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Fußball-Bundesliga | 17. Spieltag

Schalke – Stevens: Zeichen stehen auf Abschied

das aktuelle sportstudio, 15.12.2012 23:40 Uhr
  • Huub Stevens
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  • Huub Stevens / Quelle: dpa
    (Quelle: dpa)
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     von Heiko Buschmann

    Wenn der Manager einen Tag nach einer Niederlage in der Kabine aufschlägt und der Aufsichtsratsvorsitzende zwei Tage darauf zur Weihnachtsfeier der Mannschaft kommt, sind das normalerweise Alarmsignale. Kein Wunder, Schalke 04 steckt mitten in der Krise. Am Samstagabend empfangen die Königsblauen den SC Freiburg. 

    Mit nur fünf Punkten aus den letzten sieben Bundesliga-Spielen hat der kürzlich nach als erster Bayern-Jäger ausgerufene Vorjahresdritte seine hervorragende Ausgangsposition im Kampf um einen erneuten Champions-League-Platz vorerst verspielt.

    Noch zwei Spiele - und dann?

    Weil im gewohnt emotionalen Schalke der Ruf nach personellen Veränderungen schnell laut wird, scheint die Haltwertzeit des von den S04-Fans einst zum Jahrhunderttrainer gewählten Huub Stevens nur noch kurz. Es sieht so aus, als könnten lediglich zwei Siege aus den verbleibenden Spielen am Samstag, 18.30 Uhr, gegen den SC Freiburg (Spielbericht im aktuellen sportstudio ab 23 Uhr) und im DFB-Pokalachtelfinale am Dienstag, 19 Uhr,  gegen Mainz 05 den Niederländer vor dem Rauswurf retten.

    So wurde der Hinrundenausklang gegen den Sportclub bereits zum Endspiel für Stevens tituliert. Noch wiegeln die Schalker Verantwortlichen ab: „Ich weiß nicht, wer auf diese Idee gekommen ist, aber wir werden die nötige Ruhe bewahren und in der Winterpause über die Lage reden“, winkt Manager Horst Heldt zwar ab und betont: „Huub Stevens ist und bleibt unser erster Ansprechpartner.“

    Neuanfang mit jüngerem Coach?

    Der Vertrag des 59-Jährigen, der im September 2011 nach dem krankheitsbedingten Rückzug von Ralf Rangnick für viele Fußballexperten überraschend zu seiner zweiten Amtszeit in Gelsenkirchen bestellt worden war, läuft zum Saisonende aus.

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    Längst mehren sich die Anzeichen, dass Stevens spätestens dann in Rente geschickt wird und ein Neuanfang mit einem jüngeren Coach geplant ist. Als erste Anwärter auf den heißen Stuhl in der „Stadt der 1000 Feuer“ gehandelt werden der Mainzer Thomas Tuchel und Schalkes ehemaliger „Eurofighter“ Mike Büskens, seit drei Jahren „im Exil“ Fürth tätig. Beide wehren sich jedoch heftig gegen die Gerüchte, andere mögliche Kandidaten wie Bernd Schuster, zuletzt Trainer bei Besiktas Istanbul und momentan vereinslos, bringen sich über die Medien selbst ins Gespräch.

    Stevens bleibt cool

    Stevens lassen die Spekulationen um seine Person kalt. „Wir nehmen uns Zeit für eine Einschätzung der Lage, wenn Zeit dafür da ist. Jetzt liegt der Fokus auf den Spielen am Samstag und Dienstag", sagt er. Er vermittelt das Gefühl, in der Truppe stimme es, auch wenn zuletzt die Leistungen und die Ergebnisse eine andere Wirklichkeit andeuteten.

    Viele Fans der Königsblauen haben den Eindruck, die Mannschaft spiele gegen den Trainer, weil sie ihn loswerden wolle. Dumm, dass ausgerechnet jetzt auch noch zwischen ihnen selbst ein tiefer Riss klafft. Auf der einen Seite stehen die „Ultras Gelsenkirchen“ und ihre Gleichgesinnten, die aus der Nordkurve die Spieler meist bedingungslos unterstützen, aber im Zuge der Aktion „12:12“ zuletzt der Mannschaft die Gefolgschaft verweigerten. Auf der anderen Seite sitzen Anhänger auf den besseren Plätzen, die mit Pfiffen gegen die eigenen Spieler miese Stimmung verbreiten.

    "Beschissene Lage"

    Nach den auf dem Sicherheitsgipfel beschlossenen Maßnahmen zu einem restriktiveren Umgang mit sogenannten Problemfans dürfte der Protest der „Ultras“ und „Supporters“ weitergehen und sich sogar verstärken. Im Zeichen der sportlichen Krise kann Schalke derlei Ränkespiele auf den Rängen am wenigsten gebrauchen, vielmehr müssten die Zuschauer den verunsicherten Profis von außen helfen. „Wir sind in einer beschissenen Lage“, drückt es Kapitän Benedikt Höwedes wenig vornehm aus. Sein Appell: „Daher hoffe ich, dass uns die Fans am Samstag wieder so unterstützen, wie sie es vor Wochen getan haben.“

    Klappt es nicht mit dem Dreier gegen Freiburg und dem Weiterkommen im Cup, wird Weihnachten auf Schalke alles andere als ein Fest der Liebe.

    15.12.2012
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