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Basketball - Bamberg

Auf historischen Erfolg folgt der Umbruch

  • Feiernde Sieger: Bamberg feiert "Triple-Double"
  • Feiernde Sieger:Bamberg feiert "Triple-Double"
    Basketball: Anthony Tucker, Wolfgang Heyder / Quelle: imago

    Bambergs Spieler Anthony Tucker und Manager Wolfgang Heyder bejubeln das "Triple Double".

    (11.06.2012 Quelle: imago)

    Kurzmeldung

    • 16:28 10.06.2012Kurzmeldung

      Bamberg verteidigt den Titel 16:28 10.06.2012
      Die Baskets Bamberg sind zum fünften Mal deutscher Basketball-Meister und haben den Titel aus dem Vorjahr verteidigt. Der alte und neue Champion setzte sich im dritten Finalspiel zuhause gegen Ulm mit 97:95 (43:51) durch und entschied die Bestof- five-Serie mit 3:0 für sich. Gleichzeitig feierte das Team von Trainer Chris Fleming als erster Bundesligist zum dritten Mal in Folge das Double aus Pokalsieg und Meisterschaft. Topscorer der Franken beim dritten Sieg war Brian Roberts mit 16 Punkten. Ulms Isaiah Swann war mit 36 Zählern bester Werfer.

     von Marcel Friederich

    Die Brose Baskets Bamberg haben Geschichte geschrieben. Zum dritten Mal in Folge ist ihnen das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg gelungen – ein Novum im deutschen Basketball. Doch nun steht das Team vor einem großen Umbruch.

    Vor dem Anpfiff des dritten Finalspiels war Manager Wolfgang Heyder so angespannt wie selten zuvor. Seine Mannschaft führte in der Finalserie komfortabel mit 2:0, „weshalb viele Leute nur noch über das Partymachen nach Spiel drei gesprochen haben. Das hat mich wahnsinnig gemacht“, sagt Heyder im Gespräch mit zdfsport.de. In der Tat wäre die große Party auf dem Bamberger Maxplatz beinahe noch geplatzt. Denn Finalgegner Ulm schlug sich prächtig. Erst in den Schlusssekunden machte Bamberg den 97:95-Erfolg und damit auch die Meisterschaft perfekt.  

    Berlin und Leverkusen überflügelt

    „Wir haben lange gebraucht, um den nötigen Biss und die richtige Härte zu finden“, sagt Heyder, der ein großes Lob an den Finalgegner verteilt. „Doch nun bin ich unheimlich glücklich und erleichtert, dass wir es trotzdem noch geschafft haben, die Meisterschaft im dritten Spiel klar zu machen.“

    Um den Stellenwert des dritten Doubles in Folge zu realisieren, „wird es wohl noch mehrere Monate, wahrscheinlich sogar ein paar Jahre dauern“, sagt der Erfolgsmanager. Auf jeden Fall haben sich seine Bamberger in den Geschichtsbüchern des deutschen Basketballs verewigt. Denn auch Bayer 04 Leverkusen und Alba Berlin, die jeweils siebenmal in Folge Deutscher Meister waren, gelangen „nur“ zwei Doubles in Serie: Leverkusen 1990 und 1991, Berlin 2002 und 2003.

    Edmund Stoiber gratuliert

    Glückwünsche zum historischen Erfolg gab es sogar von Edmund Stoiber, Aufsichtsrat des FC Bayern München und leidenschaftlicher Fan der Bayern-Korbjäger. „Die Bamberger haben großartigen Basketball gespielt und sind auch diesmal völlig verdient Deutscher Meister geworden“, sagt Stoiber im Gespräch mit zdfsport.de. „Vor der Arbeit, die in Bamberg geleistet wird, habe ich allerhöchsten Respekt.“

     

    Ob die eindrucksvolle Bamberger Dominanz anhält, bleibt jedoch abzuwarten. „Wir haben kein Dauer-Abo für den Titel“, sagt Manager Heyder, auf den nun eine ganze Menge Arbeit wartet. Nationalspieler Tibor Pleiß geht voraussichtlich in die NBA zu den Oklahoma City Thunder, Center-Kollege Marcus Slaughter wechselt wohl zu Real Madrid. Auch PJ Tucker, zum wertvollsten Spieler der Finals ausgezeichnet, dürfte kaum zu halten sein.

    Personeller Umbruch steht an


    „Unsere Mannschaft wird sich verändern“, sagt Heyder. „Nach längerer Zeit gibt es bei uns mal wieder einen größeren Umbruch.“ Hinzu kommt, dass ab nächster Saison sechs deutsche Akteure an einem Spieltag im Zwölfer-Kader stehen müssen. Bislang waren nur fünf Deutsche erforderlich. Weil Bamberg aber Tibor Pleiß verliert, und zudem auch Karsten Tadda im Fokus anderer Clubs steht, ist die Verpflichtung weiterer deutscher Topspieler erforderlich. Heyder: „Das wird keine leichte Aufgabe, weil der Markt sehr begrenzt ist.“

     

    Dafür hofft Heyder, dass eigenen Talenten wie Philipp Neumann oder Daniel Schmidt der Sprung auf das nächste Level gelingt. „Umso trauriger ist es, dass wir von der Stadt Bamberg keinerlei Unterstützung erhalten, was die Trainingssituation für unsere 30 Jugend-Teams und für unsere Profis betrifft“, sagt Heyder: „Das ist katastrophal.“ Da in Bamberg keine Trainingshalle zur Verfügung steht, „mussten wir jetzt sogar im benachbarten Strullendorf eine Halle anmieten, um diese als Trainingshalle auszustatten“.

     

    Europas Top 16 das nächste Ziel

     

    Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen wollen die Baskets auch nächste Saison wieder angreifen. Nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch international in der Euroleague, die Champions League der Basketballer. Dort waren die Bamberger zuletzt immer in der Vorrunde gescheitert. Nun soll endlich der Einzug in die Top 16 Europas gelingen. „Das ist unser großes Ziel“, sagt Trainer Chris Fleming.

    Doch zuvor gilt es, einen schlagkräftigen Kader zu formen. „Deshalb kommen wir kaum zum Verschnaufen“, beklagt Heyder, ehe er mit einem Lächeln anfügt: „Aber gut, das war jetzt meine fünfte Meisterschaft als Manager in Bamberg. Mit solchen Situationen kenne ich mich also schon bestens aus.“

     

    11.06.2012
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