Print Logo

merkzettel

SPORTreportage - Winterspiele 2014

Putins Spiele - ein Jahr vor Sotschi

  • Video Warmlaufen für die Winterspiele
  • Video Sotschi 2014: "Geld spielt keine Rolle"
  • Video OK-Chef: "Wir sind im Plan"
  • Video Sotschi vor den Winterspielen 2014
  • VideoWarmlaufen für die Winterspiele

    London 2012 ist vorbei, Vancouver 2010 lange her: Nun heißt es Warmlaufen für die Winterspiele 2014 (7. - 23. Februar). ZDF-Russland-Reporterin Anne Gellinek hat sich in Sotschi ein Jahr vor der Eröffnung umgesehen.

    (03.02.2013)
    VideoSotschi 2014: "Geld spielt keine Rolle"

    Sportanlagen, Hotels und Autobahnen aus dem Nichts gestampft: Für Olympia 2014 werden gewaltige- und vor allem kostspielige Anstrengungen unternommen. Fürs Prestige ist den Russen nichts zu teuer.

    (02.02.2013)
    VideoOK-Chef: "Wir sind im Plan"

    Knapp ein Jahr vor den Winterspielen befindet sich Sotschi in der Testphase. OK-Chef Dimitry Tschernyschenko zeigt sich im ZDF-Interview zuversichtlich, dass alles rechtzeitig fertiggestellt wird.

    (09.12.2012)
    VideoSotschi vor den Winterspielen 2014
    (08.12.2012)

    Kurzmeldung

    • 10:43 13.11.2012Kurzmeldung

      Lobende Worte über Bahn in Sotschi 10:43 13.11.2012
      Die deutschen Rennrodler haben sich lobend über die Olympiabahn im russischen Sotschi geäußert. Bei der internationalen Trainingswoche im "Sanki Sliding Center" nutzten 130 Sportler aus 26 Nationen die Gelegenheit, die Kunsteisbahn der Winterspiele 2014 zu testen. "Sie ist machbar und nicht gefährlich. Die Bahn hat einen hohen sportlichen Wert. Ich fühle mich wohl", sagte Olympiasieger Felix Loch. Olympiasiegerin Tatjana Hüfner meinte: "Es macht mir sehr viel Spaß, mich mit dieser Bahn auseinanderzusetzen und sie mir Stück für Stück zu erarbeiten." Auch Bundestrainer Georg Hackl lobte den Eiskanal.

    • 09:53 08.11.2012Kurzmeldung

      Sotschi:Ausverkaufte Spiele versprochen 09:53 08.11.2012
      15 Monate vor Olympia-Beginn in Sotschi hat OK-Chef Dmitri Tschernyschenko "ausverkaufte Spiele" versprochen. "Die Nachfrage ist hundertmal höher als unsere Kapazität", sagte der Chef des Organisationskomitees. Die Zahl der Tickets haben die Organisatoren noch nicht veröffentlicht. Anfang Februar 2013 startet die erste Verkaufsphase. Die Kritik von FIS-Präsident Gian-Fran- co Kasper an drastisch reduzierten Zuschauerzahlen bei Wettkämpfen in den Bergen wies Tschernyschenko zurück. Die Anpassung der Kapazitäten sei aus Transport- und Sicherheitsgründen notwendig geworden.

    • 15:11 26.10.2012Kurzmeldung

      Kasper: Kritik an Sotschi 2014 15:11 26.10.2012
      Gian Franco Kasper, Präsident der FIS, hat seine Kritik an den Organisatoren der Olympischen Spiele 2014 in Sotschi erneuert. "Ich bin wirklich enttäuscht von der Zahl der Zuschauerplätze, die wurden halbiert", sagte der Schweizer vor dem Auftakt des Weltcups. Versprechungen seien nicht gehalten worden. Insgesamt sehe es derzeit chaotisch aus, er gehe aber davon aus, dass es alles rechtzeitig fertig sein werde. Wenn etwas fehle, wie zum Beispiel die Türme für die Sprungrichter beim Skispringen "setzen sie einige Tausend Arbeiter zusätzlich ein - dann haben wir am Ende etwas."

    • 12:26 11.10.2012Kurzmeldung

      Olympia 2014: IOC-Lob für Sotschi 12:26 11.10.2012
      Lob für Sotschi wenige Wochen vor den ersten Testwettkämpfen der vorolympischen Saison an der russischen Schwarzmeerküste: Der Gastgeber der Winterspiele 2014 erhielt positive Resonanz für den Baufortschritt durch die Expertengruppe des Internationalen Olympischen Komitees. "In der kurzen Zeit seit unserer letzten Inspektion gab es deutliche Fortschritte", sagte Jean-Claude Killy, Chef der IOC-Koordinierungskommission. "Das gilt vor allem für die Hotelbauten, den Transportbereich. Vieles spricht für erfolgreiche Test-Events im kommenden Winter."

