U21-EM-Auslosung in Israel
Schwere Gegner für DFB-Youngster
BildfamilieU21-Elf zählt zu den Mitfavoriten
Hoffen auf ein normales Lebenvon Ralf LorenzenDie Waffen schweigen, und die Auslosung für die U21-Europmeisterschaft in Israel in Tel Aviv konnte am Mittwoch wie geplant stattfinden. Während bei manchen Europäern ein mulmiges Gefühl bleibt, fiebern die meisten Israelis dem Turnier entgegen. Auch Almog Cohen, der für den 1. FC Nürnberg kickt.Almog Cohen konnte am Wochenende gleich doppelt aufatmen. Nach einmonatiger Zwangs-Pause, in der ihn ein entzündeter Blinddarm außer Gefecht setzte, ist er beim Derby gegen Greuther Fürth das erste Mal wieder eingesetzt worden. Viel wichtiger war für den Israeli aber, dass die Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen hielt.Familie im Schutzbunker
"Meine Familie lebt in Be'erScheva im Süden des Landes und musste oft in den Schutzbunker, weil viele Bomben heruntergekommen sind", erzählt Cohen über seine Ängste in den vergangenen Wochen. "Nun hoffen wir, dass die Waffenruhe lange anhält und das normale Leben wieder beginnt."Zu dieser Normalität gehört auch die Auslosung für die U21-Europameisterschaft am Mittwoch in Tel Aviv, an der Delegierte aller acht beteiligten Nationen teilnahmen. Der DFB hatte schon während der noch laufenden Bombardements am 20. November mitgeteilt, dass seine Delegation um Trainer Rainer Adrion wie geplant nach Tel Aviv reisen werde.Von den Nachbarn ausgeschlossen
„Die Menschen in Israel fiebern den Spielen gegen so große Teams wie Spanien, die Niederlande und Deutschland entgegen“, sagt Cohen. „Es ist das erste große Fußballturnier in Israel - und es wurde eine Menge in die Stadien und die Infrastruktur investiert, um den Gästen die besten Bedingungen zu bieten.“
Bis 1974 war der Israelische Fußballverband (IFA), der unmittelbar nach der Staatsgründung 1948 entstand, Mitglied des asiatischen Fußball-Verbandes (AFC). Nachdem die IFA auf Druck der arabischen Staaten ausgeschlossen wurde, verhinderten die Staaten des Ostblocks lange Zeit die Aufnahme in die UEFA, die erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1991 vollzogen wurde. In der Zwischenzeit war die israelische Nationalmannschaft bei WM-Qualifikationsspielen der Ozeanischen Fußball-Konföderation (OFC) zugeordnet.„Sport ist Sport“
„Sport sollte nichts mit Politik zu tun haben“, sagt Almog Cohen, der bislang zwölf Mal für die A-Nationalmannschaft Israels gespielt hat, auf die Frage, ob er nicht auch gern gegen die Nachbarn seines Landes antreten würde. „Man sollte die Spieler respektieren, unabhängig davon, wie die Länder politisch zueinander stehen.“Sportlich gesehen hat Cohen die Mitgliedschaft Israels in der UEFA schon einige Highlights beschert. So qualifizierte er sich mit der U21-Nationalmannschaft immerhin für die Play-Off-Spiele zur U21-EM 2009. Hier scheiterten die Israelis an Italien. „Im entscheidenden Spiel, das wir 1:3 verloren haben, hat Mario Balotelli zwei Tore geschossen“, erinnert sich Cohen. Italien kam später bis ins Halbfinale, wo der Sieger dann Deutschland hieß.Große Unterstützung für die U21
„Auf die deutsche Mannschaft freut man sich in Israel sehr“, sagt Cohen, der in Nürnberg mit den U21-Nationalspielern Sebastian Polter, Alexander Esswein und Marvin Plattenhardt zusammenspielt: „Viele gucken dort regelmäßig Bundesliga.“Den aktuellen U21-Jahrgang seines Landes schätzt Cohen als sehr stark ein. Das Team habe mit Guy Luzon einen sehr guten Trainer und werde vom ganzen Land unterstützt. „Im israelischen Fußball ist es wie in einer Familie: Die U21 ist das kleine Baby, auf das alle aufpassen.“
Geringe Gefahr
Nach den Bombardements der vergangenen Wochen ist die Diskussion um die Austragung der EM in Israel neu entbrannt. "Es gibt keine Pläne, den Veranstaltungsort des Turniers im kommenden Jahr zu ändern", teilt die UEFA mit. Und Stephan Vopel, Israel-Experte der Bertelsmann-Stiftung, sagt gegenüber der „Financial Times Deutschland“: „Ich halte das Gefahrenpotenzial für relativ gering, solange es keine konkrete Kriegssituation, zum Beispiel eine Eskalation mit dem Iran, gibt.“So wird nach jetzigem Stand der Dinge auch der DFB die U18-Nationalmannschaft wie geplant vom 8. bis zum 14. Dezember zu einem Vier-Nationen-Turnier nach Israel reisen lassen.„Die Mannschaften werden viel Freude in unserem Land haben“, sagt Almog Cohen im Hinblick auf die U21-EM im Juni. Dann möchte er bei möglichst vielen Spielen selbst im Stadion sein. Und seine Familie in Be'erScheva besuchen. Im Frieden.
