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Fußball - FIFA

WM 2014 in Brasilien mit Torlinientechnik

  • Bild Tor oder kein Tor?
  • BildTor oder kein Tor?
    WM 2012 - Torwart Manuel Neuer

    Manuel Neuer kann dem Ball nur nachsehen. Aber war er hinter der Linie?

    Die Schiedsrichter bei der Fußball-WM 2014 bekommen technische Unterstützung. Der Weltverband FIFA bestätigte nun, dass beim Turnier in Brasilien die in Europa weiter umstrittene Torlinientechnologie GLT eingesetzt wird. Die Regelkommission der FIFA hatte bereits im vergangenen Sommer grünes Licht für die Neuerung gegeben. 

    "In jedem Stadion wird ein System installiert, das von den Spieloffiziellen vor den Partien jeweils getestet wird", schrieb die FIFA in einer Pressemitteilung. Auch bei der WM-Generalprobe Confed Cup (15. bis 30. Juni) an gleicher Stelle werde das System zum Einsatz kommen.

    Positive Testphase

    ZITAT
    Ich war immer gegen den Einsatz von Technik im Fußball. Deshalb wird es in den europäischen Wettbewerben keine Torlinien-Technologie geben
    Michel Platini
    Vorausgegangen war die "erfolgreiche Anwendung bei der Klub-Weltmeisterschaft" im Dezember. Angesichts der verschiedenen Technologien hat die FIFA eine Ausschreibung mit den technischen Anforderungen lanciert. Bei der Klub-WM testete die FIFA die Systeme "GoalRef" (System zur Überprüfung strittiger Szenen mit einem Chip im Ball) und "Hawk-Eye" (aus dem Tennis bekanntes Kamera-System).

    "Interessierte GLT-Unternehmen können voraussichtlich Mitte März an Inspektionsbesuchen in den Stadien des Konföderationen-Pokals teilnehmen, ehe Anfang April der definitive Entscheid bestätigt wird", schrieb die FIFA.

    Torlinientechnik nur für Länderspiele

    In den europäischen Wettbewerben scheint die baldige Einführung des Hilfsmittels ausgeschlossen. "Ich war immer gegen den Einsatz von Technik im Fußball. Deshalb wird es in den europäischen Wettbewerben keine Torlinien-Technologie geben", hatte UEFA-Präsident Michel Platini gesagt: "Auch aus finanziellen Gründen: Wenn ich die Technik in der Champions League und Europa League einführe, kostet mich das jetzt 32 Millionen Euro für 78 Stadien. In fünf Jahren kostet es dann 54 Millionen."

    Auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte sich bereits gegen die Pläne von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter gestellt und eine Einführung der Torlinientechnik zur Saison 2013/14 ausgeschlossen.

    Die Systeme im Überblick

    Hawk-Eye

    Die aus dem Tennis bekannte Technologie stammt aus England. Bis zu sechs Kameras nehmen das Spielgeschehen auf und funken Bilder an einen zentralen Computer. Dieser berechnet aus der Bildersumme die Position des Balles und sendet bei einem Tor ein Signal auf die Armbanduhr des Schiedsrichters. Ein Schwachpunkt: Liegt ein Spieler auf dem Ball, können keine Bilder aufgenommen werden.

    GoalRef

    Das Fraunhofer Institut in Erlangen war an der Entwicklung des sogenannten «Intelligenten Tores» maßgeblich beteiligt. Im Torrahmen wird dabei ein Magnetfeld erzeugt. Der Ball enthält drei
    Magnetspulen. Überschreitet der Ball die Torlinie, wird durch das Magnetfeld im Tor ein Magnetfeld im Ball aktiviert, und ein zugeschalteter Computer sendet ein Signal auf die Armbanduhr des Schiedsrichters.

    AAR

    Der Additional Assistent Referee wurde in den Europacup-Wettbewerben und bei der EM getestet. UEFA-Präsident Michel Platini findet die Idee der zusätzlichen Torlinienrichter gut. Sie sollen den
    Hauptreferee auf Verstöße im und um den Strafraum aufmerksam machen sowie bei der Torentscheidung helfen. Bei der EM 2012 wurden allerdings die Schwächen durch einen Fehler des Ungarn Istvan Vad im Spiel England gegen Ukraine (1:0) offensichtlich.

    Geteilte Meinungen

    Allerdings gehen die Meinungen immer noch auseinander. Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß ist ein Befürworter der technischen Hilfe. "Wenn das funktioniert, bin ich dafür. Es ist die einzige technische Neuerung, die ich akzeptiere. Ich bin total gegen technische Hilfsmittel bei Abseits- oder Elfmeterentscheidungen", hatte Hoeneß unlängst bei Sky Sport News HD gesagt.
      

    ZITAT
    Ich würde die Technik nur in der Bundesliga oder Champions League einsetzen. Eine Einführung in der C-Klasse halte ich für schwachsinnig.
    Uli Hoeneß
    Der ehemalige Bayern-Manager sprach sich gleichzeitig gegen den Einsatz der Torlinien-Technik in unteren Spielklassen aus: "Ich würde die Technik nur in der Bundesliga oder Champions League einsetzen. Eine Einführung in der C-Klasse halte ich für schwachsinnig."
      

    Platini schwört auf Torrichter

    UEFA-Chef Platini spricht sich nach wie vor für die auf europäischer Bühne seit 2009 eingesetzten zwei Torrichter als preiswerte Alternative aus. "Wenn der Torrichter einen Meter von der Linie entfernt ist und eine gute Brille trägt, dann kann er sehen, ob der Ball drin ist oder nicht", betonte Platini. Bei der EURO 2012 in Polen und der Ukraine war das allerdings leider nicht immer der Fall...

    19.02.2013, Quelle: dpa, sid
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