    • 12:45 25.09.2012Kurzmeldung

      Slogan für Olympia 2014 steht 12:45 25.09.2012
      500 Tage vor dem Beginn der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi hat sich Russland mit ausgiebigen Feierlichkeiten auf den Countdown eingestimmt und den Slogan der Spiele bekannt gegeben. "Hot. Cool. Yours." wird das Motto der Spiele lauten, wie Dimitri Tschernyschenko, Chef des Organisationskommitees SOOC, am Dienstag verkündete. Höhepunkt der Feier war ein Flashmob. Auf öffentlichen Plätzen, in Stadien und Sportanlagen stellten 12.000 Freiwillige Helfer aus ganz Russland die Piktogramme der 7 Sportarten überdimensional dar. Die Winterspiele werden zum ersten Mal in Russland ausgetragen.

     von Anne Gellinek

    Die Sportstätten in Sotschi, dem Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014, werden rechtzeitig fertig. Dennoch machen sich die Organisatoren Sorgen. Es geht um zu wenig Schnee und zu weite Wege. 

    Endlich Schnee! In dicken nassen Flocken fällt er auf Krasnaja Poljana, den sogenannten „Bergcluster“ der Olympischen Winterspiele von Sotschi. Hier starten an diesem Wochenende die nordischen Kombinierer, die seit Tagen sorgenvoll in den Himmel geblickt und durch knöcheltiefen Matsch gewatet waren. Nun scheint das Stoßgebet der Organisatoren erhört worden zu sein—der Schnee ist zwar nass, und die Temperatur leicht über null—aber er deckt barmherzig zu, was bis dahin noch allzu sichtbar war: Rund um die Sprungschanze herrscht das reinste Baustellenchaos.

    Noch viel zu tun

    Am Freitagabend auf der letzten Sitzung der nationalen Teamchefs mit dem Renndirektor machen die Trainer dem russischen Organisationskomitee deutlich, dass es noch viel zu tun gibt bis zur Eröffnung am 7. Februar 2014. Wegen des zuerst mangelnden, und dann zu nassen Schnees muss die Rennstrecke für die Kombinierer gekürzt werden, es fehlt eine Piste zum Aufwärmen. „Können Sie dafür sorgen, dass an der Rennstrecke jemand englisch spricht?“, „Wann werden die Toilettentüren funktionieren?“, „Bitte achten Sie darauf, dass der Kunstschnee im richtigen Winkel auf die  Schanze gesprüht wird!“ Die Testwettbewerbe bringen ans Licht, woran noch gearbeitet werden muß.

    ZDF SPORTreportage
    SPORTreportage / Quelle: zdf

    Sonntag, 17.10 Uhr

    Moderator: Rudi Cerne

    Themen: Nachberichte zur Fußball-Bundesliga, Fußball-Story zum Afrika Cup, 50 Jahre Bundesliga, ein Jahr vor den Winterspielen und alles Wichtige zum Wintersport

    Im Großen und Ganzen jedoch sind sich die Sportler einig: Es ist gigantisch, was im letzten Jahr hier geschehen ist. Die Eisstadien, drei an der Zahl am Schwarzen Meer, dem „Küstencluster“, sind so gut wie fertig, hypermodern, mit neuster Technik ausgestattet.„Die Eiskunstlaufhalle „Eisberg“ ist großartig“, schwärmt die kanadische Läuferin Kirsten Moore-Towers, „das Stadion ist so riesig, dass wir uns ständig verlaufen.“ Die Autobahn und die nagelneue Eisenbahntrasse, die die Zuschauer und Sportler in rekordverdächtigen 30 Minuten in die „Bergcluster“ bringen sollen, wird mit Macht vorangetrieben, und auch ganz oben in den Bergen sind Langlaufstadien, Sprungschanzen, Seilbahnen und ganze Skiorte aus dem Nichts gestampft worden.

    Geld spielt keine Rolle

    Der gesamte Druck des Kreml steckt dahinter—Geld spielt keine Rolle,  schon jetzt werden dies die teuersten Winterspiele aller Zeiten. Das vor Jahren bei neun Milliarden Euro veranschlagte Budget hat sich inzwischen auf 24 Milliarden Euro verdreifacht. Macht nichts, es geht um das Prestige Russlands, um die Verwirklichung einer Idee eines Mannes: Wladimir Putin. Eilfertige Oligarchen haben komplette Skidörfer und Hotelkomplexe spendiert, um dem Präsidenten zu gefallen, an jeder Ecke spürt man: Diese Spiele sind ein Kommandoprojekt des Kreml. Ein Jahr vor der Eröffnungsfeier bestehen also wenig Zweifel, dass die Sportstätten fertig werden.

