mannschaft verkaufen, um die Bilanzen gerade zu biegen.

    Die Sportzeitung "Marca" resümierte daher im aktuellen Liga-Jahrbuch: "Valencia muss sich wegen seiner Geldprobleme jedes Jahr neu erfinden." Tatsächlich ist der Klub kein Einzelfall. Laut der Studie "Fútbol y finanzas" (Fußball und Finanzen) von José María Gay Liébana, Professor für Finanzwirtschaft und Buchhaltung an der Universität Barcelona, geben fast alle spanischen Klubs mehr Geld aus als sie einnehmen und müssen sich deshalb immer wieder durch Spielerverkäufe und "Befreiungsschläge am Immobilienmarkt" sanieren.

    Üppige Ausgaben statt langfristige Planung

    Erklärung für das unseriöse Geschäftsgebaren sei zumeist, dass Baulöwen die Vorstände der Vereine dominieren - und ihre spekulativen Geschäftspraktiken mitbringen würden, so der Professor. "Üppige Ausgaben statt langfristige Planung. Die Fußballklubs sind ein lebendiges Abbild der spanischen Wirtschaftslage", meint er.

    Viele Vereine hätten jahrelang ihre Steuern und Rechnungen einfach nicht bezahlt. Allein an offenen Rechnungen belaufe sich der Schuldenberg der Profiklubs auf 3,5 Milliarden Euro. Über ein Dutzend Erstligavereine musste sich deshalb bereits für zahlungsunfähig erklären und Gläubigerverfahren einleiten. Mittlerweile gibt es einen Plan zum Abbau der Schulden. Aber die Details wurden nie offengelegt. Besserung ist offenbar nicht in Sicht. Laut der renommierten katalanischen Tageszeitung "La Vanguardia" nehmen die Klubs weiter 300 Millionen Euro weniger ein als ihre Jahresausgaben, die das Blatt auf 2,1 Milliarden Euro beziffert.

    Fiskusschulden im großen Stil

    Im März kritisierte der Verband der Steuerinspektoren "zu wohlwollende Behandlung" der Klubs. Die Inspektoren rügten vor allem, dass Privatleute zur Stundung von Steuerschulden Garantien geben müssen wie Bürgschaften oder Vermögenswerte, während bei den Vereinen potenzielle künftige Einnahmen aus TV-Einnahmen oder Ticketverkäufen genügen. Ergebnis: Wie die Regierung jüngst auf eine parlamentarische Anfrage der Vereinten Linken einräumen mußte, schulden die Vereine dem Fiskus mit Stand vom 1. Januar bereits 752 Millionen Euro (davon 489 Millionen die Erstligaklubs und 184,1 Millionen die Zweitligaklubs).

    Allein bei den Vereinen der Primera División entspricht das einem Anstieg von 150 Millionen Euro in vier Jahren. Dazu kommen Außenstände bei der Sozialversicherung, die das Kabinett unter Berufung auf Datenschutz nicht preisgab. Laut Schätzung der spanischen Tageszeitung "ABC" handelt es sich um weitere 250 Millionen Euro.

    Zuschauer bleiben aus

    Valencias Plan war, sich durch das neue, größere Stadion zu sanieren, das die Ticketeinnahmen von 92 auf 132 Millionen Euro jährlich steigern sollte. Das scheint nun ebenso unmöglich wie ein neuer Befreiungsschlag am Immobilienmarkt. Umso mehr, weil angesichts der höchsten Eintrittspreise Europas - im Schnitt 51,80 Euro, während es in Deutschland nur 39,40 Euro sind - und der ungünstigen Spielzeiten - zum Teil wird den Fernsehsendern zuliebe erst um 22 Uhr angepfiffen - zunehmend die Zuschauer ausbleiben.

    Laut einer jüngsten Statistik zieht die vermeintlich beste Liga der Welt im Schnitt nur 38.550 Zuschauer ins Stadion, während die Bundesliga auf 42.231 kommt. Sind in Deutschland in der Regel fast 90 Prozent aller Plätze belegt, so füllen die Spanier (sicherlich auch wegen der besonders schweren Wirtschaftskrise des Landes) ihre Stadien nicht einmal zu 78 Prozent. Das Fazit von Professor Liébana: "Für einen Großvater mit seinem Enkel sind über Hundert Euro Eintritt zu teuer. Deshalb ist Fußball vom Familienerlebnis zum TV-Spektakel geworden."

    Real und Barça bekommen die Millionen

    Die Entwicklung zum Fernsehereignis hat die Nebenwirkung, dass sich der Abstand zwischen den reichen und den armen Vereinen drastisch vergrößert hat. Laut einer Studie der Consulting-Agentur Deloitte "Football Money League 2012" stiegen die Einnahmen Real Madrids zwischen 2007 und 2011 um 36 Prozent auf 480 Millionen Euro, die von Barcelona um 69 Prozent auf 451 Millionen Euro.

    Die übrigen Klubs gehen so gut wie leer aus, vor allem weil die beiden Großen mit jeweils 140 Millionen Euro jährlich fast die ganzen TV-Gelder allein einstreichen. Wie groß die Kluft ist, verdeutlicht der Vergleich mit Deutschland, wo der Spitzenreiter  nur etwa doppelt soviel Geld bekommt wie das Schlusslicht. In Spanien erhalten Madrid und Barça zehnmal mehr als der letztplatzierte Verein Rayo Vallecano. Valencia kassiert 42 Millionen, davon voraussichtlich 26 Millionen aus der Champions League - wenn der FC Bayern den Spaniern keinen Strich durch die Rechnung macht.

    Ohne Sponsoren nach Europa

    Vor diesem Hintergrund ist nur logisch, dass sich Valencia in der Liga nicht die spanische Meisterschaft zum Ziel gesteckt hat, sondern realistischerweise den dritten Platz, der den Klub für die Champions-League qualifiziert. Um das zu erreichen, hat der neue Trainer Mauricio Pellegrino im Sturm Ex-Werder-Star Nelson Valdez und Jungtalent Jonathan Viera, im Mittelfeld den mexikanischen Spielmacher Andrés Guardado und in der Verteidigung den Portugiesen Joao Pereira und Fernando Gago von Real Madrid geholt.

    Die Schieflage im spanischen Fußball wird aber auch nicht durch die Teilnahme der Klubs an der Königsklasse beseitigt. Der beste Beleg: Letztes Jahr spielte Valencia ebenso wie Villareal in Europa ohne Trikotwerbung, weil es viele Marken für werbewirksamer halten, zweiter oder dritter Sponsor Madrids oder Barcelonas zu sein als Hauptsponsor einer anderen Mannschaft.

    20.11.2012
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