Biathlon-WM: Sprint Männer und Frauen
Deutsche Skijäger gehen leer aus
Die deutschen Biathleten haben zum Auftakt der Einzelwettbewerbe bei der WM im tschechischen Nove Mesto die Medaillen klar verpasst. Bei den Frauen wurde Miriam Gössner Sechste, Erik Lesser kam als bester DSV-Athlet auf Rang 12. Neue Sprint-Weltmeister wurden Olena Pidgruschna (Ukraine) und der Norweger Emil Hegle Svendsen.
Zwei Tage nach dem Debakel in der Mixedstaffel (13. Rang) zeigte im Sprint über 7,5 km zumindest die Formkurve von Miriam Gössner deutlich nach oben. Die 22-Jährige belegte nach zwei Schießfehlern den sechsten Platz und verschaffte sich damit für das Verfolgungsrennen am Sonntag (16.15 Uhr/ARD) eine gute Ausgangsposition.Im Ziel hatte Gössner 33,1 Sekunden Rückstand auf Pidgruschna. Silber ging an die norwegische Gesamtweltcup-Spitzenreiterin Tora Berger und Bronze an die Ukrainerin Vita Semerenko.Chancen in der Verfolgung "Ich habe nicht an meiner Form gezweifelt und weiß, dass ich fit bin. Die zwei Fehler sind ärgerlich, weil ich in der Loipe extra Gas rausgenommen habe, um mich auf das Schießen zu konzentrieren und eine gute Biathletin zu sein", sagte Gössner: "Aber die Zeitabstände sind nicht so groß, ich denke in der Verfolgung wird es spannend." Zweitbeste Deutsche war überraschend Franziska Hildebrand auf dem 13. Rang. Die zweimalige Olympiasiegerin Andrea Henkel enttäuschte hingegen und belegte Platz 33. "Auf der Strecke ging es ganz gut, aber die zwei Fehler am Ende waren zuviel. Ich hatte eigentlich keine Probleme, aber die Scheiben sind einfach nicht gefallen", sagte Henkel. Nadine Horchler wurde nur 84. und verpasste damit die Verfolgung der besten 60.Bei den Männern wurde Erik Lesser als Zwölfter bester der deutschen Mannschaft. Nach einem Schießfehler hatte er 49,4 Sekunden Rückstand auf Svendsen, der nach dem Triumph in der Mixedstaffel seine zweite Goldmedaille holte."Konzentration ging flöten""Heute lief von Anfang an alles perfekt. Ich bin rausgekommen, und vor mir war Emil Hegle Svendsen. Da dachte ich: So ein Glück", sagte Lesser im Ziel: "Da wollte ich dann dranbleiben. Schade ist natürlich der letzte Stehendfehler. Das hat sich nach dem dritten Schuss angedeutet, da habe ich ein bisschen was im Anschlag verändert. Dann ist mir am Ende die Konzentration flöten gegangen."
Lesser war nach einer fehlerfreien ersten Schießeinlage aussichtsreich zum zweiten Anschlag gekommen. Dort verfehlte aber ausgerechnet der letzte Schuss sein Ziel und der 24-Jährige somit eine mögliche Top-Platzierung.
"Nicht mehr viel drin"Mit Blick auf die bislang enttäuschende Saison verlief das Rennen für Arnd Peiffer besser als erwartet. Der frühere Sprintweltmeister war als 16. zweitbester Deutscher. Deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück blieben Andreas Birnbacher und Simon Schempp. Birnbacher belegte nur den 23. Platz, Schempp lief auf Rang 28.Damit verpassten die DSV-Skijäger eine gute Ausgangsposition für das Verfolgungsrennen über 12,5 km am Sonntag. Bei der Heim-WM im vergangenen Jahr in Ruhpolding waren die deutschen Männer ebenfalls am Podium vorbeigelaufen. "Man muss realistisch sein, dass nicht mehr allzuviel drin ist. Es gilt jetzt, in die Wettkämpfe reinzukommen und noch was Besseres rauszuholen", sagte ein enttäuschter Birnbacher.