"Meine Familie lebt in Be'erScheva im Süden des Landes und musste oft in den Schutzbunker, weil viele Bomben heruntergekommen sind", erzählt Cohen über seine Ängste in den vergangenen Wochen. "Nun hoffen wir, dass die Waffenruhe lange anhält und das normale Leben wieder beginnt."Zu dieser Normalität gehört auch die Auslosung für die U21-Europameisterschaft am Mittwoch in Tel Aviv, an der Delegierte aller acht beteiligten Nationen teilnahmen. Der DFB hatte schon während der noch laufenden Bombardements am 20. November mitgeteilt, dass seine Delegation um Trainer Rainer Adrion wie geplant nach Tel Aviv reisen werde.Von den Nachbarn ausgeschlossen
„Die Menschen in Israel fiebern den Spielen gegen so große Teams wie Spanien, die Niederlande und Deutschland entgegen“, sagt Cohen. „Es ist das erste große Fußballturnier in Israel - und es wurde eine Menge in die Stadien und die Infrastruktur investiert, um den Gästen die besten Bedingungen zu bieten.“
Almog Cohen, hier für Israel im Einsatz
Quelle: dpa
Quelle: dpa
„Sport sollte nichts mit Politik zu tun haben“, sagt Almog Cohen, der bislang zwölf Mal für die A-Nationalmannschaft Israels gespielt hat, auf die Frage, ob er nicht auch gern gegen die Nachbarn seines Landes antreten würde. „Man sollte die Spieler respektieren, unabhängig davon, wie die Länder politisch zueinander stehen.“Sportlich gesehen hat Cohen die Mitgliedschaft Israels in der UEFA schon einige Highlights beschert. So qualifizierte er sich mit der U21-Nationalmannschaft immerhin für die Play-Off-Spiele zur U21-EM 2009. Hier scheiterten die Israelis an Italien. „Im entscheidenden Spiel, das wir 1:3 verloren haben, hat Mario Balotelli zwei Tore geschossen“, erinnert sich Cohen. Italien kam später bis ins Halbfinale, wo der Sieger dann Deutschland hieß.Große Unterstützung für die U21
„Auf die deutsche Mannschaft freut man sich in Israel sehr“, sagt Cohen, der in Nürnberg mit den U21-Nationalspielern Sebastian Polter, Alexander Esswein und Marvin Plattenhardt zusammenspielt: „Viele gucken dort regelmäßig Bundesliga.“Den aktuellen U21-Jahrgang seines Landes schätzt Cohen als sehr stark ein. Das Team habe mit Guy Luzon einen sehr guten Trainer und werde vom ganzen Land unterstützt. „Im israelischen Fußball ist es wie in einer Familie: Die U21 ist das kleine Baby, auf das alle aufpassen.“
ZITAT
„Im israelischen Fußball ist es wie in einer Familie: Die U21 ist das kleine Baby, auf das alle aufpassen.”Almog Cohen
Nach den Bombardements der vergangenen Wochen ist die Diskussion um die Austragung der EM in Israel neu entbrannt. "Es gibt keine Pläne, den Veranstaltungsort des Turniers im kommenden Jahr zu ändern", teilt die UEFA mit. Und Stephan Vopel, Israel-Experte der Bertelsmann-Stiftung, sagt gegenüber der „Financial Times Deutschland“: „Ich halte das Gefahrenpotenzial für relativ gering, solange es keine konkrete Kriegssituation, zum Beispiel eine Eskalation mit dem Iran, gibt.“So wird nach jetzigem Stand der Dinge auch der DFB die U18-Nationalmannschaft wie geplant vom 8. bis zum 14. Dezember zu einem Vier-Nationen-Turnier nach Israel reisen lassen.„Die Mannschaften werden viel Freude in unserem Land haben“, sagt Almog Cohen im Hinblick auf die U21-EM im Juni. Dann möchte er bei möglichst vielen Spielen selbst im Stadion sein. Und seine Familie in Be'erScheva besuchen. Im Frieden.
Die U21-EM (5. bis 18. Juni 2013)
Gruppe A:
Israel
England
Italien
Norwegen
Gruppe B:
Spanien
Niederlande
Russland
Deutschland
Modus: Gruppenerste und -zweite im Halbfinale
Die Spiele werden in Tel Aviv, Jerusalem, Netanya und PetachTikva ausgetragen.
Gruppe A:
Israel
England
Italien
Norwegen
Gruppe B:
Spanien
Niederlande
Russland
Deutschland
Modus: Gruppenerste und -zweite im Halbfinale
Die Spiele werden in Tel Aviv, Jerusalem, Netanya und PetachTikva ausgetragen.
28.11.2012



