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1899 Hoffenheim

Dem "Modell" droht der Absturz

  • Bild Scheitert Dietmar Hopp mit Hoffenheim?
  • Video Müller: "Die Enttäuschung schlechthin"
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    Dietmar Hopp / Quelle: imago
    (Quelle: imago)
    VideoMüller: "Die Enttäuschung schlechthin"

    Hoffenheim-Manager Andreas Müller versucht die Niederlage in Augsburg zu erklären.

    (23.02.2013)
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    Jupp Heynckes bekommt einen Blumenstrauß zum 1000. Bundesligaspiel / Quelle: imago
    (23.02.2013)

    Kurzmeldung

    • 11:20 25.02.2013Kurzmeldung

      1899: Hopp stärkt Kurz den Rücken 11:20 25.02.2013
      Marco Kurz kann sich seines Trainerpostens beim krisengebeutelten Fußball- Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim sicher sein. "Wir brauchen keinen Feuerwehrmann, denn Marco Kurz macht einen guten Job", sagte Mäzen Dietmar Hopp der "Bild"-Zeitung. Zu den Gründen der Talfahrt des Tabellenvorletzten sagte der Milliardär: "Warum wir so entgleist sind, bleibt für alle ein Rätsel." Kurz war erst in der Winterpause als Nachfolger von Markus Babbel gekommen und holte seitdem nur vier von 18 möglichen Punkten.

     von Oliver Trust

    In Hoffenheim verstand man sich als "Modell", das auf junge hungrige Spieler setzt und neue Wege beschreitet. Nach dem 1:2 in Augsburg sind die Pläne in eine gefährliche Schieflage geraten. Es droht der Abstieg in die zweite Liga, der mehr wäre als ein Rückschlag. 

    Dass es mit der Laune von Manager Andreas Müller nicht zum Besten stand, lässt sich mit dem schwachen Auftritt der Hoffenheimer beim direkten Abstiegskonkurrenten FC Augsburg leicht erklären. Fast wehrlos gab Hoffenheim ein besonderes Spiel her und verlor Relegationsplatz 16 an den leidenschaftlich kämpfenden Tabellennachbarn. Dass anschließend Kapitän Andreas Beck sagte, der Kader sei für andere Ziele zusammengestellt und von der aktuell prekären Lage überrascht und nehme die Lage nicht an, richtet den Blick auf grundsätzlichere Probleme, die das Projekt Hoffenheim gefährden.

    Rückkehr zu den Wurzeln

    ZITAT
    Es sind Fehler gemacht worden, die wir korrigieren wollen, dafür sind wir da
    Manager Andreas Müller
    Es klang schon etwas nach Verzweiflung, als Manager Andreas Müller nun ankündigte, es sei seine Aufgabe, zur ursprünglichen Linie zurückzukehren. Die aktuellen Probleme jedenfalls lassen sich damit kaum lösen. Seit der Entlassung von Ralf Rangnick im Januar 2011 leistete sich Hoffenheim einen Zickzackkurs was Ziele und Einkaufspolitik angeht. Mit Marco Kurz arbeitet der fünfte Trainer seit zwei Jahren bei der TSG. Müller ist der vierte Manager seit Jan Schindelmeiser gehen musste. 

    Bei elf ausstehenden Spielen ist es für ein Schlussplädoyer zu früh, vieles aber spricht nicht für die Rettung eines Vereins, der mit dem „Hoffenheimer Weg“ zur Blüte reifen sollte. Die Wirklichkeit sieht längst anders aus. „Es sind Fehler gemacht worden, die wir korrigieren wollen, dafür sind wir da“, sagte Müller. Die „Fehler“ allerdings haben ihren Ursprung auch in der Nähe des Gesellschafters Dietmar Hopp und dessen Kreis von „Beratern“, dem nachgesagt wird, ebenfalls an den Stellschrauben zu drehen. Dazu kauften alle Trainer und Manager für ihre Belange ein, ohne der ursprünglichen Linie zu folgen.

