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Sechs Jahre nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit dem VfB Stuttgart ist Armin Veh drauf und dran, den nächsten Überraschungscoup zu landen und Eintracht Frankfurt in die Champions League zu führen. Im aktuellen sportstudio spricht er über sein Ziele: Selbst wenn's am Ende für die Champions League reichen würde, könne das kein langfristiges Ziel der Eintracht sein, sagt er, sondern bestenfalls die Europa League.
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Lukas Dotzauer aus Bedburg hat es geschafft. Als YouTube-Wochengewinner trifft der Köln-Fan am 9. Februar an der Torwand auf Armin Veh. www.youtube.com/sportstudio
Als Armin Veh am Samstag vor einer Woche mit der Eintracht beim HSV gastierte, wollten einige Hamburger, die den Trainer aus seinem einjährigen Engagement an der Elbe in Erinnerung hatten, ihren Augen nicht trauen. Aus einem lustlosen, amtsmüden Miesepeter war ein feuriger Motivator geworden, der seine Mannschaft nicht nur antreibt, sondern auch mit frischem Offensivgeist beseelt.Armin, die Sphinx?Mal der coole, leicht distanzierte Zyniker, mal der engagierte Kämpfer für einen besseren Fußball – Armin Veh gibt seiner Umwelt mitunter Rätsel auf. Auch seine Trainerkarriere von den Anfängen beim FC Augsburg über die Stationen Fürth, Reutlingen, Rostock, Stuttgart, Wolfsburg und Hamburg bis zum Bundesliga-Aufstieg mit Eintracht Frankfurt ist alles andere als gradlinig verlaufen.Höhenflügen wie die Deutsche Meisterschaft 2007 mit dem VfB Stuttgart folgten Wellentäler wie die missratene Saison beim VfL Wolfsburg. Immer wenn man ihn abgeschrieben hatte, legte er anschließend einen Überraschungserfolg hin. Zwischendurch gönnte er sich immer wieder mal Schaffenspausen. Im Moment, als Bundesliga-Vierter mit dem krassen Außenseiter Frankfurt, ist der Augsburger wieder obenauf. Armin Veh – die Sphinx des deutschen Fußballs?
Kein Bock auf GeredeGuckt man sich mal genauer an, welche Bedingungen er bei seinen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Stationen vorgefunden hat, werden die Konturen des 52jährigen deutlicher. „Das Problem in Hamburg waren die Grabenkämpfe zwischen dem Aufsichtsrat und dem Vorstand“, sagte er kürzlich gegenüber "Zeit Online". Bevormundung von irgendwelchen Gremien kann der eigensinnige Schwabe genauso wenig vertragen wie die Einmischung von Wichtigtuern im Umfeld.Er findet, dass in der Bundesliga zu viel geredet wird und spart sich lieber die vielen „Diskussionen, die an den Verein herangetragen werden." Als er beim VfL Wolfsburg den damaligen Meistertrainer Felix Magath ablöste, übernahm er zunächst dessen Ämterhäufung – und scheiterte an den überzogenen Erwartungen des VW-Konzerns, der dauerhaft bei den Großen mitspielen wollte.Erfolg mit jungen SpielernWie befreit wirkt Veh dagegen in den vergleichsweise schlanken Strukturen in Frankfurt. Hier redet ihm niemand in seinen Kompetenzbereich rein. Hier kann er im Rahmen der vorgegebenen Möglichkeiten eine Mannschaft nach seinen Vorstellungen aufbauen. Wie vor sechs Jahren in Stuttgart, als er den VfB sensationell zur Meisterschaft führte.Damals kreierte er das Team der "jungen Wilden" - mit Spielern wie Serdar Tasci, Roberto Hilbert, Sami Khedira und Mario Gomez. In Frankfurt hat er Sebastian Rode und Kevin Trapp an die Grenze der Nationalmannschaft gebracht, Sebastian Jung sogar schon hinein. Und ein erfahrener Spieler wie Alexander Meier spielt seine vielleicht beste Saison.
Zuckerbrot und PeitscheAnders als noch in Hamburg, als Veh seine Spieler mitunter öffentlich hart kritisierte, legt er jetzt auch nach schwächeren Phasen die Arme schützend um sie. „Ich lasse auf sie nichts kommen, auch wenn sie noch fünfmal verlieren“, sagte er im Herbst, als Unkenrufer schon den Absturz herbeireden wollten.Peitsche für die Stars und Zuckerbrot für No-Names? Veh wehrt sich gegen den Verdacht, ihm würden Stars weniger liegen. „Ich komme mit älteren und jüngeren Spielern gut aus, mit Stars und Unbekannten“, sagt er. „Es kommt auf die Mischung an.“ Und um die zu optimieren, scheut der eigensinnige Coach keinen Konflikt.Keine leere Drohung"Wollen wir weiterkommen oder wollen wir verwalten?", stichelte er vor kurzem in Richtung seines Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen und forderte einen neuen Stürmer. "Wenn man das nicht macht, ist das ein Zeichen für mich." Was bei manch anderem wie eine leere Drohung klingt, nimmt man bei Armin Veh ernst. Er hat eben schon mehrfach bewiesen, dass er nicht an seinem Stuhl klebt, wenn die Bedingungen nicht mehr passen.Bruchhagen reagierte und stimmte der Last Minute-Verpflichtung von Srdan Lakic zu. Der schoss beim 2:0 gegen den HSV auf Anhieb beide Tore. Solche Coups machen Armin Veh Spaß. Und den braucht er, um erfolgreich zu sein. Wenn der anhält, wird es für die Konkurrenz schwer, die Eintracht noch von Platz vier zu verdrängen.von Ralf Lorenzen
ZITAT
„Das Problem in Hamburg waren die Grabenkämpfe zwischen dem Aufsichtsrat und dem Vorstand”Armin Veh über seine letzte Station
ZITAT
„Ich lasse auf sie nichts kommen, auch wenn sie noch fünfmal verlieren”Armin Veh über seine Spieler
Armin Veh im sportstudio
2010: "So wichtig sind wir Trainer nicht"
Torwand am 16.10.2010: Armin Veh vs. Linus Radau
2008: "Hoher Erwartungsdruck"
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09.02.2013



