Bayern - Valencia
Es müllert wieder beim FC Bayern
von Maik RosnerBei der Einkleidung für das Oktoberfest war Thomas Müller eigentlich das ideale Fotomotiv. Ein echter Oberbayer in Lederhosen, das wäre doch etwas gewesen. Doch wieder einmal drehte sich beim FC Bayern fast alles um den 40 Millionen Euro teuren Zugang Javier Martínez.Seine ersten Sätze auf Deutsch und dann auch noch in Tracht, sein zweiter Kurzeinsatz gegen Mainz 05 samt Traumflanke vor dem 3:1 durch Toni Kroos und sein wohl längerer Auftritt gegen den FC Valencia am Mittwoch (20.45 Uhr live im ZDF) im ersten Gruppenspiel der Champions League – all das zog Reporter, Kameraleute und Fotografen magisch an. Auch Müller wurde Teil des Hypes um Martínez. "Javier spricht schon ganz passabel Deutsch. Er kann beim Essen schon für den einen oder anderen Lacher sorgen", berichtete der Nationalspieler.Früher zweiter FrühlingEin bisschen ungerecht ist es schon für die erfolgreichen Profis des FC Bayern, dass der spanische Zugang derart im Mittelpunkt steht, obwohl seine Künste bisher noch selten zu bewundern waren. Das gilt vor allem für Müller. Denn der WM-Torschützenkönig von 2010 erlebt gerade so etwas wie seinen frühen zweiten Frühling, wenige Tage nach seinem 23. Geburtstag.
Mit drei Toren aus drei Bundesligaspielen ist Müller neben seinem Mannschaftskollegen Mario Mandzukic gerade der erfolgreichste Torschütze der Liga. Drei Vorlagen kommen hinzu. Damit rangiert der offensive Mittelfeldspieler unter den Scorern auf Platz zwei der Liga, hinter Szabolcs Huszti von Hannover 96, der zwei Tore und fünf Vorlagen vorzuweisen hat.Drei Tore, drei VorlagenNach seinen zwei Toren und zwei Vorlagen beim vorangegangenen 6:1 gegen den VfB Stuttgart stellte Müller vergnügt fest: "Nach den ersten zwei Spielen drei Tore – das hat letzte Saison ein bisschen länger gedauert." Er grinste. Und weil er gegen Mainz Assist Nummer drei folgen ließ und erneut der beste Mann auf dem Platz war, darf man das vor dem ersten Champions-League-Auftritt schon so sagen, auch wenn es gerade ein bisschen untergeht: Es müllert wieder beim FC Bayern.Vielleicht ist es sogar noch etwas mehr. Einen derart guten Saisonstart hat Müller beim FC Bayern noch nie erlebt. Und dass, obwohl die Konkurrenz durch die insgesamt 70 Millionen Euro schweren Investitionen in den Kader so groß ist wie nie zuvor. Müller hat für den Leistungsaufschwung eine einfache Begründung. "Wenn man zwei Jahre lang nichts holt, dann brennt das Feuer", sagt er.Formknick in der VorsaisonBei der WM in Südafrika erlebte Müller sein erstes Hoch. Im damaligen Turnier gelangen ihm fünf Tore. Auch in der Saison danach lief es noch rund für ihn, mit zwölf Toren und zwölf Vorlagen. Doch einen Titel verpassten die Münchner. Und in der zurückliegenden Spielzeit, als die Bayern erneut leer ausgingen, erlebte Müller so etwas wie einen Formknick. Seltener waren seine Auftritte als Raumdeuter geworden, wie er sich einmal bezeichnet hat, in denen er sonst so oft mit überraschenden Laufwegen und Aktionen aufgefallen war. Die Quote sank, Kritik wurde vernehmbar, es hieß zuletzt sogar, Müller stehe am Scheideweg und müsse mit einem Reservistendasein rechnen.Nun hat Müller nach nicht einmal einem Elftel der Saison schon ein Viertel seiner besten Scorerquote beisammen. Trotz der nun anstehenden Rückkehr von Franck Ribéry und Arjen Robben, die gegen Mainz wegen muskulärer Beschwerden zuschauten, will Müller seinen Lauf fortsetzen.Müllers Anspruch: Startelf statt StammelfTrainer Jupp Heynckes steht im Spiel gegen Valencia vor der Wahl: Müller oder Kroos im zentralen offensiven Mittelfeld? Müller stellt sich auf alles ein, obwohl er derzeit die besseren Karten als Kroos zu haben scheint. Denn er weiß, dass es Garantien kaum noch geben und Heynckes viel rotieren lassen wird. Müller nimmt es sportlich. Er sagt: "Ich bin Fußballer mit Mark und Bein." Und sein Anspruch? "Startelf trifft's besser als Stammelf." Das klang schon wieder nach einem Raumdeuter.
ZITAT
„Nach den ersten zwei Spielen drei Tore – das hat letzte Saison ein bisschen länger gedauert.”Thomas Müller
FC Bayern - FC Valencia live im ZDF
Das ZDF überträgt das erste Gruppenspiel des FC Bayern in der Champions League am Mittwoch gegen den FC Valencia live. Anstoß ist um 20.45 Uhr. Moderator Oliver Welke und Experte Oliver Kahn melden sich um 20.25 Uhr aus der Münchner Arena. Ihr Reporter ist Béla Réthy. Das Champions-League-Magazin stimmt sie von 19.25 bis 19.35 Uhr auf den Fußball-Abend ein.
Das ZDF überträgt das erste Gruppenspiel des FC Bayern in der Champions League am Mittwoch gegen den FC Valencia live. Anstoß ist um 20.45 Uhr. Moderator Oliver Welke und Experte Oliver Kahn melden sich um 20.25 Uhr aus der Münchner Arena. Ihr Reporter ist Béla Réthy. Das Champions-League-Magazin stimmt sie von 19.25 bis 19.35 Uhr auf den Fußball-Abend ein.
17.09.2012





