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das aktuelle sportstudio - Studiogast

Heldt: "Selbst die Kanzlerin bekommt 100 Tage"

  • Video "Selbst die Kanzlerin bekommt 100 Tage"
  • Video Stoppt Heldt die Krise an der Torwand?
  • Bilderserie Vom Spieler zum Sportdirektor
  • Video "Es kommt alles zusammen"
  • Video"Selbst die Kanzlerin bekommt 100 Tage"

    Horst Heldt bezieht im "aktuellen sportstudio" Stellung zur aktuellen Schalker Krise. Trainer Jens Keller nimmt der Sportdirektor gegen die heftige Kritik in Schutz. Er habe eine Übergangslösung gesucht und gefunden.

    (16.02.2013)
    VideoStoppt Heldt die Krise an der Torwand?

    Gegen Schalkes Sportdirektor Horst Heldt durfte YouTube-Kandidat Tobias Leitl sein Können zeigen. Ob er auch von der aktuellen Schalker Krise profitieren konnte?

    (16.02.2013)
    BilderserieVom Spieler zum Sportdirektor
    (01.02.2013)
    Video"Es kommt alles zusammen"

    Ersatzgeschwächt angetreten, Treffer nach Standard-Situationen, Abseits-Tor, starke Bayern: "Es kommt eben einfach alles zusammen", sagt S04-Sportdirektor Horst Held im sportstudio.

    (09.02.2013)

    Kurzmeldung

    • 23:23 16.02.2013Kurzmeldung

      Heldt setzt auf kleine Schritte 23:23 16.02.2013
      Horst Heldt war mit dem Punkt beim 2:2 bei Mainz 05 nicht unzufrieden. "Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie lebt", sagte der Manager von Schalke 04 im "aktuellen sportstudio". In der aktuellen Saison müsse man kleine Schritte machen, erklärte Heldt im Gespräch mit Katrin Müller-Hohenstein. Der Manager brach auch eine Lanze für Trainer Jens Keller. "Wichtig ist wie ein Trainer arbeitet, wie er bei der Mannschaft ankommt. Da erhalte ich nach wie vor positive Signale", so Heldt, der aber ankündigte, dass sich der Klub auf der Trainerposition nach der Saison womöglich neu ausrichten wird.

    In Königswinter, knapp 40 Kilometer südlich von Köln geboren, wäre Horst Heldt normalerweise am Rosenmontag richtig steil gegangen. Der 43-Jährige ist ein bekennender Karnevalsfreund, doch tolle Tage hatte der Manager des FC Schalke aus einem ganz anderen Grund. Am Samstag war er Gast im aktuellen sportstudio. 

    von Heiko Buschmann

    Es war in seiner auch nicht immer einfachen Zeit vor 20 Jahren als Spieler beim 1. FC Köln, als Heldt beim närrischen Treiben in vorderster Front mitmischte. „Es war Rosenmontag, wir hatten morgens Training, Jörg Berger war damals unser Coach. Da sind wir alle in Verkleidung auf den Platz gegangen“, erinnert sich Heldt.

    Ein bisschen Spaß muss sein

    In welche Rolle er damals geschlüpft war, ob Cowboy, Indianer oder Superheld, weiß er heute nicht mehr. Die Episode zeigt aber, dass für Heldt, der in seiner aktiven Karriere 359 Bundesligaspiele und zwei Einsätze für die deutsche Nationalmannschaft vorweisen kann, trotz aller Professionalität der Spaß am Fußball nie zu kurz kommen durfte. 

    Momentan kommt die Freude allerdings zu kurz, denn der FC Schalke steckt in der Krise. Nach nur einem Sieg aus den letzten zehn Bundesligapartien ist der Champions-League-Achtelfinalist auf Platz zehn der Tabelle abgerutscht. In den vergangenen zehn Jahren waren die Königsblauen zum jetzigen Zeitpunkt der Saison nur einmal schlechter – vor zwei Jahren, als unter Felix Magath in Gelsenkirchen fast alles den Bach runter ging.

    Zur Person Horst Heldt

    geboren am 9. Dezember 1969 in Königswinter, verheiratet, ein Kind

    Stationen als Spieler:

    1975–1986: SV Königswinter (Jugend)
    1986–1987: FV Bad Honnef (Jugend)
    1987–1988: 1. FC Köln (Jugend)
    1988-1990: 1. FC Köln Amateure

    1990-1995: 1. FC Köln
    1995-1999: TSV 1860 München
    1999-2001: Eintracht Frankfurt
    2001-2002: SK Sturm Graz
    2002-2006: VfB Stuttgart


    Stationen als Manager:

    2006-2010: VfB Stuttgart
    seit 2010: FC Schalke 04 (Vertrag bis 2016)

