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SportXtreme mit Windsurfen

Kauli Seadi: Der Samba-Styler

  • Kauli Seadi
  • Bilderserie Brett-Spiele bei Wind und Wetter
  • Kauli Seadi
    (24.09.2012)
    BilderserieBrett-Spiele bei Wind und Wetter
    Tristan Boxford vor Maui / Quelle: redbullcontentpool
    (07.10.2012)
    Er gehört zu den stylischsten Fahrern auf der World-Tour: Kauli Seadi - einer der ersten, die Freestyle-Moves in die Welle zauberten. zdfsport.de hat vor der SportXtreme-Sendung mit dem 29 Jahre alten Windsurf-Profi gesprochen.

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    Windsurf-Lexikon Das Blog zur Sendung SportXtreme-SendezeitenDas ZDF ist für Inhalte externer Internetseiten nicht verantwortlich

    zdfsport.de: Sie sind im Jahr 2000 in den Worldcup eingestiegen. War es damals anders als heute?

    Kauli Seadi: Oh ja, damals hattest du als junger Fahrer keine Chance. Meine Sponsoren wollten, dass ich gleich beim prestigeträchtigen „Aloha Classic“ auf Maui startete. Ich musste gegen einen der ganz großen der Szene antreten und bin super gefahren. Alle Zuschauer am Strand sagten, ich hätte gewonnen – die Judges sahen das anders. Damals haben sich die alten Hasen gegen die jungen Fahrer geschützt. Das ist heute ganz anders. Es kommen junge Talente viel schneller in den Worldcup und werden akzeptiert. Ich bin dann erst einmal im Freestyle gestartet, das war eine junge Disziplin mit vielen jungen Fahrern.

    zdfsport.de: Heute sind zahlreiche ehemalige Freestyler in der Welle an der Weltspitze. Fahrer wie Sie, Ricardo Campello, Marcilio Brown oder Thomas Traversa haben alle als Trickser begonnen.

    Onshore:

    Wind und Wellen kommen aus derselben Richtung. Das will kein Surfer, weil es unter diesen Bedingungen extrem schwierig ist, Wellen abzureiten oder sie als Sprungrampen zu nutzen. An Nord- und Ostsee herrschen überwiegend Onshore-Bedingungen.

    Seadi: Der Wechsel kam so 2005, 2006. Viele Freestyler gingen in die Welle, weil das für alle immer noch die Königsdiziplin ist. Sie fingen an, ihre Tricks in die Wellenritte einzubauen und kreierten neue Sprünge. Vor allem in Revieren mit Onshore-Bedingungen war das eine Revolution. So wurden Wave-Events auch bei eher schlechten Bedingungen radikal und spektakulär zum Zuschauen.

    zdfsport.de: Und dann kam Philip Köster und hat das Rad noch ein Stück weitergedreht.

    Seadi: Das stimmt. Philip macht Moves in Bedingungen, da hätte ich vor ein paar Jahren noch gesagt, das ist unmöglich. Er hat den Vorteil, dass er das ganze Jahr in ähnlichen Verhältnissen trainiert, wie wir sie zurzeit hauptsächlich auf der Worldtour haben.

    Kauli Seadi auf Big Waves vor Cabo Verde

    Sideshore:

    Der Wind weht im 90-Grad-Winkel zu den Wellen – das will jeder Surfer haben.

    zdfsport.de: Alle Events finden bei mehr oder weniger auflandigen Bedingungen und bei Wind von links statt. Das ist an Philip Kösters Homespot Vargas auf Gran Canaria genauso. Fahrer wie Sie oder Maricilio, die lange auf Maui leben, sind da im Nachteil, weil sie viel bessere (sideshore-) Surfbedingungen gewohnt sind.

    Seadi: Das stimmt. Wenn mehr Events an Spots wie den Kapverden oder auf Maui stattfinden würden, hätten einige andere Fahrer sicherlich auch große Chancen, um den Titel mitz fahren. So wie es im Moment läuft, ist es schwer, Philip zu schlagen.

    zdfsport.de: Zurzeit läuft die Stand-By-Phase für den Red Bull Storm Chase, ein Wettbewerb, der weltweit bei drei Stürmen mit mindestens zehn Windstärken ausgetragen werden soll. Da sind nur zehn Fahrer zugelassen und selbst die besten mussten sich bewerben. Sie sind nicht dabei, warum nicht?

    Jaws

    Ein Spot an der Nordküste der Hawaii-Insel Maui mit legendären Riesenwellen. Die bis zu 15 Meter hohen Wellen brechen nur an wenigen Tagen im Jahr. Ein Ritt auf dieser Welle ist der Ritterschlag für jeden Profi.

    Seadi: Das ist nicht die Art von Contest, die ich gerne habe. Monsterviel Wind, kaltes Wetter und vermutlich Onshore-Bedingungen – das habe ich auf der Worldtour oft genug. Ich fände es besser, wenn man so einen Contest mal in Jaws austragen würde. Das wäre spektakulär!

    zdfsport.de: Sie sind jetzt seit mehr als zehn Jahren auf der Tour. Haben Sie schon einen Plan, was Sie danach machen?

    Seadi: Ich habe mir im Norden von Brasilien, in Gostoso, eine Surfstation und eine kleine Bungalow-Anlage aufgebaut. Das ist ein toller Platz für jeden Windsurfer. Außerdem werde ich mit meiner Freundin eine 13-teilige Reihe fürs brasilianische Fernsehen machen. Wir werden mit einem Katamaran an der Küste entlang fahren und die unterschiedlichsten Sportarten, Wellenreiten, Windsurfen, Kiten und Tauchen an verschiedenen Spots vorstellen.

    zdfsport.de: Man könnte es schlechter treffen.

    Seadi: Das stimmt!

    Das Interview führte Andreas Erbe

    Kauli Seadi ...

    ... ist 29 Jahre alt und stammt aus der Region um Florianopolis im Süden Brasiliens. Schon als 17-Jähriger stieg er in den Worldcup ein. Er wurde zunächst zweimal Vizeweltmeister in der jungen Disziplin Freestyle, bevor er dreimal den Titel in der Königsdiziplin Wave erringen konnte.

    08.10.2012
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