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Ski Alpin - Parallelslalom

Weltcup in Stalins Garten Eden

  • Bild Alpines City-Event in Moskau
  • Liveticker Keinen Weltcup verpassen!
  • BildAlpines City-Event in Moskau
    Alpines City-Event in Moskau / Quelle: ZDF/Tino Künzel
    (Quelle: ZDF/Tino Künzel)
    LivetickerKeinen Weltcup verpassen!

    Kurzmeldung

    • 10:27 27.01.2013Kurzmeldung

      Höfl-Riesch nicht nach Moskau 10:27 27.01.2013
      Skirennfahrerin Maria Höfl-Riesch verzichtet auf den Parallel-Slalom in Moskau und will sich in der Woche vor den Weltmeisterschaften ganz auf das Gesundwerden konzentrieren. "Ich werde jetzt heim fahren und schauen, dass ich wirklich fit werde", sagte die 28- Jährige nach ihrem frühen Ausfall beim Slalom in Maribor. Höfl-Riesch kämpft nach eigenen Angaben mit einer Bronchitis und konnte vor dem Weltcup in Slowenien nur einen Tag trainieren. Für die kommende Woche plant sie ein leichtes Konditionstraining und will zusätzlich noch zwei Tage Super-G in Haus im Ennstal trainieren.

    • 14:24 27.01.2013Kurzmeldung

      Neureuther Zweiter in Kitzbühel 14:24 27.01.2013
      Felix Neureuther hat beim Slalom-Klassker in Kitzbühel mit Rang zwei seinen sechsten Podestplatz in der WM-Saison geholt. Der Skirennfahrer aus Partenkirchen musste sich mit 0,77 Sekunden Rückstand nur Marcel Hirscher aus Österreich geschlagen geben. Dritter wurde der Kroate Ivica Kostelic, der sich zudem in der Kombination aus Abfahrt und Slalom bei den Hahnenkammrennen zum vierten Mal hintereinander den Spitzenplatz auf dem Podest sicherte. Fritz Dopfer bestätigte eine Woche vor den Weltmeisterschaften seine gute Form und kam auf Platz sieben.

    • 13:12 27.01.2013Kurzmeldung

      Slalom: Maze siegt in Maribor 13:12 27.01.2013
      Die Gesamtweltcupführende Tina Maze hat den Weltcup-Slalom in Maribor gewonnen. Die slowenische Skirennfahrerin siegte vor der Schwedin Frida Hansdotter und Kathrin Zettel aus Österreich. Als beste Deutsche kam Christina Geiger beim Rennen in Slowenien auf den zwölften Platz. Lena Dürr belegte den 27.Rang. Für die überragende Maze war es der siebte Sieg im WM-Winter und der 17. Podestrang der Saison. Maria Höfl-Riesch war im letzten Spe- zial-Slalom vor der WM im ersten Durchgang ausgeschieden. "Es ist einfach wieder zum Abhaken", kommentierte die Deutsche.

     von Tino Künzel, Moskau

    Illusion ist das Stichwort. Eine Illusion von Gebirge in einer Illusion vom kommunistischen Himmelreich auf Erden. Das einst so prunkvollen Moskauer Messezentrum WWZ ist Schauplatz des zweiten Parallelslaloms der laufenden Saison im alpinen Ski-Weltcup. Zdfsport.de zeigt das Rennen am Dienstag, ab 16.55 Uhr exklusiv im Livestream. Michael Pfeffer kommentiert. 

    Links
    Di., 16.55 Uhr, im LivestreamDas ZDF ist für Inhalte externer Internetseiten nicht verantwortlich
    Das Verrückteste an Moskau sind die schieren Dimensionen dieser Stadt, die offiziell zwölf Millionen Einwohner hat, mehr als Belgien, Portugal oder Tschechien. Das Zweitverrückteste ist das Allrussische Messezentrum, kurz WWZ, eine sonderbare Mischung aus Sowjetversailles, Rummelplatz und Ramschladen.

