von Martin Wolff
Die Saison-Höhepunkte rücken näher, und noch immer hat die deutsche Bob-Elite ein Problem: Am Start verschenken die Männer die Zeit, die ihnen im Ziel zum Sieg fehlt. Beim Weltcup in Innsbruck/Igls (Sa, 16.35 Uhr Zusammenfassung im ZDF) können sie weiter an ihrer Schwäche arbeiten.
ZDF-Reporter Martin Wolff
Quelle: ZDF
Die hinterher hechelnden Männer des deutschen Verbandes können darauf hoffen, ihre frustrierenden Startdefizite in Innsbruck/Igls auf der letzten Weltcupstation vor den Weltmeisterschaften entscheidend zu verringern. Kommen Sie rechtzeitig vor dem Saison-Höhepunkt in Schwung? Punktlich zur WM in St. Moritz (21. Januar bis 5. Februar)?
Die Tendenz spricht dafür: Neun von zwölf Podiumsplätzen eroberten die Männer von Bundestrainer Christoph Langen bei den beiden letzten 2er- und 4er-Weltcuprennen in Altenberg und Königssee. Darüber hinaus grüßt Manuel Machata in der 2er-Weltcupwertung von Platz 2. In der 4er-Rangliste thront Maximilian Arndt gar an der Spitze. Was soll da eigentlich das Gerede von der schlechtesten Saison in diesem Jahrtausend? Wieder einmal ein klassischer Fall typisch deutscher Nörgelei ? Von wegen.
Die Konkurrenz ist großDer schöne Schein nämlich hält näherer Betrachtung nicht Stand. Die ersten Saisonsiege Anfang Januar in Altenberg wurden errungen auf einer Heimbahn und noch dazu in Abwesenheit der härtesten Rivalen Alexander Zoubkov (Russland), Steven Holcomb (USA) und Beat Hefti (Schweiz). Die bereiteten sich lieber gezielt auf der WM-Bahn in St. Moritz vor. Der Wettbewerbsvorsprung für die prestigeträchtigsten Wettbewerbe der Saison war ihnen wichtiger als Spitzenplätze in der Weltcupwertung. Ansonsten wäre Holcomb der 2er-Weltcup und Zoubkov der 4er-Weltcup mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon kaum mehr zu nehmen.
Wie also steht es tatsächlich um das derzeitige Leistungsvermögen der deutschen Männer? Allerletzte Aufschlüsse verspricht nun die vorletzte Weltcupstation der Saison Innsbruck/Igls. Speziell im 4er geht es dort darum, sich endgültig zusammenzufinden in festen Teams. Denn gerade in der deutschen Mannschaft wurde aufgrund von Verletzungen und Formschwankung auch immer wieder durchgewechselt.
Der Jüngste macht's vor
Im 4er geht es darum, sich endgültig in festen Teams zusammenzufinden.
Quelle: dpa
Ständig andere Anschieber hinter Arndt, Machata, Florschütz und Friedrich auf den ersten sieben von insgesamt neun Weltcupstationen. Allein schon, weil lediglich Machata und Arndt an sämtlichen Schauplätzen zum Einsatz kamen. Und weil der Jüngste im Team, Francesco Friedrich, mittlerweile Maximilian Arndt aus dem 2er verdrängt hat. Vollkommen zu Recht übrigens, denn der 22-Jährige darf getrost als einziger echter Lichtblick im deutschen Team bezeichnet werden. Fünf Starts im 2er: immer auf dem Podest. Dabei der Einzige, der auch am Start kaum einbüßt auf die anschubstärksten Teams. Und obendrein hat sich der eindeutig athletischste deutsche Pilot bereits jetzt WM-Verdienste erworben: Mit seinen Siegen bei den Juniorenweltmeisterschaften sicherte er dem deutschen Team sowohl im 2er als auch im 4er einen zusätzlichen, also vierten, Startplatz für die WM.
Gefeiert hat Friedrich diese Triumphe übrigens in Igls. Genau dort, wo an diesem Wochenende der Weltcup Station macht. Das weckt doch echte Vorfreude auf seinen 2er-Start am Samstag (Zusammenfassung ca. 16.35 Uhr im ZDF).