    Kein leichtes Amt übernommen

    Und zum ersten Mal spürt der fürs sportliche Große und Ganze Verantwortliche heftigen Gegenwind. Knapp zwei Jahre ist Heldt inzwischen als Schalkes Vorstand Sport und Kommunikation im Amt. Erst wurde er dafür gelobt, wie gewissenhaft er den unter seinem Vorgänger Magath grotesk aufgeblähten Kader auf Normalmaß reduzierte, auch wenn er teils Spieler aus ihren gültigen Verträgen mit Abstandszahlungen herauskaufen musste. Dann wurde er dafür gefeiert, als er nach dem krankheitsbedingten Rückzug des auf Schalke zum zweiten Mal schnell erfolgreichen Ralf Rangnick den von den S04-Fans zum Schalker Jahrhunderttrainer ernannten Huub Stevens zurück holte und dessen Comeback bei den Königsblauen wider Erwarten zunächst perfekt funktionierte.

    Heldt muss zugute gehalten werden, dass er seinen Job unter schwierigsten Voraussetzungen mit einer für alle in dem oft chaotischen Verein wohltuenden Gelassenheit und positiven Ausstrahlung verrichtete. Denn nach Magaths enthemmter Verschwendung hat sich der immer noch mit fast 180 Millionen Euro Verbindlichkeiten belastete Klub eine dringend notwendige Kur verordnet.

     

    Keine überflüssigen Ausgaben mehr

    Unter Aufsicht von Clemens Tönnies meint es Schalke mit der wirtschaftlichen Konsolidierung endlich ernst. „Sparmeister“ Heldt gab vor der laufenden Saison keinen Cent Ablöse für neue Spieler aus, auch in der Winterpause reagierte er auf verletzungsbedingte Ausfälle (Ibrahim Afellay) und den Weggang von Lewis Holtby mit bescheidenen Mitteln: Die beiden Brasilianer Raffael (von Dynamo Kiew) und Michel Bastos (Olympique Lyon) wurden kostenneutral ausgeliehen.

    Doch spätestens seit der Beförderung des vorherigen Schalker B-Jugendtrainers Jens Keller zum Chefcoach hat sich der Wind in Richtung Heldt gedreht. Keller, dem vom schnell kritischen Schalker Umfeld von Beginn an große Skepsis entgegen schlug, konnte den dramatischen Absturz der Mannschaft nicht aufhalten. Im Gegenteil, der freie Fall des Vorjahresdritten hat sich rapide beschleunigt, weshalb sich ganz Fußball-Deutschland fragt, wann Schalke den nächsten Trainer – den 17. in den vergangenen zehneinhalb Jahren – präsentieren wird.

    Gute Kontakte zum VfB

    ZITAT
    Eine Diskussion um ihn lasse ich gar nicht aufkommen.
    Clemens Tönnies
    Zudem wird Heldt längst eine „Spätzle-Connection“ nachgesagt. Er kennt den gleichaltrigen Keller vom VfB Stuttgart, machte den damaligen A-Jugend-Trainer zum "Co" von Cheftrainer Christian Gross. Vor Keller kamen schließlich der 2011 beim VfB auf dem Abstellgleis stehende Angreifer Ciprian Marica und später der zuvor vereinslose Torhüter Timo Hildebrand – 2007 mit Stuttgart Deutscher Meister – nach Gelsenkirchen.

    Mit seinem Treuebekenntnis in Richtung Keller, der „auf jeden Fall bis zum Saisonende“ Trainer des taumelnden Riesen Schalke bleibe, setzt sich Heldt selbst stark unter Druck. Immerhin kann er sich (noch) der Rückendeckung des mächtigen Aufsichtsratsvorsitzenden sicher sein. „Eine Diskussion um ihn lasse ich gar nicht aufkommen. Horst Heldt ist ein super Fußball-Fachmann. Er hat einen sauberen Charakter“, sagte Tönnies neulich.

    Kommt Veh?

    Dennoch: Da das Experiment mit dem in der Bundesliga zuvor so wenig erfahrenen Keller schon jetzt als gescheitert betrachtet werden kann, hat Heldt bei der Auswahl des bestmöglichen Trainers für Schalke noch eine Patrone. Der nächste Schuss muss sitzen und dürfte auf Armin Veh zielen. Der 52-Jährige ziert sich seit Monaten, seinen im Juni auslaufenden Vertrag bei Eintracht Frankfurt zu unterzeichnen. Heldt und Veh haben bereits früher erfolgreich zusammen gearbeitet – wie sollte es anders sein, beim VfB Stuttgart, im oben erwähnten Meisterjahr 2007.

    Um die jetzige Saison mit Schalke noch in den Griff zu bekommen, muss Heldt aber vielleicht sogar übersinnliche Kräfte bemühen: Seinen Oberarm ziert ein kleines „S“, das Zeichen für Superman.

    Tobias Leitl ist der Torwandkandidat

    Der Siegerclip

    16.02.2013
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