     Nachgearbeitet werden muß aber noch an den langen Wegen und der Logistik. Durch die Spiele „auf drei Etagen“ müssen die Athleten ständig von der Küste in die Berge und zurück. „ Das Organisations-Team ist noch sehr jung, es hat nicht viel Erfahrung,“ sagt der Renndirektor der nordischen Kombination, der Norweger Lars Ottesen. „Für uns ist da einmal das Schneeproblem, Infrastruktur und Logistik sind Punkt Nummer zwei. Wenn die Athleten nach unten müssen für die Medaillenzeremonien und zum Wettkampf wieder rauf, dann wird das problematisch. “In der Tat, unser ZDF-Team hat bislang noch bei jedem Sotschi-Aufenthalt in einem mehrstündigen Stau gestanden, und das ohne die zweifellos sehr strengen Sicherheitskontrollen, die während der Spiele herrschen werden.

    Angst vor Anschlägen

    Schon gibt es Befürchtungen, dass die Angst vor Anschlägen aus den kaukasischen Nachbarrepubliken die russischen Behörden veranlassen könnte die Zuschauerzahlen bei den Wettbewerben erheblich zu begrenzen. Schon jetzt gibt es Sicherheitschecks auf Schritt und Tritt, Polizei, Überwachungskameras und Bodyscanner beherrschen das Bild.  Seit Monaten spielen Armee und der russische Geheimdienst Szenarien von Terrorattacken, Geiselnahmen und Anschlägen durch. Wer wird sich durchsetzen, die Angst vor Terror oder der olympische Gedanke?

    Eins scheint aber klar: Es werden keine Spiele für die Menschen von Sotschi. Hier herrscht nach anfänglichem Enthusiasmus die totale Ernüchterung . Neben den gigantischen Baustellen in Krasnaja Poljana liegt noch das alte Dorf. Ehedem eine verschlafene Ansammlung von Holzhäusern. Früher, so erinnern sich die Bewohner, gab es hier Bären, klare Bäche und ein paar versprengte Bergsteiger und Skiläufer. Jetzt wohnen die Dörfler neben der Baustelle des Jahrhunderts. Tag und Nacht donnern riesige LKW die alte Straße entlang. Schmutz, Staub und Lärm. Seit zwei Jahren ohne Pause.

    Die Straßenzüge sind jetzt auf englisch beschriftet, in der „Turchinskij Street“ Nr. 17 wohnt Anatolij Safronow. Er hat eine kleine Autowerkstatt und versteht die Welt nicht mehr. Noch zu keinem der Testwettbewerbe sei auch nur ein Dorfbewohner eingeladen worden, die olympischen Spiele gingen komplett an den „Ureinwohnern“ vorbei. „Da drüben bauen sie das Modernste vom Modernen, und wir haben keinen Gasanschluß“, schimpft Anatolij. Die Natur werde durch die Bauten zerstört und die Dorfbewohner im Namen von Olympia ständig gegängelt. „Mal sollen wir alle die Dächer grün decken, mal alle Gartenzäune braun streichen, alles damit wir 'olympisch' aussehen. Unter diesem Vorwand zieht die örtliche Verwaltung uns noch das Geld aus den Taschen!“

    Gut für das Land, aber nicht für die Anwohner

    Mit wem wir auch sprechen: Im ersten Satz sagen die Menschen in Sotschi und in Krasnaja Poljana, dass die Winterspiele sicher gut seien fürs Land. Aber nicht für die Anwohner. Die Frage, was nach den Spielen aus den olympischen Wettkampfstätten werden soll, ist gänzlich ungeklärt. Schon hat die Trainerin des russischen Skirennverbandes, Jelena Wjalbe,  angekündigt, ihre Sportler könnten sich die Hotel und Trainingskosten in Krasnaja Poljana nicht leisten.

    Jetzt vor den Spielen zahle ja die Regierung, aber danach? Viele zweifeln, ob russische Touristen tatsächlich fortan in den olympischen 5-Sterne-Hotels Urlaub machen werden oder nicht doch gleich nach St. Moritz oder Ischgl fahren? Sotschi, die Stadt am Schwarzen Meer, wird fortan drei Eis-Stadien besitzen. Eines davon, Eisberg, könne aber ab-und anderem Ort wieder aufgebaut werden, sagt das Organisationskomitee. Der Countdown für die Winterspiele läuft auf Hochtouren. Und der frischgefallene Schnee von Krasnaja Poljana ist schon fast wieder weggetaut.

    Mehr zu Sotschi 2014

    Russland klotzt ran

    03.02.2013
    1. Drucken
    2. Merken
    3. Versenden
    4. Teilen auf:

    Merkliste

    Papierkorb Bild
    Merkliste versenden Merkliste schließen

    Merkliste

    Merkliste versenden

    Versenden Sie Ihr Merkliste an Freunde.



     
    * Pflichtfelder  
    Datenschutz
    Das ZDF versichert, Ihre Daten entsprechend den datenschutzrechtlichen Bestimmungen vertraulich zu behandeln.
    Zurück zur Merkliste Absenden Button

    Merkliste

    Hinweis

    Die Merkliste wurde erfolgreich versendet.

    Zurück zur Merkliste Merkliste schließen