    Die Rampe für den Parallelslalom

    Auf dem weitläufigen Gelände von den Ausmaßen einer Kleinstadt findet am Dienstag das letzte Rennen des alpinen Skiweltcups vor der WM in Schladming statt. Wenn die Kameras dabei nur auf die 200 Meter lange Piste mit ihren 20 Toren halten, dann mag alles so aussehen wie anderswo auch, mit dem Unterschied freilich, dass der Skihang in Wirklichkeit eine Rampe ist. Die 50 Meter hohe Stahlrohrkonstruktion, auf der Russland seinen Wettbewerb im Flachland austrägt und nicht etwa in den Bergen des Kaukasus oder des Ural, passt dabei zum Surrealismus des Ortes: Das Messezentrum wurde in den Vor- und Nachkriegsjahren erdacht als Loblied auf die Planwirtschaft, hier durften die Sowjetrepubliken, wie es hieß, ihre „Errungenschaften“ präsentieren. Das gemeine Volk sollte derweil ehrfürchtig vor den opulenten Pavillons stehen und hernach zufrieden in seine Katen zurückkehren, bestärkt im Glauben, die lichte Zukunft sei schon angebrochen.

    20.000 Zuschauer erwartet

    Wer Stalins Garten Eden heute durch das monumentale Eingangstor betritt, muss erst einmal an Marktschreiern vorbei, die zu Pelzmantelverkäufen, Honigverkostungen oder Schmetterlingsausstellungen einladen. Das Pathos der Anlage wurde nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion übergangslos durch kleinkapitalistischen Kommerz verdrängt, flankiert von zweitklassigen Fahrgeschäften, Schießbuden und anderem Amüsement. In dieser Wundertüte ist nun auch der Weltcup gelandet.

    Parallelslalom

    Beim Parallelslalom entscheidet nicht die beste Zeit, sondern der direkte Vergleich. Jeweils zwei Fahrer starten gleichzeitig auf parallel gesteckten Pisten. Der Sieger erreicht jeweils die nächste Runde. Bei den Zuschauern erfreuen sich solche Duelle großer Beliebtheit. Der Weltverband FIS führt sie als „City Event“ zweimal im Weltcupkalender: in München und in Moskau. In der laufenden Saison werden dabei erstmals nicht nur Punkte für den Gesamtweltcup vergeben, sondern auch für die Slalomwertung. Den Münchner Parallelslalom am 1. Januar auf dem Olympiaberg gewann der Deutsche Felix Neureuther.

    Olga Tscherbakowa freut sich drauf. Die Hauptbuchhalterin einer kleinen Moskauer Firma flaniert ohnehin gern durch die Alleen des WWZ und schnallt sich auch mal Inlineskates unter oder jetzt im Winter Schlittschuhe. Das Slalomspektakel ist ein schöner Bonus, den sie sich nicht entgehen lassen will. Neulich war sie beim Biathlon in Oberhof: „Und prompt haben unsere Läuferinnen endlich mal was gewonnen.“ Im alpinen Skizirkus sind die Russen allerdings so weit weg von der Weltspitze, dass auch ein Glücksbringer nichts ausrichten kann. Trotzdem werden mindestens 20.000 Zuschauer erwartet. So viele kamen zur Premiere vor einem Jahr, als in Moskau erstmals um Punkte gefahren wurde. Damals belegte Felix Neureuther den zweiten Platz.

    Lenin sieht nichts

    Die Rampe für den Weltcup wurde diesmal innerhalb von sechs Wochen errichtet. Pech hat Oberrevolutionär Lenin auf seinem Sockel: Er bekam die Rückseite des Gerüsts vor die Nase gesetzt und kann damit nur einen Blick auf die Sportler werfen, wenn die den Fahrstuhl zum Startbereich besteigen.

    Das Lenin-Denkmal hinter dem künstlichen Hügel

    Moskau ist bereits zum vierten Mal Gastgeber der Weltcup-Elite. Zwei Rennen im Jahre 2009 waren jedoch Schaukämpfe. Die künstliche Piste wurde jedes Mal an einem anderen Ort aufgebaut, teils um neue Zielgruppen zu erschließen, teils gezwungenermaßen. Im Vorjahr ging der Wettbewerb im Schatten des Luschniki-Stadions über die Bühne. Doch Russlands einzige Fünf-Sterne-Arena, in der sich 2008 Manchester United und der FC Chelsea im Champions-League-Finale gegenüberstanden, wird derzeit aufwändig umgebaut. Im August sollen hier die Teilnehmer der Leichtathletik-WM beste Bedingungen vorfinden. Und 2018 ist das Stadion Finalort der Fußball-WM.

    29.01.2013
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