Der dritte WM-Start war ein Volltreffer. Nach Platz vier und zwei gewann Maximilian Arndt erstmals WM-Gold im Viererbob und wurde spontan von Fürst Albert von Monaco geadelt. WM-Gold sicherte sich auch Natalie Geisenberger bei den Rennrodlern, die damit bei den Titelkämpfen in Whistler alle Titel abräumten. Die nordischen Kombinierer gewannen den Staffel-Weltcup in Sotschi.
Mit einer schüchternen Verbeugung nahm der neue Bob-König Maximilian Arndt die Gratulation von Fürst Albert II. von Monaco entgegen, und auch beim Jubel mit den Teamkollegen hielt sich der Oberhofer eher höflich zurück. Im letzten WM-Rennen von St. Moritz hatte sich Arndt noch von einer ganz anderen Seite gezeigt: Im Kamikaze-Stil hatte der erst 25-Jährige in der Königsdisziplin Vierer den Bob-Thron erobert.
Husarenritt im dritten Lauf "Jetzt der beste Pilot der Welt zu sein, das ist wirklich schön. Der Vierer ist ja so etwas wie die Formel 1 des Wintersports, deswegen bin ich sehr stolz", sagte Arndt nach dem größten Erfolg seiner Karriere im Mekka des Bobsports. Fürst Albert, als Bobfahrer fünfmal bei Winterspielen dabei, schwärmte über den neuen Champion: "Er ist sehr talentiert und hat eine gute Truppe."
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„Ich dachte nur: Augen zu und durch - und dann war es nur noch geil.”
Maximilian Arndt
Den Grundstein für seinen Sieg legte Arndt mit einem Husarenritt im dritten Lauf, in dem er dem bis dahin führenden Alexander Subkow aus Russland mehr als vier Zehntelsekunden abnahm. Arndt fuhr mit neuen Kufen absolute Kampflinie und rasierte in der berühmten Horse-Shoe-Kurve sogar die Bahnabdeckung. "Ich dachte nur: Augen zu und durch - und dann war es nur noch geil", sagte Arndt. Sein Anschieber Marko Hübenbecker schrie in Richtung des russischen Teams: "Na, haben wir euch richtig schön an die Wand gefahren?"
Dem am Ende um fast eine halbe Sekunde geschlagenen zweitplatzierten Subkow begegnete Arndt mit einem eisigen Blick. "Mad Max" gab eine sportliche Antwort auf die Psycho-Spielchen der Russen, die während der Titelkämpfe erfolglos Protest gegen die Kufen der deutschen Schlitten eingelegt hatten. WM-Bronze ging an Titelverteidiger Steven Holcomb (USA).
Kombinierer feiern ersten Staffelsieg seit drei Jahren Für die deutschen Kombinierer war der Triumph auf der Olympiastrecke von Sotschi der erste Staffel-Sieg seit drei Jahren. In der Besetzung Manuel Faißt, Johannes Rydzek, Björn Kircheisen und Eric Frenzel kamen die DSV-Athleten nach dem Springen und dem 4 x 5 Kilometer-Lauf in 51:23,3 Minuten vor Frankreich und Österreich ins Ziel. Das Quartett hatte bereits nach dem Springen in Führung gelegen und dann den Lauf jederzeit kontrolliert.
Ebenfalls in Sotschi waren am Wochenende die Skilangläufer unterwegs. Axel Teichmann und Tobias Angerer sorgten dabei zum Abschluss für die zweite deutsche Podestplatzierung. Im insgesamt 10,8 km langen Teamsprint im klassischen Stil belegte das Top-Duo mit 20,53 Sekunden Rückstand Rang drei.Das Damen-Duo Sandra Ringwald und Katrin Zeller kam auf Rang acht.
Schlierenzauer schreibt SkisprunggeschichteDer Österreicher Gregor Schlierenzauer schwang sich derweil mit seinem 47. und 48. Sieg zum erfolgreichsten Skispringer der Weltcupgeschichte auf. Durch seinen Erfolg beim ersten sonntäglichen Skifliegen in Harrachov/Tschechien überflügelte der Vierschanzentournee-Gewinner den Finnen Matti Nykänen (46 Weltcupsiege). Der 23-jährige Schlierenzauer flog auf 193,5 bzw.211,0 Meter und setzte sich am berüchtigten Teufelsberg beischwierigen Verhältnissen mit nur 0,3 Punkten vor Robert Kranjec (Slowenien) durch. Dritter wurde Jan Matura (Tschechien).
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„Unser Team ist eine sensationelle WM gefahren.”
BSD-Spordirektor Thomas Schwab
Den auf einen Durchgang verkürzten zweiten Wettbewerb des Tages gewann Schlierenzauer mit einem Sprung auf 197,5 Meter vor dem Tschechen Jan Matura und dem Slowenen Jurij Tepes durch. Als bester deutscher Springer belegte Michael Neumayer, der am Vormittag Siebter wurde, den 14. Platz. Severin Freund, Richard Freitag, Andreas Wellinger und Martin Schmitt waren nicht am Start und nutzten die Zeit in der Heimat zur Vorbereitung auf die Nordische Ski-WM in Val di Fiemme/Italien (20. Februar bis 3. März).
Rodler räumen alle Titel ab Mit einem wahren WM-Goldrausch nährten die deutschen Rodler die Hoffnungen auf einen glänzenden Auftritt bei Olympia 2014. Ein Jahr vor den Winterspielen im russischen Sotschi räumten die Kufen-Asse um Olympiasieger Felix Loch am Wochenende im kanadischen Whistler alle vier Titel sowie acht von zehn möglichen Podestplätzen ab. Neben Loch, der mit seinem vierten WM-Coup Georg Hackl überholte, fuhren Natalie Geisenberger sowie die Doppelsitzer Tobias Wendl und Tobias Arlt Debütsiege ein. Auch in der künftig olympischen Team-Staffel gab es WM-Gold.
"Unser Team ist eine sensationelle WM gefahren", sagte Sportdirektor Thomas Schwab vom Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) und zog rundum zufrieden Bilanz. Vor allem der Auftritt der von Ausnahmeathlet Loch angeführten Männer, die einen Vierfacherfolg einfuhren, machte mächtig Mut für Sotschi. Olympiasiegerin Tatjana Hüfner wurde ebenso Zweite wie die Doppelsitzer Tobias Wendl und Tobias Arlt.