    Aufmunternde Rede

    Kurz vor der Abfahrt des Teams nach Augsburg hielt Hopp noch eine aufmunternde Abschiedsrede. Dass Hopp erklärte, es werde im Falle des Abstieges mit ihm und der gleichen „Intensität und Leidenschaft“ weitergehen, ist seine eigene Sicht der Dinge. In der zweiten Liga wird Hoffenheim kaum mehr Sympathie entgegen schlagen als in der Bundesliga und der Wiederaufbau wird noch eine Spur beschwerlicher werden.   

     

    Seit 1990/91 – als der Klub des ehemaligen Mittelstürmers Hopp – in Gefahr geriet aus der Kreisliga A abzusteigen, investierte der Milliardär geschätzte 400 Millionen Euro. Hopps Leidenschaft für die TSG Hoffenheim rührt aus seiner aktiven Zeit, als „ich für ein Tor noch eine Dose Wurst vom örtlichen Metzger bekam“.

    Sein Image wird man schwer los

    Markus Babbel  / Quelle: dpa

    Markus Babbel - Ex-Trainer in Hoffenheim
    Quelle: dpa

    Als Aufsteiger in die zweite Liga investierte Hoffenheim 2007/2008 nach drei Spieltagen stolze 20 Millionen Euro in die Hochbegabten Luiz Gustavo, Demba Ba und Carlos Eduardo. Die Ausnahme-Fußballer waren in der Tat eine Attraktion. Selbst nach deren Verkauf aber konnte Hoffenheim das Image des Vereins der Hochbegabten, die für Fußball in der absoluten Spitze stehen, nicht mehr abschütteln.

    In Zuzenhausen nahe Hoffenheim entstand ein neues Klubzentrum, dazu baute man ein ehemaliges Jagdschloss um und errichtete ein in der Fußballbranche einmaliges Trainingszentrum, das wieder eher dem entsprach, was sich große europäische Klubs in der Champions League leisten. Nicht nur der ehemalige Trainer Markus Babbel sprach bald wieder von der Europa League. In Babbels Amtszeit fällt die Verpflichtung des ehemaligen Nationalspielers Tim Wiese, der den Sprung nach oben ermöglichen sollte.

    Unruhe statt Aufschwung

    Statt den zu schaffen, erschüttert Unruhe den Klub im Kraichgau, der sich nun der Frage ausgesetzt sieht, ob er mit seinem Modell nicht gescheitert ist. Derzeit scheint nicht einmal ausgeschlossen, dass es bei neuen Niederlagen zu einem weiteren Trainerwechsel kommt. Fest steht nur, der Weg zurück zum Ursprungs-Hoffenheim wird lange und beschwerlich. 

    Aktuelle Tabelle
      1 Bayern München 34 29 4 1 98:18 80 91  
      2 Borussia Dortmund 34 19 9 6 81:42 39 66  
      3 Bayer Leverkusen 34 19 8 7 65:39 26 65  
      4 Schalke 04 34 16 7 11 58:50 8 55  
      5 SC Freiburg 34 14 9 11 45:40 5 51  
      6 Eintracht Frankfurt 34 14 9 11 49:46 3 51  
      7 Hamburger SV 34 14 6 14 42:53 -11 48  
      8 Borussia Mönchengladbach 34 12 11 11 45:49 -4 47  
      9 Hannover 96 34 13 6 15 60:62 -2 45  
      10 1. FC Nürnberg 34 11 11 12 39:47 -8 44  
      11 VfL Wolfsburg 34 10 13 11 47:52 -5 43  
      12 VfB Stuttgart 34 12 7 15 37:55 -18 43  
      13 FSV Mainz 05 34 10 12 12 42:44 -2 42  
      14 Werder Bremen 34 8 10 16 50:66 -16 34  
      15 FC Augsburg 34 8 9 17 33:51 -18 33  
      16 Hoffenheim 34 8 7 19 42:67 -25 31  
      17 Fortuna Düsseldorf 34 7 9 18 39:57 -18 30  
      18 Greuther Fürth 34 4 9 21 26:60 -34 21  

    25.02.2013
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