Fußball - Borussia Dortmund
Störfeuer der Spielerberater
Bild Lewandowski
VideoWohlfühl-Oase für Piszczek & Co.
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von Ben EscheEs könnte alles so schön sein bei Borussia Dortmund: In Champions League und DFB-Pokal im Achtelfinale, in der Bundesliga wieder auf dem Vormarsch. Doch für Wirbel sorgen immer wieder Wechselgerüchte um einige BVB-Stars, allen voran um Robert Lewandowski. Lanciert von seinen Beratern.Für Jürgen Klopp ist Robert Lewandowski einer der "Top-Fünf-Stürmer in Europa. Mindestens." Kein Wunder, dass der BVB-Coach seinen Torjäger ungern ziehen lassen würde. In Mainz erzielte der Pole seinen dritten Doppelpack in Serie und hat jetzt neun Ligatore auf dem Konto.Drin im SystemDoch Lewandowski ist noch viel wichtiger für die Borussia. Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten hat er das Kloppsche System fast perfektioniert. Seine feine Technik und bärenstarke Ballbehauptung sucht man bei vielen Stürmern in Europa vergebens.
Bis 2014 läuft Lewandowskis Arbeitspapier beim Deutschen Meister. Bedeutet: Nur im Sommer kann der BVB noch eine satte Ablöse für den Angreifer kassieren, sollte dieser den Verein verlassen. Nach eigener Aussage habe der Pole sich aber noch nicht festgelegt. Und auch sonst hüllt sich Lewandowski bei diesem Thema in Schweigen. Dafür äußern sich regelmäßig seine Berater.NadelsticheCezary Kucharski und Maik Barthel – beide aktuell auf der Beliebtheitsskala der BVB-Bosse nicht gerade weit oben angesiedelt. Der Grund dafür ist klar: Die Spielerberater setzten mit pointierten Aussagen in der Presse gezielt Nadelstiche im Vertragspoker. BVB-Manager Michael Zorc äußerte unlängst sein Unverständnis: "Kein Mensch weiß, was das soll. Man versteht die Motivation nicht, ständig Öl ins Feuer zu gießen."Solche Verhaltensweisen kann auch Gregor Reiter nicht nachvollziehen. Der Geschäftsführer der Deutschen Fußballspieler-Vermittler Vereinigung (DFVV) sagt: "Ich wundere mich, wie manche Spielerberater mit Vereinen umgehen können, ohne rauszufliegen." Die DFVV setzt sich seit einigen Jahren dafür ein, das Ansehen der Spielervermittler aufzupolieren und für Transparenz in der Branche zu sorgen.
"Vernünftig umgehen"DFVV-Präsident Karl-Heinz Thielen ist selbst als Spielervermittler tätig. Der ehemalige Profi des 1. FC Köln war Manager der Geißböcke und kennt auch die andere Seite des Verhandlungstischs. "Spieler und Klub sind Geschäftspartner und müssen vernünftig miteinander umgehen", so sein Credo. Thielen glaubt, dass sich der BVB nicht aus der Ruhe bringen lassen wird. "Michael Zorc weiß genau, was zu tun ist. Er ist einer der besten Manager der Bundesliga."Zorcs Angebot zur Vertragsverlängerung hat Lewandowski längst vorliegen. Laut Kucharski und Barthel sei es ihm allerdings schlichtweg zu niedrig. Die Berater kokettieren lieber mit angeblichen lukrativen Offerten ausländischer Topklubs. Immerhin hat Lewandowski schon mehrfach seine Vorliebe für die englische Premier League kundgetan. Manchester United soll offenbar schon angeklopft haben.Zugpferd LewandowskiEurosportsmanagement, die Firma von Kucharski und Barthel mit Sitz in Liechtenstein, hat einige Spieler unter Vertrag - darunter Rafal Wolski, 20-jähriges Mittelfeldtalent von Legia Warschau, sowie den Ex-Borussen Dimitar Rangelov. Prominentes Zugpferd der Beraterfirma ist allerdings Lewandowski, dessen Marktwert auf rund 25 Millionen Euro taxiert wird.Sollte Lewandowski den Verein verlassen, ist BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke trotzdem nicht Angst und Bange: "Niemand muss sich sorgen, dass wir für solche Fälle nicht gewappnet wären. Auch beim Weggang von Nuri Sahin und Shinji Kagawa hatte man uns einen Einbruch prophezeit."Lewandowski selbst scheint von dem ganzen Wirbel unbeeindruckt zu sein. Viel Zeit zum Nachdenken hat er auch nicht. Am Dienstag geht's gegen Fortuna Düsseldorf, am Samstag wartet der FC Bayern zum Bundesliga-Spitzenspiel.
26.11.2012
Gregor Reiter
„Ich wundere mich, wie manche Spielerberater mit Vereinen umgehen können, ohne rauszufliegen.”
ZITAT
„Kein Mensch weiß, was das soll. Man versteht die Motivation nicht, ständig Öl ins Feuer zu gießen.”BVB-Manager Michael Zorc



