Champions League: Schalke - Olympiakos
Bernd Storck macht den Nachwuchs von Piräus fit
Am Mittwoch trifft der FC Schalke 04 in der Champions League auf Olympiakos Piräus (ab 20.25 Uhr live im ZDF). Beim griechischen Dauermeister ist Bernd Storck seit dem Sommer für die Jugendabteilung verantwortlich. Der ehemalige Bundesligaspieler soll dort vor allem für mehr Professionalität sorgen.Vielleicht hat die griechische Krise sogar etwas für sich. Zumindest für Bernd Storck. Denn auch beim griechischen Dauermeister Olympiakos Piräus muss jetzt kräftig gespart werden. Statt wie gewöhnlich auf dem internationalen Transfermarkt groß einzukaufen, hat Schalkes Champions-League-Gegner plötzlich den eigenen Nachwuchs für sich entdeckt.Ein echter Fall für Bernd Storck. Seit Juli zeichnet sich der ehemalige Bundesligaspieler von Borussia Dortmund (1983 bis 1989) und Trainer der Jugend- sowie A-Nationalmannschaft von Kasachstan (bis 2011) verantwortlich für den Nachwuchs von Piräus. "Ich soll hier professionelle Bedingungen und Strukturen schaffen. Man erwartet von mir, dass ich vor allem richtig gut ausbilde", umschreibt Storck gegenüber ZDFsport.de das Anforderungsprofil an seinen neuen Job.Echte Chancen bietenMit dem 49-jährigen Fußballlehrer Bernd Storck soll sich ein "Fall Papadopoulos" bei Olympiakos nicht noch einmal wiederholen. Der Schalker Verteidiger stammt aus der Jugend des Hafenvereins. Sein großes Talent wurde dort zwar erkannt, aber kaum ernsthaft gefördert. "Papadopoulos hatte einfach keine Zeit, sich hier zu entwickeln. Es fehlte die Geduld bei Klub und Trainer und wohl auch die professionellen Strukturen im Verein", hat Bernd Storck erkannt.
Papadopoulos verlor das Vertrauen in Olympiakos und wechselte vor zwei Jahren zu Schalke 04. Bei den Königsblauen wurde der robuste Hellene schnell Stammspieler und griechischer Nationalspieler dazu. "Wir müssen den jungen Spielern in Griechenland eine echte Perspektive bieten. Wenn sie für sich keine Chance in der griechischen Super-League sehen, verschwinden sie schnell ins Ausland und kommen nicht mehr wieder", klagt Storck."Next Generation"Die Abwanderungstendenzen zahlreicher griechischer Talente hat auch der Präsident von Olympiakos ausgemacht – und will das ändern. Evangelos Marinakis sorgt für die nötige finanzielle Ausstattung des Nachwuchsbereiches und stattete Bernd Storck mit einem Ein Jahres Vertrag aus. Dafür baut der deutsche Fußballlehrer rund um das Karaiskaki-Stadion von Piräus ein professionelles Nachwuchszentrum auf.Es gibt bereits zwei Rasenplätze und einen Kunstrasenplatz. Ein Fitness- und Rehazentrum ist im Bau, das Fußballinternat wird vergrößert. Die U20-Auswahl des griechischen Meisters scheut keine internationalen Vergleiche mehr. Mit Storck an der Linie messen sich die Piräus-Talente im europäischen "Next Generation"-Wettbewerb mit Klubs wie Arsenal London, Olympique Marseille und Athletic Bilbao - und das ziemlich erfolgreich.Jugend spielt
Auch gegen Schalke 04 wird der portugiesische Coach von Olympiakos, Leonardo Jardim, drei Spieler aus dem eigenen Talentschuppen im Kader haben. Der erst 19 Jahre alte Charalambos Lykogiannis kam schon bei beiden Erfolgen der "Roten" gegen Montpellier zum Einsatz. Jannis Fetfazidis, 21, hat sich in der Stammelf im Mittelfeld etabliert und der dritte Torwart, Aristidis Vlachos, sammelt mit 18 Jahren internationale Erfahrung. "Der griechische Fußball hat eine Perspektive", glaubt Storck. Mit ihm vielleicht sogar eine richtig große.
20.11.2012
ZITAT
„Ich soll hier professionelle Bedingungen und Strukturen schaffen.”Bernd Storck
ZITAT
„Wir müssen den jungen Spielern in Griechenland eine echte Perspektive bieten.”Bernd Storck





