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Bundesliga - 12. Spieltag
Leverkusens Kampf gegen die Wellen
von Andreas Morbach, LeverkusenNach einem Drittel der Saison zieht das einmalige Trainergespann von Bayer 04 Leverkusen zwar eine bemerkenswert positive Zwischenbilanz. Für die Weihnachtspause haben Sascha Lewandowski und Sami Hyypiä aber trotzdem noch einen dringenden Wunsch. Und das ist nicht nur der Sieg im Top-Spiel gegen Schalke am Samstag, 18.30 Uhr (
zdfsport.de-Liveticker).Unter dem Bayer-Kreuz ist Sascha Lewandowski vor allem als beredter Taktikfreund bekannt, gerade aber musste sich der gebürtige Dortmunder mal wieder schwer in Geduld üben. Fünf Nationalspieler hatte Leverkusen in dieser Woche an diverse Auswahlmannschaften zu entsenden, darunter die DFB-Kicker Lars Bender und André Schürrle nach Amsterdam. Die Sezierung der jüngsten Niederlage in Wolfsburg konnte Lewandowski daher nur schubweise vornehmen – was dem ungeduldigen Bayer-Cheftrainer sehr missfiel.Nur phasenweise gut„Diese Woche wäre die Zeit für Trainerarbeit gewesen. Analysieren und aufarbeiten – mit allen“, grämte sich der 41-Jährige über das ausgefranste Team, mit dem er nach dem
Dauerprogramm mit Liga, Europa League und DFB-Pokal in den letzten zwei Monaten auch die Vorbereitung auf das Gastspiel des FC Schalke angehen musste. Zumal das 1:3 am letzten Sonntag in Wolfsburg Lewandowskis These von den „Wellenbewegungen“ bei Bayers Auftritten untermauerte.„Spielerisch und taktisch nur phasenweise gut“ – diesen Stempel verpasst er der Werkself nach einem Drittel der Saison mit großem Nachdruck. Das klingt negativer als es gemeint ist, denn nach 17 Pflichtspielen in dieser Saison zieht Lewandowski die beachtlich fröhliche Zwischenbilanz: „Wolfsburg war, nach der Niederlage in Dortmund, erst das zweite Spiel mit dem wir Trainer unzufrieden waren.“ Wir Trainer, das sind: er selbst – und Sami Hyypiä (39).Gegenseitige ErgänzungenDer eine hat sich bei Bayer 04 als Jugendcoach einen Namen gemacht. Der andere, der gerne schweigsame Finne Hyypiä, in seiner Profizeit beim FC Liverpool und in Leverkusen. Zwei Trainer, die sich in ihrem Naturell und ihrer jeweiligen Vita gut ergänzen – die als aktuell aktives Duo im Schatten der A 1 aber auch Glück hatten. Denn eigentlich suchte Leverkusen Anfang April nicht zwei, sondern einen Nachfolger für den glücklosen Robin Dutt. Da sich aber kein ebenso sachkundiger wie erfahrener und angesehener Mann fand, verpflichtete der Klub die gewünschten Trainereigenschaften eben mit der Einstellung von Lewandowski und Hyypiä.
Mit 14 von 18 möglichen Punkten empfahlen sich die beiden schon im April und Mai für das in der Bundesliga einmalige Experiment mit zwei leitenden Bank-Angestellten. Lewandowski ist dabei der Mann mit der Trainerlizenz, zuständig für Spielbesprechungen und Taktik. Und der unaufgeregte Hyypiä, wie früher Franz Beckenbauer oder Rudi Völler bei der DFB-Auswahl mit dem Titel Teamchef ausgestattet, hält meist die letzte Ansprache vor dem Spiel.Kader etwas dünn geratenMannschaftaufstellungen werden gemeinsam besprochen, ansonsten erklärt Klubchef Wolfgang Holzhäuser: „Was allgemeine Teamfragen betrifft, da ist Sami am Ende verantwortlich.“ Und mit so einem grundsätzlichen Thema trat der 105-malige finnische
Nationalspieler auch gerade an die Vereinsführung heran. „Wir haben gesagt, dass der Kader etwas dünn ist“, klagte Hyypiä vor dem Duell mit den starken Schalkern zum wiederholten Mal und betonte mit Blick auf die Winterpause: „Wir hoffen, dass wir ein paar Spieler bekommen, die uns sofort weiterhelfen.“Der eingeschlagene Sparkurs, manifestiert in der Verabschiedung von Groß- oder Gutverdienern wie Michael Ballack, René Adler, Eren Derdiyok oder Tranquillo Barnetta, soll nach dem Wunsch des Trainergespanns also etwas aufgeweicht werden. Denn Siege wie das 2:1 in München, das 3:2 im Pokal in Bielefeld oder das 3:2 gegen Düsseldorf in Unterzahl gelangen Leverkusen zuletzt vor allem dank einer exzellenten Teammentalität.In zwei, drei Jahren vorn dabeiGerade bei Bayer, in der Vergangenheit oft wegen seines ungesunden Kuschelklimas kritisiert, ist das keine Selbstverständlichkeit. „Wir wollen eine starke, junge Mannschaft aufbauen, die in zwei, drei Jahren vorne mitspielen kann“, sagt Geschäftsführer Holzhäuser, aktuell gehe es für das Team um „die Plätze drei bis sieben“. Denn noch sind Kraftakten à la Leverkusen erkennbare Grenzen gesetzt. Die jüngste Pleite in Wolfsburg, von Sportdirektor Völler als „Ausrutscher“, von Trainer Lewandowski als „Enttäuschung“ bezeichnet, hat das eindrucksvoll bewiesen.
16.11.2012
Spielbericht im "sportstudio"
Einen ausführlichen Bericht zum Topspiel Leverkusen - Schalke gibt's am Samstagabend ab 23 Uhr im aktuellen sportstudio.
Einen ausführlichen Bericht zum Topspiel Leverkusen - Schalke gibt's am Samstagabend ab 23 Uhr im aktuellen sportstudio.
ZITAT
„Wir hoffen, dass wir ein paar Spieler bekommen, die uns sofort weiterhelfen.”Sam Hyypiä
Sportdirektor Rudi Völler und Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser
Quelle: dpa
Quelle: dpa





